München - Am 7. Spieltag empfängt der Tabellenvorletzte den Tabellendritten. Kaum jemand hätte vor der Saison allerdings vermutet, dass es sich dabei um den 1. FC Köln und den FSV Frankfurt handelt, denn für beide Mannschaften ist die momentane Situation eine Überraschung - hier negativer Art und da positiver. Gut drauf ist auch der Tabellenzweite Energie Cottbus, der zeitgleich gegen den SC Paderborn zum Angriff auf die Spitze bläst (Dienstag, ab 17:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Komplettiert werden die Dienstagsspiele in der 2. Bundesliga durch die drei Aufsteiger: Der VfR Aalen gastiert beim FC St. Pauli, der SV Sandhausen und der SSV Jahn Regensburg treffen im direkten Duell aufeinander. bundesliga.de gibt einen Überblick über alle vier Partien.

Die Kölner warten noch immer auf den ersten Saisonsieg. Besonders im Sturm drückt der Schuh - lediglich zwei Treffer erzielte der FC in dieser Saison, beide per Strafstoß. "Wir werden den ein oder anderen offensiven Spieler mehr mitnehmen und ein kalkulierbares Risiko eingehen", sagt FC-Trainer Holger Stanislawski, der die zuletzt fehlenden Matthias Lehmann und Adil Chihi wohl wieder in den Kader beordern wird. "Eins steht fest: Wir wollen wie gegen St. Pauli sehr druckvoll spielen und dann diese drei Punkte hier in Köln behalten", betont Stanislawski.

Der Gegner aus Frankfurt reist trotz des prima Saisonstarts mit großem Respekt nach Köln. "Der 1. FC Köln hat eine gute Mannschaft. Sie haben eine andere Qualität, als es der Tabellenplatz hergibt, da brauchen wir uns nichts vormachen", sagt FSV-Trainer Benno Möhlmann, der mit seiner Mannschaft vorübergehend an die Tabellenspitze springen könnte - ein Sieg der Bornheimer in Köln vorausgesetzt. Neben den Langzeitverletzten Mathew Leckie, Anthony Jung, Marcel Gaus und Tufan Tosunoglu sind nach dem Cottbus-Spiel auch Moise Bambara, Gledson und Zafer Yelen angeschlagen. Möhlmann äußerte sich diesbezüglich jedoch optimistisch: "Ich bin zuversichtlich, dass die leichten Blessuren auskuriert werden können."



Schiedsrichteransetzungen

Zweiter gegen Sechster lautet das Duell in der Lausitz. Für die Gastgeber geht es darum, ihre Serien fortzusetzen: Ungeschlagen bleiben auch am 7. Spieltag, ungeschlagen bleiben im eigenen Stadion, weiter punkten. Trainer Rudi Bommer stehen für dieses Vorhaben wohl auch Boubacar Sanogo und Nicolas Farina wieder zur Verfügung, endgültige Klarheit soll es aber erst unmittelbar vor Anpfiff geben. Damit fehlen auf Energie-Seite lediglich der angeschlagene Alexander Ludwig sowie die Langzeitverletzten Markus Brzenska und Daniel Brinkmann.

Der SCP reißt mit Rückenwind an, aber keineswegs übermütig. Trainer Stephan Schmidt hält viel vom Gegner, den er zu den spielstärksten Mannschaften in der 2. Bundesliga zählt. Mit vier Siegen, zwei Unentschieden und nur vier Gegentreffern habe Energie einen ausgezeichneten Start hingelegt. "Die Bilanz spricht für Energie. Cottbus ist ein anderes Kaliber als Sandhausen. Vor allem von der variablen Offensive geht viel Gefahr aus", sieht Schmidt die Favoritenrolle eindeutig beim Gegner. Diego Demme ist weiter Rot-gesperrt, Markus Krösche (Rücken) und Ziegler (Innenbandeinriss im Knie) müssen verletzungsbedingt passen. Dafür rückt Youngster Tim Welker zum ersten Mal in dieser Spielzeit in den Profikader.



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Die Hamburger blieben bisher hinter den Erwartungen zurück, erst ein Sieg und sechs Punkte stehen zu Buche. Nach der Niederlage beim FSV Frankfurt soll mit Unterstützung der heimischen Fans die Wiedergutmachung erfolgen. Es ist immer ein Highlight, am Millerntor aufzulaufen. "Die Fans werden uns pushen und hinter uns stehen", freut sich Dennis Daube. Sollte der Knoten vor dem gegnerischen Tor nämlich platzen, könne man "eine Serie hinlegen". Dafür sei Entschlossenheit ein wichtiger Faktor, so der Mittelfeldspieler. Aus 85 Torschüssen resultierten bislang vier Treffer für die "Kiezkicker" - stark ausbaufähig.

Die Aufsteiger aus Aalen - mit drei Siegen und drei Niederlagen ordentlich gestartet - sind heiß auf die Partie in "einer der Kultstätten des deutschen Fußballs". Und pünktlich zur Partie verbesserte sich noch die Personalsituation beim VfR. Zumindest Benjamin Hübner hat seine Oberschenkelprellung aus dem Spiel gegen Aue gut weggesteckt und dürfte fit sein. Bei Tim Kister (Syndesmosebandzerrung) hingegen prognostiziert die medizinische Abteilung eine rund zweiwöchige Zwangspause. Nichtsdestotrotz wollen die Aalener nach dem ersten Heimsieg in der 2. Bundesliga am vergangenen Freitag auch in Hamburg ein unangenehmer Gegner sein. "St. Pauli ist nicht nach Wunsch in die Saison gestartet. Wir haben die Auftritte natürlich genau analysiert und wollen dafür sorgen, dass der Knopf beim Gegner auch gegen uns noch zubleibt", so Trainer Ralph Hasenhüttl.



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Nach nur drei Tagen Ruhephase geht es für Sandhausen gegen Mitaufsteiger Regensburg weiter. "Nach der Vorstellung in Paderborn mit der gerechten Niederlage bin ich froh, dass sich die Mannschaft sofort rehabilitieren kann", gewinnt Trainer Gerd Dais der englischen Woche auch etwas Positives ab, warnt aber seine Truppe: "Der Gegner darf nicht unterschätzt und an der momentanen Tabellensituation gemessen werden." Mögliche Veränderungen in der Anfangsformation wollte Dais für das "Kampfspiel" noch nicht nennen. Nicht zur Verfügung stehen wie schon in den vergangenen Wochen Tim Danneberg, Regis Dorn, Nicky Adler, Nico Klotz und Alexander Riemann. Der Rest ist einsatzfähig.

Nachdem die starke Leistung des Jahn zuletzt gegen Cottbus (0:1) nicht belohnt wurde, sollen für die Elf von Oscar Corrochano nun wieder Punkte her. "Wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können. Jetzt müssen wir unbedingt punkten, egal wie. Alles andere zählt und interessiert uns im Moment nicht", sagt Andre Laurito. In der vergangenen Saison musste der Jahn in Sandhausen am 9. Spieltag die erste Saisonniederlage hinnehmen, insgesamt spricht die Bilanz leicht für den SVS (4 Siege, 4 Unentschieden und 2 Jahn-Erfolge). Regensburg muss erneut die Ausfälle von Thomas Kurz, Benedikt Schmid und Philipp Ziereis kompensieren. "Ich hoffe, dass sich das Blatt in Sandhausen endlich wendet. Die Mannschaft muss am Dienstag mit einer 'Jetzt erst recht'-Einstellung aus der Kabine gehen", so Corrochano.



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