Ingolstadt - Der Höhenflug des FC Ingolstadt 04 ist direkt mit einem Namen verbunden: Marvin Matip. Der erfahrene Abwehrmann spielt eine herausragende Saison und gehört zu den Besten der 2. Bundesliga. So könnte er sich sogar noch einen großen Traum erfüllen.

Es hätte alles so schön sein können. Bis zum 7. März der vergangenen Saison hatte Marvin Matip alle Möglichkeiten, sich seinen großen Traum zu erfüllen: die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Dann aber der Schock. Der mittlerweile 29-Jährige brach sich im Spiel gegen Union Berlin das Schlüsselbein. Nichts war es mit einer Berufung in das Nationalteam der "unbezwingbaren Löwen" aus Kamerun. Deren Trainer Volker Finke setzte in Brasilien auf nur einen Matip, Marvins Bruder Joel in Diensten des FC Schalke 04. Für Marvin blieben nur: Daumen drücken und auf Weltreise gehen.

Ausgeprägter Kampfeswille

Dass Marvin Matip daran nicht verzweifelte, ist seinem enorm ausgeprägten Kampfeswillen zuzuschreiben. Schon direkt nach dem WM-Aus verkündete er, dass er sich "mit guten Leistungen in Ingolstadt" noch einmal für die Auswahl der Afrikaner empfehlen möchte. Bislang hat das leider nicht geklappt, und das, obwohl er mit seinen Schanzern derzeit einen beeindruckenden Höhenflug erlebt. Überlegen führen die Bayern die 2. Bundesliga an, mittlerweile hat sich sogar deren Trainer Ralph Hasenhüttl zu einem klaren Statement in Sachen Bundesliga-Aufstieg durchgerungen. Marvin Matip darf in der Winterpause also wieder träumen - diesmal von der Bundesliga.

 

 

Seine Topfakten: 

  • Marvin Matip ist Kapitän des Tabellenführers und der zweikampfstärkste Spieler der 2. Bundesliga.

  • Er verpasste keine Spielminute an den ersten 19 Spieltagen.

 

Führunsspieler der Überraschungstruppe

Der ungeahnte Erfolg der Ingolstädter ist maßgeblich mit dem Namen Marvin Matip verbunden. Längst hat sich der Sohn einer deutschen Mutter und eines Vaters aus Kamerun als Kapitän der Schanzer zum Führungsspieler der Überraschungstruppe der 2. Liga gemausert. Der 29-Jährige ist aus dem in der Hinrunde so toll funktionierenden Defensivverbund nicht mehr wegzudenken. Matip absolvierte bislang alle 19 Einsätze und zeigte dabei famose Leistungen. Nur 14 Gegentreffer in diesen Partien sprechen eine eindeutige Sprache.

Matip profitiert in dieser Spielzeit von seiner großen Erfahrung und seiner körperlichen Fitness. Endlich einmal ist er über einen längeren Zeitraum verletzungsfrei geblieben und so in einem perfekten Rhythmus. Kein Wunder, dass der Innenverteidiger zu den zweikampfstärksten Profis der 2. Bundesliga zu zählen ist.

Der Ex-Kölner, Ex-Bochumer und Ex-Karlsruher durchlebt derzeit eine der besten Phasen seiner Karriere. Hinzu kommt, dass er sich in Ingolstadt pudelwohl fühlt und fest im starken Gemeinschaftsgefühl des Spitzenreiters verankert ist. "Wir haben einfach richtig Bock darauf, Fußball zu spielen. Und unser Zusammenhalt ist riesig. Keiner murrt, jeder gönnt dem anderen den Erfolg", so Matip unlängst. "Wenn wir das beibehalten, können wir auch oben bleiben."

Erinnerungen an den 1. FC Köln

In diesen erfolgreichen Zeiten mit den Ingolstädtern werden bei Matip Erinnerungen wach - und zwar an seine Zeit beim 1. FC Köln, mit dem er 2008 in die Bundesliga aufgestiegen ist. "Was ich jetzt erlebe, kommt dem sehr nahe", sagt Ingolstadts Nummer 34. Mit einem satten Punktepolster gehen die Ingolstädter nun in die Winterpause und nichts sieht danach aus, als würden die Kicker von der Donau im neuen Jahr einen Einbruch erleiden.

Es läuft perfekt für Marvin Matip. Während sich sein Bruder Joel gerade von einem Fußbruch erholt, erlebt er noch einmal alle Vorzüge des Fußballer-Daseins. Und wer weiß: Schaffen die Ingolstädter am Ende wirklich den sensationellen Aufstieg, dann könnte sich der Traum von den "unbezwingbaren Löwen" vielleicht doch noch erfüllen. Verdient hätte es sich Matip.

Jens Fischer