Kaiserslautern - Es ist eine typische Fußballer-Geschichte unter der Überschrift: "Der verlorene Sohn kehrt zurück." Srdjan Lakic ist nach langen Jahren der vergeblichen Suche nach dem Glück in der Fremde nun wieder Kapitän beim 1. FC Kaiserslautern – jenem Klub also, den er einst mit seinen Toren in die erste Liga schoss, bevor der Stürmer dem Lockruf des VfL Wolfsburg erlag.

Der mittlerweile 31 Jahre alte Lakic hat sich im zweiten Anlauf seinem Herzensklub voll verschrieben. Auf seiner Reise durch die Bundesliga über Wolfsburg, Hoffenheim und Frankfurt wurde er nicht glücklich. "Ich bin froh, wieder hier zu sein", betont Lakic immer wieder. In Kaiserslautern gelang dem Torjäger aus Kroatien der Durchbruch in Deutschland.

Zweieinhalb schwierige Jahre

Der kopfball- und willensstarke Profi benötigte nach seiner Rückkehr im Januar 2014 und nach seiner zweieinhalbjährigen Odyssee mit vielen Enttäuschungen und Verletzungen aber auch ein halbes Jahr, um sich wieder in Form zu  bringen. Doch mittlerweile hat er sich wieder den Respekt der Fans in der Westkurve erarbeitet, die Anfeuerungen "Lakic, Lakic" hört man wieder beim FCK. Das war nach seiner Wechselankündigung im Winter 2010/11 nicht so, als sich Lakic in Wolfsburg mit dem VfL-Trikot ablichten ließ.

Nach elf Toren in der Vorrunde fiel er wegen dieser Aktion nicht nur  in der Gunst der Lauterer Fans, sondern rutschte vorübergehend auch in eine sportliche Krise. Wobei er am Ende der Saison wieder traf und so half, den Klassenerhalt wieder zu schaffen. Bitter für Lautern: Der Klub wurde mit seinem Nachfolger Itay Shechter aus Israel nicht glücklich und stieg eine Jahr später ab. Nun kämpft Lakic wieder mit einer jüngeren, entwicklungsfähigen Mannschaft um den Erstligaaufstieg.

Aufstieg zur Nummer 1 der FCK-Stürmer

Dabei wirkt für die Elf und Lakic der Weggang von Mohamadou Idrissou befreiend. Nun wird Fußball gespielt im Mittelfeld und nicht nur der hünenhafte Stoßstürmer im Angriffszentrum mit langen Bällen gesucht.

Und da auch Simon Zoller den FCK verlassen hat, stieg Lakic in der Stürmer-Hierarchie zur Nummer 1 auf. FCK-Trainer Kosta Runjaic machte den Kroaten zum Kapitän und Lakic zahlt es ihm mit Toren und Einsatz zurück. Schon fünf Tore in der Liga stehen in dieser Saison in seiner Statistik. Doch auch in diesem Jahr ist die Konkurrenz groß. U21-Nationalspieler Philipp Hofmann trifft regelmäßig, wie er vergangenen Dienstag beim 2:0 Pokal-Erfolg gegen Fürth mit zwei Toren bewies.

Der FCK und Lakic haben sich wieder gefunden

Aber auch vom Montenegriner Stefan Mugosa hält Trainer Runjaic viel und auch Talent Sebastian Jacob entwickelt sich positiv. Momentan plagt Lakic eine alte Rückenverletzung, sein Einsatz beim Spitzenspiel am Montag bei RB Leipzig ist gefährdet. Lakic versteht sich auf und auch neben dem Platz als Teamplayer. "Ich versuche den jungen Spielern zu helfen", sagt er bei aller Konkurrenz.

Grundsätzlich kann sich Trainer Runjaic auch ein System mit zwei Spitzen vorstellen, bislang sah er aber keinen Grund, von der üblichen 4-2-3-1- Formation abzuweichen. Srdjan Lakic hat es ja gut gemacht. Und wenn der Routinier ausfällt, hat Trainer Runjaic auch gute Alternativen. Der FCK und Srdjan Lakic haben wieder zueinander gefunden.

Tobias Schächter

Weitere Typen der 2. Bundesliga:

Dominik Stroh-Engel vom SV Darmstadt 98

Lukas Hinterseer vom FC Ingolstadt 04

Joel Pohjanpalo von Fortuna Düsseldorf