"Die Fortuna, die Fortuna, die Fortuna ist wieder da!" So hallte es am 23. Mai 2009 durchs weite Rund der LTU arena. Lange war es nämlich sehr still geworden um Düsseldorf - im Zusammenhang mit Bundesliga-Fußball.

Doch die zehnjährige Leidenszeit des Traditionsvereins und all seiner Anhänger ist seit diesem Samstag im Mai vorüber. Fortuna Düsseldorf mischt nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga wieder mit im deutschen Profigeschäft.

Kein unbeschriebener Fleck

Auch wenn die Fortuna zwar auf der Fußball-Landkarte kein unbeschriebener Fleck ist, ist sie vielleicht in all den unterklassigen Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten. bundesliga.de schafft Abhilfe und präsentiert Wissenswertes rund um die alte Bekannte!

Ursprung

Am 5. Mai 1895 wurde der Turnverein Flingern 1895 gegründet. Im Mai 1911 wurde der Fußballclub Alemania 1911 gegründet und wenig später in Fußballclub Fortuna 1911 umbenannt. Mitte 1913 schloss er sich mit dem am 1. Mai 1908 gegründeten Düsseldorfer Fußballclub Spielverein zum Düsseldorfer Fußballclub Fortuna 1911 zusammen. Dieser wiederum fusionierte am 15. November 1919 mit dem Turnverein Flingern 1895 zum Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895. Fortuna steht hier jedoch nicht für die gleichnamige Glücksgöttin, sondern für ein Pferdefuhrwerk einer Brotfabrik namens Fortuna.

Deutscher Meister 1933

Am 11. Juni 1933 wurde Düsseldorf Deutscher Meister. Die Fortuna setzte sich im Meisterschaftsendspiel, das bezeichnenderweise im "Feindesland" - dem Müngersdorfer Stadion in Köln - stattfand, mit 3:0 gegen den FC Schalke 04 durch. Die Tore erzielten Felix Zwolanowski, Paul Mehl und Georg Hochgesang. Zuvor bezwang man die Teams von Rasensport Gleiwitz, Arminia Hannover und Eintracht Frankfurt.

Doppel-Pokalsieger

1979 und 1980 wurde Fortuna Düsseldorf zwei Mal in Folge DFB-Pokalsieger. 1978 war die Fortuna dem Deutschen Meister 1. FC Köln im Finale noch mit 0:2 unterlegen. Der DFB-Pokal-Triumph 1979 war Düsseldorfs erster Sieg im sechsten Finale nach den Niederlagen 1937, 1957, 1958, 1962 und dem Vorjahr. 1980 verteidigte Düsseldorf den DFB-Pokal. Es war der erste Titel für Otto Rehhagel.

Die Allofs-Brüder

Klaus, der ältere der beiden gebürtigen Düsseldorfer, begann seine Profikarriere in der Saison 1975/76 bei der Fortuna. Thomas wechselte 1978 von einem Vorstadtverein zum Club. Jahrelang bildeten die Allofs-Brüder ein erfolgreiches Sturmduo und erzielten gemeinsam 128 Tore für die "Rot-Weißen", zu denen Thomas am Karriereende (1990 - 92) zurückkehrte. Nach dem Ende seiner Spielerlaufbahn arbeitete Klaus, der heutige Geschäftsführer von Werder Bremen, kurzzeitig als Trainer der Fortuna.

Weltmeister-Torwart

Toni Turek schaffte 1950 als Spieler von Fortuna Düsseldorf den Sprung ins Nationaltor. Vier Jahre später wurde er mit Deutschland in Bern Weltmeister. Insbesondere in der zweiten Halbzeit des Finales gegen Ungarn (3:2) wurde er durch seine Paraden zur Torwartlegende, Hörfunkreporter Herbert Zimmermann nannte ihn "Teufelskerl" und "Fußballgott". Da er beim 3:8 in der Vorrunde gegen Ungarn nicht eingesetzt wurde, ist er der einzige deutsche WM-Stammtorhüter, der kein WM-Spiel verloren hat.

Prominente Fans

Die Düsseldorfer Punkrocker "Die Toten Hosen" sind bekennde Anhänger der Fortuna und unterstützen ihren Verein seit vielen Jahren - am populärsten sicherlich durch das Trikotsponsoring mit dem Band-Emblem in zwei Spielzeiten Anfang des Jahrtausends. "Fortuna gehört zu Düsseldorf wie Altbier oder der Rhein. Gerade die letzten Spiele haben gezeigt, dass immer noch viele Leute an dem Verein hängen und F95 nicht sterben darf", begründete Sänger Campino damals das besondere Engagement.

Fan-Rivalitäten

Hauptrivale des Vereins ist der 1. FC Köln, was zum einen von der geographischen Nähe beider Clubs herrührt und zum anderen auf die traditionelle Rivalität der beiden Städte zurückzuführen ist. Die letzte Begegnung in einem Pflichtspiel fand 1999 in der 2. Bundesliga statt. Ein gewisses Spannungsverhältnis besteht ebenso zu Leverkusen, Wuppertal, Essen und zum FC Bayern München, gegen die die Punkband Die Toten Hosen im Jahr 2000 das Lied "Bayern" als Single veröffentlichten, in dem sie ihre Antipathien gegenüber Bayern München preisgaben.

Die verschiedenen Stadien

Das Paul-Janes-Stadion in Düsseldorf-Flingern war von 1930 bis 1972 und von Frühjahr 2002 bis 2005 die Heimspielstätte der Fortuna. Das vereinseigene Stadion aus dem Jahr 1930 trägt seit 1990 den Namen des langjährigen Düsseldorfer Fußballnationalspielers Paul Janes. Bis dahin hieß das Stadion "Flinger Broich". Nach Fertigstellung der LTU arena trug Fortuna Düsseldorf weiterhin jährlich bis zu drei Heimspiele im Paul-Janes-Stadion aus. Die LTU arena wird aber nun in die ESPRIT arena umbenannt.

Der Trainer Ristic

Nach dem Abstieg in die 2. Liga 1987 wurde Aleksandar Ristic neuer Trainer. "König Alex" war insgesamt neun Jahre bei der Fortuna. Bombons an Linienrichter oder der DTH-Song "Hier kommt Alex" prägten seine Zeit bei der Fortuna. 1989 gelang ihm der Wiederaufstieg. Nach einem Wortgefecht mit der Vereinsführung verließ er 1990 die Fortuna. Nach dem Absturz in die dritthöchste deutsche Spielklasse im Jahr 1992/93 verpflichtete man wieder Ristic, der den direkten Durchmarsch zurück in die 1. Liga schaffte. Der damalige Clubpräsident Jürgen Hauswald entließ Ristic in der Hinrunde der Saison 1996/97.

Die sportliche Konkurrenz in der Stadt

Mit dem Eishockey-Club DEG Metro Stars oder dem Handball-Verein HSG Düsseldorf bietet die Stadt sportliche Alternativen auf höchstem Niveau. Tennis hat die Stadt ebenfalls zu bieten. Der World Team Cup wird seit 1978 jährlich vom Düsseldorfer Rochusclub ausgerichtet und gehört zu den wichtigsten sportlichen Ereignissen im Raum Düsseldorf. Bis 2007 zählte auch das American-Football-Team Rhein Fire zur Attraktion der Sportstadt Düsseldorf. Nach der Saison 2007 entschieden die Clubbesitzer der NFL, die NFL Europe einzustellen.