München - Eintracht Braunschweig sorgt in der 2. Bundesliga weiter für Furore. Der Aufsteiger gewann bei Alemannia Aachen mit 2:0 (1:0) und verteidigte die Tabellenführung zumindest bis zum Montagabend mit sechs Zählern erfolgreich vor Energie Cottbus. Das brisante Ostderby zwischen den Aufsteigern Dynamo Dresden und Hansa Rostock endete 1:1 (0:0).

Auf dem Aachener Tivoli kaufte die Eintracht den Gastgebern über weite Strecken mit einer cleveren und couragierten Vorstellung den Schneid ab. Ein Eigentor von Mario Erb (15.) und ein Treffer von Marc Pfitzner (79.) bescherten dem Pokalgegner von Bayern München einen Traumstart. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat ruhig unsere Marschrichtung umgesetzt", sagte Trainer Torsten Lieberknecht.

Zum Abschluss des Spieltages am Montag (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) könnten aber Eintracht Frankfurt oder der FC St. Pauli mit einem Sieg und entsprechener Torausbeute im Bundesliga-Absteigerduell an Braunschweig vorbeiziehen.

Cottbus kampfstark - Duisburg trotzig

Erster Verfolger der Braunschweiger ist derzeit Energie Cottbus nach dem 2:1-Erfolg beim MSV Duisburg. Den Sieg bezahlte Cottbus allerdings teuer. Der inzwischen operierte Abwehrspieler Markus Brzenska riss sich kurz vor der Pause ohne Fremdeinwirkung die Achillessehne. "Nach der Verletzung von Markus konnten wir nur noch fighten. Am Ende haben wir den Sieg gerettet", meinte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz nach dem zweiten Saisonerfolg. Als Aufstiegskandidat sieht der 46-Jährige sein Team aber noch nicht: "Wir warten erst einmal ab, wie sich alles entwickelt."

Beim MSV herrscht dagegen Tristesse. Kein Sieg, kein Punkt, Platz 17 vor Schlusslicht Aachen - so lautet die enttäuschende Bilanz des Pokal-Finalisten nach zwei Spielen. Grund zur Panik sieht MSV-Keeper Florian Fromlowitz aber nicht: "Jetzt gilt es, den Mund abzuputzen und weiter geht's. Wir haben einfach noch zu viele individuelle Fehler gemacht."

1860 und Bochum erleichtert

1860 München hat einen Fehlstart in die neue Saison abgewendet. Nach dem enttäuschenden 1:3 zum Auftakt bei Braunschweig gewannen die "Löwen" das erste Heimspiel gegen den Karlsruher SC mit 2:1. "Die Erleichterung ist groß. Hätten wir nicht gewonnen, hätte es wieder gebrannt", sagte Siegtorschütze Stefan Aigner.

Auch Aufstiegs-Mitfavorit VfL Bochum wendete eine weitere Enttäuschung ab - dank Neuzugang Daniel Ginczek. Fünf Tage nach dem 0:2 bei Fortuna Düsseldorf erzielte die Leihgabe von Meister Borussia Dortmund in der 88. Minute den späten Siegtreffer zum 1:0 gegen den FSV Frankfurt. "Beim Tor hat man gesehen, dass wir Qualität auf der Bank haben. Es ist aber auch klar, dass wir uns noch steigern müssen", erklärte Bochums Trainer Friedhelm Funkel.

Rostock nicht konsequent

Düsseldorf verpasste unterdessen durch ein 1:1 beim SC Paderborn den perfekten Saisonstart, hat aber ebenso wie der Gegner vier Punkte auf dem Konto. Über ihren ersten Zähler freuten sich Dresden und Rostock. Im Duell der früheren DDR-Meister hatte Rostocks Björn Ziegenbein die Gäste mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 18 Metern in Führung gebracht (54.), ein Eigentor von Hansa-Schlussmann Kevin Müller (76.) rettete den Gastgebern einen Punkt. "Wir können mit dem Unentschieden leben. Ich ärgere mich aber, weil wir hätten gewinnen können, wenn wir unsere Chancen besser genutzt hätten", sagte Rostocks Trainer Peter Vollmann.

Einen Tag zum Vergessen erlebte der 1. FC Union Berlin. Im heimischen Stadion An der alten Försterei unterlag die Mannschaft von Uwe Neuhaus der SpVgg Greuther Fürth mit 0:4 (0:2) und vergab etliche Großchancen - unter anderem einen Foulelfmeter von Torsten Mattuschka (76.). "Die Effektivität bei der Chancenverwertung war der große Unterschied", haderte Neuhaus.

Der FC Ingolstadt bleibt derweil ohne Torerfolg. Beim 0:0 gegen Erzgebirge Aue reichte es für das Team von Trainer Benno Möhlmann aber immerhin zum ersten Punktgewinn.