Berlin - Seine vielen japanischen Fans müssen sich umstellen. Atsuto Uchida trägt ab jetzt nicht mehr königsblau, sondern rot-weiß, und die Internetseite des 1. FC Union Berlin ist anders als beim FC Schalke 04 auch noch nicht in japanischer Schrift übersetzt. Aber dafür werden die Fans ihren Liebling jetzt wieder häufiger auf dem Platz spielen sehen.

Der 29 Jahre alte Rechtsverteidiger, steigt nach sieben Jahren auf Schalke freiwillig in die 2. Bundesliga ab - und mit Union sofort wieder aufzusteigen. "Die Ambitionen des Vereins liegen klar auf der Hand", sagt Uchida: "Ich freue mich sehr darauf, die Aufgabe in Angriff zu nehmen und endlich wieder Fußball zu spielen."

Zweieinhalb Jahre ohne Bundesliga-Spiel

Wegen einer hartnäckigen Patellasehnenverletzung hatte der japanische Nationalspieler für Schalke seit zweieinhalb Jahren kein Bundesligaspiel mehr bestritten. In dieser Saison wollte der inzwischen beschwerdefreie Uchida bei den Knappen wieder angreifen, doch den Stammplatz als Rechtsverteidiger zurückzuerobern schien auf Schalke zu schwer, zumal es diese Position beim neuen Trainer Domenico Tedesco ohnehin nicht gibt.

Davon profitiert nun sein alter Trainer Jens Keller, der von 2012 bis 2014 auf Schalke gearbeitet hat. Uchida könnte mit seiner Erfahrung und seiner Spielintelligenz ein Trumpf im Aufstiegskampf sein.

Spielintelligenz als Trumpf

"Ich bin überzeugt davon, dass er uns noch stärker machen kann", sagt Helmut Schulte, Leiter der Lizenzspielerabteilung. Ob Uchida dem bislang gesetzten Rechtsverteidiger Christopher Trimmel den Platz wirklich streitig machen kann, wird sich zeigen. Zunächst dürfte sich der Mann mit 29 Champions-League-Einsätzen wohl mit Kurzeinsätzen begnügen müssen, um wieder in Spielrhythmus zu kommen.

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Der Vertrag ist zunächst bis Ende Juni 2018 befristet. Sollte der Deal für beide Seiten aufgehen und die mit sieben Punkten aus drei Spiele stark in die Saison gestarteten Berliner wie erhofft aufsteigen, steht einer Vertragsverlängerung nichts im Wege. 

Bei Union trifft "Uschi" auf ein ähnlich fußballverrücktes Umfeld wie auf Schalke, der Spielstil und die Mannschaftsführung von Trainer Keller sind dem Flügelspieler, der auf Schalke einst mit Jefferson Farfán ein kongeniales Duo bildete, bestens bekannt. Nur die japanischen Fans müssen sich etwas mehr umstellen.

SID