München - Geht es nach den Trainern, wird Spannung im Aufstiegskampf nicht zu den Reizen der kommenden Saison in der 2. Bundesliga gehören. Eintracht Frankfurt ist vor dem Start am Freitag haushoher Favorit. Das ergab eine Umfrage des Sport-Informations-Dienstes, bei der 15 von 18 Trainern den Bundesliga-Absteiger auf Platz 1 setzten.

Nur Rico Schmitt (Ergebirge Aue), Mike Büskens (SpVgg Greuther Fürth) und Eintrach-Trainer Armin Veh selbst wollten sich nicht festlegen. Gute Chancen werden auch dem VfL Bochum, MSV Duisburg und Fürth zugeschrieben - dem FC St. Pauli wird dagegen überraschend nur eine Außenseiterchance eingeräumt.

Defensivprobleme beim Topfavoriten

Die Eintracht geht das Projekt Wiederaufstieg selbstbewusst an. Trainer Veh ist überzeugt, dass sein Team an der riesigen Erwartungshaltung nicht zerbrechen wird: "Wir werden nicht verkrampfen, nur weil wir der Topfavorit sind." Die Vorfreude bei den Fans ist jedenfalls groß - der Club hat schon mehr als 22.000 Dauerkarten verkauft.

Und das Eintracht-Publikum kann sich auch in der 2. Bundesliga auf ansehnlichen Fußball freuen. Veh will mit seinem Team spielerisch überzeugen, schnell in die Spitze spielen lassen und technisch anspruchvolle Kombinationen bieten. "Wir spielen richtig guten Fußball", sagte Veh, "das passt schon."

Nur die Defensive bereitet ihm noch Kopfzerbrechen. "Ich habe Maik Franz verloren, Marco Russ wird wahrscheinlich gehen, Chris ist aus Verletzungsgründen nicht dabei. Ich muss eine komplette Abwehr umstellen", sagte Veh dem "kicker". Das dürfe man nicht unterschätzen.

Bochum nennt ein klares Ziel

Beim VfL Bochum sind die Verantwortlichen fest davon überzeugt, dass am Ende der Saison der siebte Aufstieg der Vereinsgeschichte gefeiert wird. "Wir haben hier eine ganz andere Ausgangssituation als vor einem Jahr", sagte Trainer Friedhelm Funkel, "hier ist etwas zusammengewachsen, und darauf werden wir aufbauen."

Der Frust nach der verpatzten Relegation gegen Borussia Mönchengladbach am Ende der vergangenen Saison ist neuem Optimismus gewichen. "Wir wollen unbedingt in die Bundesliga zurück", stellte der neue Sportdirektor Jens Todt klar. Er will verstärkt junge Talente in den Profikader integrieren.

"Gibt keinen Zauberer als Trainer"

Doch als reiner Ausbildungsbetrieb hat man im Kampf um den Sprung in die deutsche Eliteliga keine Chance. Da machen sich die Beteiligten nichts vor. "Es gibt keinen Zauberer als Trainer. Auch ich bin keiner, leider", sagte Veh, "deshalb ist entscheidend, welche Leute man holt."

Claus-Dieter Wollitz, Trainer von Energie Cottbus, ergänzte: "Ein hoher Etat ermöglicht eine hohe Qualität auch in der Breite - und es entscheidet nun mal oft Spiele, wenn ich den Unterschied einwechseln kann."