Der 1. FC Kaiserslautern und der FC St. Pauli bereichern ab der kommenden Saison wieder die deutsche Eliteliga. Ihnen zur Seite könnte der FC Augsburg stehen, der in zwei Relegationsspielen die Chance hat, ebenfalls noch den Aufstieg zu packen. Abschied müssen Rot Weiss Ahlen und TuS Koblenz nehmen, während Hansa Rostock noch die Hoffnung hat, bei siegreicher Relegation die Klasse zu halten.

Doch was bleibt jenseits der sportlichen Entscheidungen besonders in Erinnerung? bundesliga.de lässt die Saison 2009/10 noch einmal Revue passieren und präsentiert die breite Palette einer emotionsreichen Spielzeit.

Spieler der Saison: Michael Thurk

Der Augsburger Stürmer erlebte seinen dritten Frühling und gewann mit 23 Toren souverän die Torjägerkrone der 2. Bundesliga. Die Formkurve des bald 34-Jährigen zeigte bisweilen so weit nach oben, dass ihn mancher sogar als WM-Kandidat für Südafrika sah. "Wenn ich Bundestrainer wäre, würde ich ihn mitnehmen", sagte der mittlerweile entlassene Bielefeld-Trainer Thomas Gerstner, nachdem Thurk der Arminia zwei Treffer eingeschenkt hatte. Nach der Saison düst der Angreifer zwar nach Afrika - allerdings, um sich in Ägypten zu entspannen. Die Reiserücktrittsversicherung wird er dabei nicht in Anspruch nehmen müssen - zumindest nicht für eine Umbuchung nach Südafrika...

Trainer der Saison: Holger Stanislawski

Mit dem FC St. Pauli gelang es Stanislawski, innerhalb von drei Jahren von der Regionalliga in die Bundesliga aufzusteigen - mit teils ungewöhnlichen Motivationstechniken. Im "Hamburger Abendblatt" beschreibt er die "Unwetter-Taktik": "Die Jungs müssen die Augen schließen und wir schalten den Ghetto-Blaster an. Dann lese ich die Aufstellung vor und anschließend einen Text: 'Am Anfang war die Eiszeit. Eine Sturmflut für die letzten Spiele. Wie ein Hurricane werden wir über den Platz fegen. Mit Blitz und Donner wird es heute beim Gegner einschlagen. Über die Außenbahnen werden wir mit einer Flutwelle über den Gegner kommen.' Klar, dass die Gegner bei diesem Endzeit-Szenario eingeschüchtert sind...

Mannschaft der Saison: 1. FC Kaiserslautern

Mit einer nicht für möglich gehaltenen Konstanz schaffte der 1. FC Kaiserslautern die Rückkehr in die Bundesliga. Angeführt von Trainer Marco Kurz übernahmen die "Roten Teufel" am 13. Spieltag die Tabellenführung und gaben sie bis zum Schluss nicht mehr her. Dabei war der FCK noch vor zwei Jahren nur knapp dem Abstieg in die 3. Liga entkommen. Kurz gelang es, talentierte Spieler wie Erik Jendrisek, Sidney Sam, Martin Amedick oder Alexander Bugera zu einer verschworenen Einheit zu formen. Den Sicherheitsfußball der vergangenen Spielzeit ersetzte er durch einen Tempofußball, bei dem Ballkontrolle und Dominanz im Mittelpunkt stehen. Der "Betze" brennt wieder!

Aufholjagd der Saison: FSV Frankfurt

The same procedure as last year: 13 Zähler hatte der FSV Frankfurt in der Vorsaison auf dem Konto, um am Ende mit 38 Zählern den Hals doch noch aus der Schlinge zu ziehen. Die gleiche Punktzahl wiesen die Hessen auch dieses Mal vor der Winterpause auf - warum also nervös werden? Die Elf von Trainer Hans-Jürgen Boysen, der nach dem 8. Spieltag Tomas Oral ablöste, marschierte abermals durch die Rückrunde und landete erneut auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz. Als Volltreffer erwies sich Boysens Entscheidung, im Angriff auf Cidimar zu setzen und den in der Vorrunde besten Torschützen Matias Esteban Cenci ziehen zu lassen. Cidimar trug mit neun Treffern wesentlich zum Klassenerhalt bei.

Dauerbrenner der Saison: Die FCK-Abwehr

Dass vier Spieler einer Mannschaft in 28 Spieltagen Saison keine einzige Minute verpassen, ist schon außergewöhnlich. Dass es sich sogar um die komplette Vierer-Abwehrkette eines einzigen Clubs handelt, ist wohl einzigartig. Die Lauterer Alexander Bugera, Rodnei, Martin Amedick und Florian Dick spielten bis zu eben jenem 29. März jede einzelne Zweitligapartie von Anfang bis zum Ende durch, ehe die fünfte Gelbe Karte von Dick den Riegel erstmals sprengte. Kein Wunder, dass sich die Gegner an dem eingespielten Quartett zumeist die Zähne ausbissen: Mit 28 Gegentreffern haben die "Roten Teufel" die stabilste Abwehr der deutschen Profiligen. Nebenbei erzielten die vier Verteidiger noch insgesamt zehn Treffer. Prädikat: erstligareif!

Senkrechtstarter der Saison: Christopher Nöthe

In seiner ersten Saison bei der SpVgg Greuther Fürth trumpfte der 22-Jährige groß auf. 15 Tore und vier Assists standen für ihn am Ende zu Buche. Dass es im Frankenland so glatt laufen würde, hatte Nöthe bereits in der vergangenen Rückrunde angedeut. Bei Rot-Weiß Oberhausen musste der Stürmer nach einer schweren Schulterverletzung sechs Monate pausieren und durfte wochenlang nur im Sitzen schlafen. Nöthe bewies Kämpferqualitäten, pirschte sich wieder an die Manschaft heran - und traf in 14 Einsätzen immerhin noch fünf Mal. Dass er nun seine Quote deutlich steigerte, ist ihm eine Genugtuung: "Die Saison ist für mich gut gelaufen." Das Wichtigste? "Dass ich ohne große Verletzungen durchgekommen bin!"

Pechvogel der Saison: Matthias Langkamp

Wenn es nach Matthias Langkamp ginge, würde er die abgeschlossene Saison wohl am liebsten aus dem Kalender streichen. Nach Problemen an beiden Achillessehnen, die nur neun Spiele in der Hinrunde zuließen, kam der KSC-Verteidiger Anfang Dezember 2009 in Basel unters Messer. Der 26-Jährige schuftete anschließend für sein Comeback, kämpfte sich wieder heran und feierte seinen zweiten Kurzeinsatz im Spiel gegen Koblenz. Kaum stand er auf dem Platz, verursachte Langkamp einen Foulelfmeter - doch es kam noch schlimmer: Der Abwehrspieler verletzte sich in einem Zweikampf so schwer an der Schulter, dass er erneut operiert werden musste und bis zum Saisonende nicht mehr zum Einsatz kam. Sein Motto für 2010/11: Schlimmer kann's nicht werden...


Zusammengestellt von Johannes Fischer