Im Stadtderby zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli ging es zuletzt ordentlich zur Sache - © Oliver Ruhnke via www.imago-images.de/imago images/Oliver Ruhnke
Im Stadtderby zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli ging es zuletzt ordentlich zur Sache - © Oliver Ruhnke via www.imago-images.de/imago images/Oliver Ruhnke
2. Bundesliga

2. Bundesliga: Zehn Top-Duelle der Hinrunde 2020/21

Am 18. September startet die neue Saison der 2. Bundesliga! Und jetzt ist bekannt, wann sich die Fans wieder auf prestigeträchtige Partien und umkämpfte Derbys freuen können. Wir werfen schon einmal einen Blick voraus auf die zehn Top-Duelle der Hinrunde.

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3. Spieltag: Hannover 96 - Eintracht Braunschweig

In diesem Jahrtausend spielen Hannover 96 und Nachbar Eintracht Braunschweig erst zum dritten Mal in der gleichen Spielklasse – zuvor war dies seit der Jahrtausendwende nur 2013/14 in der Bundesliga und zuletzt 2016/17 in der 2. Bundesliga der Fall. 2016/17 kämpften beide Teams um den Bundesliga-Aufstieg und am Ende hatte Hannover knapp die Nase vorn: Hinter Stuttgart stieg 96 als Tabellenzweiter in die Bundesliga auf, dabei wurde Braunschweig erst am 33. Spieltag von Hannover von Rang zwei verdrängt, und die Eintracht scheiterte anschließend in der Relegation am VfL Wolfsburg.

In Erinnerung dürfte vielen Fans noch das Regionalliga-Spitzenspiel am 7. Mai 1998 sein. Gerald Asamoah ließ beim 1:0-Sieg in Braunschweig am vorletzten Spieltag die Aufstiegsträume der Heimelf platzen und legte den Grundstein dafür, dass Hannover 96 zunächst den Sprung in die Relegationsspiele gegen TeBe Berlin und es dort in die 2. Bundesliga schaffte.

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3. Spieltag: 1. FC Nürnberg – SV Darmstadt 98

In dem Duell sind Treffer beinahe garantiert: In 18 Zweitliga-Duellen zwischen beiden Teams fielen 61 Tore, also knapp alle 27 Minuten eines. Das torreichste Duell war dabei ein 6:4-Erfolg des 1. FC Nürnberg in der Saison 1977/78, dabei verwandelte der Clubberer Horst Weyerich unter anderem gleich drei Elfmeter. Die Gesamtbilanz in diesen Pflichtspielen (acht FCN-Siege, acht Remis und sieben Lilien-Erfolge) spricht wie auch die Bilanz in der 2. Bundesliga (6-7-5) knapp für Nürnberg.

In den 18 Zweitliga-Duellen kassierte Nürnberg gegen Darmstadt 98 30 Gegentreffer – so viele wie in der 2. Bundesliga gegen kein anderen Verein. In allen 23 Pflichtspielen im Profibereich zwischen Darmstadt und Nürnberg fiel mindestens ein Tor. Vier Mal ging es im Profifußball in der Bundesliga gegeneinander, 18 Mal in der 2. Bundesliga und einmal im DFB-Pokal (1975 siegten die Lilien hier nach Verlängerung).

>>> Der Sommerfahrplan der 2. Bundesliga

5. Spieltag: Hannover 96 – Fortuna Düsseldorf

Böse Erinnerungen: In der Bundesliga-Saison 2012/13 war Fortuna Düsseldorf durch ein 0:3 in Hannover am letzten Spieltag noch auf einen Abstiegsplatz gerutscht (von Rang 15 auf 17), da parallel die Konkurrenz Hoffenheim und Augsburg jeweils gewann. Düsseldorf stieg in der vergangenen Saison aus der Bundesliga ab, Hannover 96 hatte sich ein Jahr zuvor aus der Bundesliga verabschiedet. In der 2. Bundesliga hat die Fortuna eine knapp negative Bilanz gegen Hannover (zwei Siege, drei Remis, drei Niederlagen), in der Bundesliga gewann Düsseldorf hingegen über 60 % der Partien gegen die Niedersachsen (zehn Siege bei zwei Remis und vier Niederlagen).

Dabei ist das Duell eines mit Torgarantie: 0:0 trennten sich beide Vereine bisher weder in der 2. noch in der 1. Bundesliga. Auch auf ihn kommt es also an: 96-Torjäger Marvin Ducksch trifft auf seinen Ex-Club. Bei der Fortuna war er aber lange nicht so treffsicher wie in Hannover, traf 2018/19 in 16 Bundesliga-Partien nur einmal für die Rheinländer.

>>> 2. Bundesliga: Die Zahlen der Saison 2019/20

6. Spieltag: Hamburger SV - FC St. Pauli

In der 2. Bundesliga schaut die Bilanz für den Kiezclub wesentlich freundlicher aus als in der Bundesliga. Während der FC St. Pauli in der Bundesliga nur zwei von 16 Partien gegen den Hamburger SV gewann (sechs Remis, acht Niederlagen), ist die Bilanz in den vier Zweitliga-Duellen positiv (zwei Siege, je ein Remis und Niederlage). 2019/20 gewannen die Kiezkicker erstmals seit 66 Jahren in einer Saison beide Stadt-Derbys gegen den HSV (jeweils 2:0)! Das gelang St. Pauli zuletzt 1953/54 in der Oberliga Nord (damals 2:0 auswärts und 3:0 daheim).

Historisch liegt der HSV in der Derby-Bilanz aber immer noch deutlich vorne: In 103 Pflichtspielduellen zwischen beiden Vereinen gab es erst 20 Siege für St. Pauli, der HSV gewann schon 68 Mal. Aber in der jüngeren Derby-Geschichte sehen die Zahlen anders aus: In den letzten sechs Begegnungen gab es nur einen HSV-Erfolg, aber drei Siege für St. Pauli, das zudem in den Auswärtsspielen beim Stadtnachbarn mit großer Defensivstärke zu glänzen wusste: Im Volkspark ist St. Pauli seit 308 Pflichtspielminuten, also seit über fünf Stunden, ohne Gegentor.

Im Frankenderby zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg wird es auch 2020/21 wieder hoch hergehen - Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

9. Spieltag: 1. FC Nürnberg – SpVgg Greuther Fürth

Das Franken-Derby ist das am häufigsten ausgetragene Derby in Deutschland. In 266 (!) Begegnungen hatte meist der 1. FC Nürnberg die Nase vorn: 139 mal ging der Club als Sieger vom Platz, 78 Mal siegten die Fürther, 49 Mal spielten die beiden Vereine remis. Inzwischen begegnen sich die beiden Traditionsvereine in der 2. Bundesliga, doch Nürnberg (9) und Fürth (3) holten insgesamt ein Dutzend Titel.

Besonders erfolgreich waren die beiden Teams in den 1920er Jahren: Am 21. April 1924 feierte die deutsche Nationalmannschaft ihren ersten Sieg gegen die Niederlande (1:0 in Amsterdam). Kurios: Das Team bestand ausschließlich aus Nürnberger und Fürther Spielern - die waren sich so spinnefeind, dass sie auf der Zugfahrt in unterschiedlichen Abteilen saßen und auch in der Umkleidekabine kein Wort miteinander wechselten. Inzwischen sind die Wogen selbstverständlich geglättet.

>>> Die 2. Bundesliga 2020/21: Ausgeglichen wie nie

9. Spieltag: 1. FC Heidenheim - Hamburger SV

Die Erinnerungen an den 1. FC Heidenheim und die vergangene Spielzeit verheißen nichts Gutes für den Hamburger SV: Wie sonst nur gegen den Stadtrivalen St. Pauli holte der HSV 2019/20 gegen Heidenheim keinen einzigen Punkt. Durch ein dramatisches 2:1 am 33. Spieltag verdrängte Heidenheim den HSV letzte Saison vom Relegationsrang. Bis zur 80. Minute führte der HSV dank Joel Pohjanpalo, ehe zunächst Jordan Beyer ins eigene Netz traf und Joker Konstantin Kerschbaumer in der 5. Minute der Nachspielzeit den umjubelten FCH-Siegtreffer markierte.

>>> Heidenheim sammelt Kräfte und will wieder angreifen

Alle vier Pflichtspiel-Duelle beider Teams fanden in der 2. Bundesliga statt (2018/19 und 2019/20) und dank der beiden Erfolge in der letzte Saison hat Heidenheim eine positive Bilanz (zwei Siege, je ein Remis und eine Niederlage). In 360 Minuten zwischen Heidenheim und dem HSV fielen 13 Tore, im Schnitt also alle 28 Minuten eins. Elf der 13 Treffer bei dieser Partie fielen nach dem Seitenwechsel, neun sogar erst ab der 64. Minute.

>>> Offizieller Bundesliga-Transfermarkt der 2. Bundesliga: Alle Wechsel der Clubs

11. Spieltag: VfL Bochum - SC Paderborn 07

Die Ostwestfalen sind den Bochumern noch zu Dank verpflichtet: Im letzten gemeinsamen Zweitligajahr 2018/19 stieg der SC Paderborn auch dank Bochum in die Bundesliga auf, da der VfL Bochum am letzten Spieltag Union Berlin ein Unentschieden abrang und der SCP trotz gleichzeitiger Niederlage in Dresden dadurch auf Rang zwei blieb. Mit 20 Punkten stieg Paderborn dann aber doch sofort wieder aus der Bundesliga ab – Bochum holte 2019/20 in der zweithöchsten Spielklasse alleine in der für den Revierclub sehr erfolgreichen Rückrunde sechs Zähler mehr (26) als der SCP in der gesamten Saison.

Bochum spielte zuletzt 2009/10 erstklassig, der SCP durfte seit dem vergangenen Bundesliga-Jahr des VfL immerhin zweimal in der Bundesliga mitmischen (2014/15 und 2019/20 jeweils gleich wieder abgestiegen). In insgesamt 14 Zweitligaduellen gab es sechs VfL-Siege sowie je vier Remis und vier Niederlagen (bei 24:20 Toren). Die beiden aktuellen Trainer Steffen Baumgart und Thomas Reis standen sich als Spieler drei Mal in der Bundesliga gegenüber, dabei feierten beide bei einem Remis jeweils einen Sieg.

Schnelles Wiedersehen: Würzburg und Braunschweig stiegen gemeinsam in die 2. Bundesliga auf - Julien Becker via www.imago-images.de/imago images/HMB-Media

14. Spieltag: Fortuna Düsseldorf - SC Paderborn 07

Das Duell der Bundesliga-Absteiger: Paderborn verbuchte in den insgesamt 20 Pflichtspielen gegen die Fortuna (Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga und Regionalliga) mehr als doppelt so viele Siege (7) wie Niederlagen (3). Die Hälfte der 20 Duelle endete dementsprechend unentschieden (10). Mit Fortuna Düsseldorf verbinden die Ostwestfalen einen Liga-Rekord: Der 6:1-Erfolg am 26. Oktober 2013 in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen war Paderborns höchster Auswärtssieg in der 2. Bundesliga.

15. Spieltag: 1. FC Nürnberg - Hamburger SV

In der 2. Bundesliga trafen Nürnberg und der HSV letzte Saison erstmals aufeinander und dabei gewannen die Hamburger jeweils deutlich (4:0 in Nürnberg und 4:1 im Volksparkstadion). Neben diesen beiden Zweitligaduellen trafen der Club und der HSV seit Bundesliga-Gründung noch 64 Mal im Oberhaus und drei Mal im DFB-Pokal aufeinander - das macht also 69 Pflichtspielduelle seit 1963.

Die Bilanz spricht dabei klar für die Hanseaten: In 69 Pflichtspielen seit 1963 gab es 37 HSV-Siege, 16 Remis und 16 Club-Siege (bei 139:80 Toren). Zuletzt feierten die Hanseaten fünf Pflichtspielsiege in Serie gegen Nürnberg: Neben den beiden Zweitligaduellen vergangene Saison gab es 2018/19 einen Pokalerfolg im Achtelfinale gegen die Franken (1:0) und im letzten gemeinsamen Erstligajahr 2013/14 gewann der HSV beide Spiele (2:1, 5:0).

>>> Eintracht Braunschweig will sich etablieren

16. Spieltag: FC Würzburger Kickers – Eintracht Braunschweig

Eintracht Braunschweig und die Würzburger Kickers stiegen letzte Saison gemeinsam mit jeweils 64 Punkten in die 2. Bundesliga auf, dabei lagen die Kickers aufgrund der besseren Tordifferenz vor den Niedersachsen. Im letztjährigen Aufstiegsjahr gewann jeweils die Heimmannschaft bei dieser Partie (5:2 der Eintracht, 3:1 der Kickers).

Insgesamt trafen beide Teams in acht Pflichtspielen aufeinander (je zwei in der 2. Bundesliga und im DFB-Pokal sowie vier in der 3. Liga), dabei hat die Eintracht knapp die Nase vorn (drei Siege, drei Remis, zwei Niederlagen).

>>> Würzburger Kickers: Mit Kampf und Wille in die 2. Bundesliga

Orhan Ademi war 2017/18 und 2018/19 mit elf bzw. zwölf Treffern Würzburgs bester Torschütze, kehrte dann im Sommer 2019 zur Eintracht zurück, wo er jedoch zumeist auf der Bank Platz nehmen musste und nur zwei Treffer zum Aufstieg beisteuerte. Mit Fabio Kaufmann wechselte der letztjährige Topscorer der Kickers (14 Tore, 15 Assists) diesen Sommer nach Braunschweig.