München - Zum Auftakt des 9. Spieltags in der 2. Bundesliga steigt im Berliner Olympiastadion das Spitzenspiel - Hertha BSC empfängt die noch unbezwungenen "Löwen" vom TSV 1860 München. Am Millerntor will sich der FC St. Pauli gegen Union Berlin aus dem Keller befreien - allerdings noch ohne den neuen Trainer Michael Frontzeck, der erst am Samstag offiziell vorgestellt wird.

Im dritten Freitagsspiel gastiert der SC Paderborn am Bornheimer Hang beim FSV Frankfurt (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Glaubt man der Statistik, spricht alles für die Gäste aus München. In der 2. Bundesliga gewannen die "Löwen" bislang jedes, der sechs direkten Duelle - zuletzt im April 2011 mit 2:1 im Olympiastadion. Doch obwohl die Münchner saisonübergreifend seit neun Spielen ungeschlagen sind, sollten sie sich nicht allein auf die Statistik verlassen, schließlich ist die Hertha in dieser Saison zuhause ebenfalls noch ohne Niederlage. "Wir werden auf eine starke Berliner Mannschaft treffen, die kräftig investiert hat", sagt "Löwen"-Trainer Reiner Maurer, der wohl der selben Elf das Vertrauen schenken wird, die vergangene Woche souverän mit 4:0 gegen Sandhausen gewann. "Es ist gut denkbar, dass wir das dritte Mal in Folge in der gleichen Aufstellung spielen", sagt Maurer. Einzig hinter den Einsätzen von Moritz Stoppelkamp und Benjamin Lauth stehen krankheitsbedingt kleinere Fragezeichen.

Wesentlich angespannter ist die Personalsituation bei Hertha BSC. Besonders in der Defensive hat Trainer Jos Luhukay mit Ausfällen zu kämpfen. Neben Christoph Janker, Maik Franz und Levan Kobiashvili fehlt auch Abwehrspieler Felix Bastians, der sich im Spiel gegen Duisburg eine Außenbandverletzung zuzog. Auch Innenverteidiger Roman Hubnik fällt aus. Ob die angeschlagenen Ronny, Peter Niemeyer und Sandro Wagner gegen die "Löwen" auflaufen können, entscheidet Luhukay kurzfristig. "Wir haben noch genug schwere Aufgaben vor uns. Ich werde daher nur Spieler einsetzen die hundertprozentig fit sind", sagt Luhukay. Doch trotz der langen Verletztenliste, die von Pierre-Michel Lasogga, Shervin Radjabali-Fardi und Marvin Knoll komplettiert wird, schätzt Gäste-Trainer Maurer die Hertha aufgrund ihres breiten Kaders als gefährlich ein. "Die Mannschaft ist so gut besetzt, die haben auf jeder Position einen adäquaten Ersatz", sagt Maurer.



Schiedsrichteransetzungen

Michael Frontzeck heißt der neue Trainer des FC St. Pauli - allerdings noch nicht am Freitag beim Spiel gegen Union Berlin. Dort wird, wie zuletzt in Regensburg, das Trainerteam um Thomas Meggle, Timo Schultz und Mathias Hain auf der Bank sitzen. "Michael Frontzeck hat uns sein absolutes Vertrauen ausgesprochen und auch der Mannschaft Mut zugesprochen, sich aber komplett rausgehalten", sagte Meggle, der auf die Langzeitverletzten Sören Gonther und Lennart Thy verzichten muss. Meggle und sein Team haben in der Trainingsarbeit indes alles daran gesetzt, die 0:3-Niederlage in Regensburg schnellstmöglich abzuhaken. "Wir haben die Belastung zu Beginn der Woche so hoch gesetzt, dass die Jungs gar nicht mehr an Regensburg denken konnten. In der zweiten Wochenhälfte haben wir taktisch intensiv gearbeitet und eine Struktur geschaffen, mit der die Mannschaft Freitag ins Spiel gehen wird", sagte Meggle.

Der FC Union reist mit Selbstvertrauen an, schließlich brachte die englische Woche eine mit sieben Punkten zufriedenstellende Ausbeute mit sich. "Betrachtet man die letzten drei Spiele, scheint es in die richtige Richtung zu gehen. Damit es auch so bleibt, erwarte ich von meiner Mannschaft eine Heimmentalität auf fremden Plätzen", sagt Union-Trainer Uwe Neuhaus, der ob der Rückkehr von Patrick Kohlmann und Patrick Zoundi erfreut über den vergrößerten personellen Handlungsspielraum ist. Ein Startelf-Einsatz kommt für beide wohl noch zu früh. Gar nicht infrage kommt ein Einsatz Fabian Schönheim, der wegen seiner Roten Karte aus dem Cottbus-Spiel für zwei Spiele gesperrt wurde. Ferner fehlen den "Eisernen" verletzungsbedingt Björn Kopplin, Felipe Gallegos und Michael Parensen.



Schiedsrichteransetzungen

Wer stoppt den Trend? Sowohl der FSV Frankfurt als auch Gegner Paderborn kassierten zuletzt zwei Niederlagen in Folge und wollen am Freitag jeweils die Trendwende schaffen. "Wir sind gefordert. Wir wissen das und wollen diese Herausforderung annehmen", sagt FSV-Coach Benno Möhlmann, der gegen Paderborn ohne die verletzten Gledson, Marcel Gaus und Tufan Tosunoglu auskommen muss. Darüber hinaus ist der Einsatz von Zafer Yelen fraglich - der Mittelfeldspieler laboriert an einer Sprunggelenksverletzung. Zwar kehrten Mathew Leckie und Anthony Jung jüngst ins Mannschaftstraining zurück, doch laut Möhlmann kommt für beide das Spiel am Freitag noch zu früh. Die zuletzt angeschlagenen Patric Klandt (Magen-Darm-Grippe) und Tim Heubach (doppelter Nasenbeinbruch) dürften hingegen wieder mitwirken.

Gäste-Trainer Stephan Schmidt will mit "Kompaktheit gegen den Ball" und "Genauigkeit des Passspiels" in Frankfurt punkten. Da Manuel Gulde (Muskelfaserriss) und Manuel Zeitz (Rotsperre) nicht zur Verfügung stehen, ist Schmidt zu Umstellungen gezwungen. In der Innenverteidigung kommt Tobias Feisthammel wieder zum Zuge, und im defensiven Mittelfeld ist Diego Demme nach abgesessener Sperre gesetzt. Weil Kapitän Markus Krösche, Patrick Ziegler und David Poljanec verletzungsbedingt passen müssen, rücken mit Niclas Erlbeck und Tim Welker zwei Youngster in den SCP-Kader für das Duell mit dem FSV.



Schiedsrichteransetzungen