Zusammenfassung

  • Köln geht als Tabellenführer in die erste Länderspielpause der neuen Saison.

  • In den ersten vier Spielen bleibt der FC ungeschlagen.

  • Simon Terodde führt die Torschützenliste an.

Köln - Zehn Punkte aus den ersten vier Partien, dazu elf Tore - kein anderes Team traf mehr als achtmal. Der 1. FC Köln hat die Rolle des Top-Favoriten der 2. Bundesliga eindrucksvoll angenommen. Es stimmt zwar noch nicht alles bei den Kölnern, die sich unter dem neuen Trainer Markus Anfang vor der Spielzeit neu formierten - eine Menge deutet aber darauf hin, dass der FC seinen Worten Taten folgen lässt: Im nächsten Jahr sollen die Zuschauer im RheinEnergieSTADION wieder Bundesliga-Fußball sehen.

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Dem Offensivspektakel auf St. Pauli, als die Geißböcke nach 0:2-Rückstand noch 5:3 gewannen, folgte während der ersten Länderspielpause der Saison etwas Ernüchterung. Ein 1:1 im Test beim SV Wehen Wiesbaden, Anfang schonte zwar das Gros seiner etatmäßigen Stammspieler, wollte beim Drittligisten dennoch mehr. Ein besseres Ergebnis, eine bessere Leistung. "Viele Aufgaben wurden nicht erfüllt", sagte er im Anschluss an das Testspiel, was vor allem beweist: Der Coach will stetig Verbesserungen seiner Akteure im taktisch anspruchsvollen 4-1-4-1 sehen - um auf dem Weg zum großen Ziel nicht nachzulassen, sondern zuzulegen.

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Besser war Köln in der 2. Bundesliga nie

Dabei sieht es für die Domstädter nach vier Spieltagen bereits äußerst gut aus. Zehn Zähler hat keine andere Mannschaft auf dem Konto, mehr hatte der FC in seiner Clubgeschichte in der 2. Bundesliga zu diesem Zeitpunkt nicht einmal. Als eines von vier Teams ist der Bundesliga-Absteiger noch ungeschlagen, gab zu Hause als eines von drei noch keinen Punkt ab.

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Trotzdem dreht Anfang weiter an den Stellschrauben, weiß, dass bei schon fünf Gegentoren vor allem in der Defensive Verbesserungsbedarf besteht. Ein Thema, das fast zwangsläufig aus seinem angriffslastigen System resultiert - der neuen taktischen Ausrichtung, die seine Mannen Tag für Tag am Geißböckheim im Stadtteil Sülz trainieren.

Sorgen immer wieder für Gänsehaut-Momente: die Kölner Fans auf der Südkurve © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Alexander Scheuber / Getty Images

Offensivkraft und Moral

Defensive Unaufmerksamkeiten waren auch der Grund für den Zwei-Tore-Rückstand nach 25 Minuten auf dem Kiez. Hängende Köpfe? Im Gegenteil, die Geißböcke ließen nicht nach, noch vor der Halbzeit glichen Christian Clemens und Simon Terodde aus. Gegen die St. Paulianer zeigte Köln dann im zweiten Durchgang weiter seine Offensivkraft, erneut Terodde sowie Serhou Guirassy und der eingewechselte Salih Özcan sorgten für die Treffer drei, vier und fünf. "Für die ganze Mannschaft war es wichtig zu sehen: Wenn wir die Ruhe bewahren, können wir auch Rückstände wettmachen", äußerte Dominick Drexler. "Wenn wir an unserer Marschroute festhalten, kommen wir zu unseren Chancen und machen unsere Tore."

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Recht hat er. Kein Club erspielte sich mehr Großchancen als der FC, sechs klare Gelegenheiten führten zu starken fünf Treffern. Kommen kleinere Möglichkeiten hinzu, benötigen die Rheinländer nur sechs Torschüsse für ein Tor, nur Mitabsteiger Hamburg braucht einen weniger. Seinen Anteil daran hat Torjäger Terodde, der am 1. Spieltag gar nicht auflief und am 2. lediglich 30 Minuten. Am 3. und 4. stand er in der ersten Elf, rechtfertigte seine Einsätze mit einem Dreier- und einem Doppelpack. In drei Spielen netzte der zweimalige Torschützenkönig der 2. Bundesliga also fünfmal ein. Würde Terodde diesen Trend in den verbleibenden 30 Partien fortsetzen, käme er auf 55 Saisontreffer.

Viel Grund zur Freude bei Dominick Drexler, Simon Terodde und Co. © imago / DeFodi

Anfang: "Auf einem guten Weg"

Auf die Kölner bezogen, führt die Terodde-Milchmädchenrechnung zu 85 Punkten am Saisonende. Düsseldorf feierte 2017/18 mit 63 Zählern die Meisterschaft, Stuttgart ein Jahr davor mit 69. Markus Anfang weiß, dass zwar noch nicht alles stimmt beim Top-Favoriten. Das muss es aber auch nicht. "Wir entwickeln uns Woche für Woche weiter", erklärte er nach dem Erfolg auf St. Pauli. "Wir sind auf einem guten Weg." Wohin der führen soll, weiß beim FC jeder.

Felix Tschon