Berlin - Für den 1. FC Köln spielte er einst in der Bundesliga, seit Sommer 2011 ist er eine feste Größe im Sturm von Union Berlin. Am Montag trifft Simon Terodde mit den "Eisernen" zum Topspiel beim Tabellenführer in Köln an. Vorher stellte sich der 25-Jährige den Fragen von bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Terodde, Sie haben von 2009 bis 2011 beim 1. FC Köln gespielt und gastieren am kommenden Montag mit Union bei Ihrem Ex-Verein. Mussten Sie schon Ihre alten Kontakte Zum FC nutzen, um viele Kartenwünsche von Freunden und Verwandten zu erfüllen? Wie viele Anfragen haben Sie schon bekommen?

Simon Terodde: Meine Familie und Freunde sind mit ausreichend Karten ausgestattet, dafür ist gesorgt. Ein Spiel in Heimatnähe - ist doch klar, dass man sich da kurz sehen möchte. Die genaue Zahl weiß ich gar nicht, weil sich durchaus auch Köln-Fans darunter befinden. Aber die können sich ja viel besser selbst kümmern.

bundesliga.de: Wie sehr freuen Sie sich auf die Partie?

Terodde: Nüchtern betrachtet, geht es in diesem Spiel um drei Punkte. Aber es wäre nicht ganz ehrlich zu behaupten, es wäre ein normales Spiel für mich. Ich habe gute Erinnerungen an den FC und sportlich bietet sich eine große Chance - dieses Paket lässt meinen Puls höher schlagen. Ich freue mich riesig darauf, dass es endlich losgeht.

bundesliga.de: Sportlich betrachtet spielen die beiden derzeit besten Vereine der 2. Bundesliga gegeneinander. Beide Clubs haben sich bereits ein kleines Polster auf Platz 3 erarbeitet. Gibt die Tabelle das Leistungsvermögen momentan richtig wider?

Terodde: Wie sagt man so schön: Die Tabelle lügt nicht! Wer ausreichend viele Punkte sammelt, klettert ganz von selbst. Dass sich Köln an die Tabellenspitze vorgearbeitet hat, wird niemanden wirklich überraschen. Allerdings müssen wir uns auch nicht verstecken und freuen uns darüber, dass es momentan gut läuft.

bundesliga.de: Sind die Kölner der große Aufstiegsfavorit?

Terodde: Zu den Favoriten gehören sie auf jeden Fall. Das haben sie auch im letzten Jahr schon, aber das allein bringt einen ja nicht automatisch in die Bundesliga. Sie haben ein tolles Publikum, einen hervorragenden Kader und einen Trainer, der erfolgreich arbeitet. Sie können es auf jeden Fall schaffen.

bundesliga.de: Die Kölner haben in den letzten beiden Heimspielen jeweils 0:0 gespielt und in zwölf Punktspielen überhaupt erst fünf Gegentore kassiert. Auch Union hat zuletzt vier Mal in Serie zu Null gespielt. Müssen sich die Zuschauer auf eine Nullnummer einstellen?

Terodde: Von solchen Ergebnissen kann man ohnehin nicht auf künftige Spielverläufe schließen. Klar ist, dass beide Mannschaften ihre Qualitäten haben. Am Montag geht es mit 0:0 los, wie es nach dem Abpfiff sein wird, werden wir sehen.

bundesliga.de: Union hat sieben der letzten zehn Punktspiele gewonnen. Was zeichnet die Mannschaft aus?

Terodde: Die Frage beinhaltet die Antwort bereits zum Teil. Uns zeichnet aus, dass wir viele Spiele gewinnen. Das hört sich lapidar an, ist es aber nicht. In den letzten Jahren haben wir auswärts einfach zu wenig geholt. In dieser Saison gelingt es uns besser, auch nicht so überzeugende Spiele für uns zu entscheiden.

bundesliga.de: Vor der Saison haben viele Experten Union zum Geheimfavoriten erklärt. Sind die "Eisernen" schon ein Topteam und stabil genug, die guten Leistungen eine ganze Saison lang durchzuziehen?

Terodde: Das werden wir am Ende der Saison sehen. Nach zwölf Spielen kann sich unsere Ausbeute jedenfalls sehen lassen und darüber freuen wir uns. Ob man uns Geheimfavorit oder Topteam nennt, ist für uns nicht von Bedeutung.

bundesliga.de: Sie haben anfangs der Saison meistens auf der Bank gesessen, standen aber in den letzten drei Spielen wieder in der Startelf. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem persönlichen Saisonverlauf? Was muss noch besser werden?

Terodde: Wir haben einen großen Kader mit einer hohen Leistungsdichte. Der Trainer hat Woche für Woche schwierige Entscheidungen zu treffen. Dass es ihm auch weiterhin schwer fällt, dafür trägt jeder Spieler selbst Sorge. Ich haue mich rein und will so oft wie möglich auf dem Feld stehen. Je öfter ich den Ball im Tor unterbringe, desto besser sind meine Argumente.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski