In der Saison 2008/09 hatte es Union Berlin mit zwei Großbaustellen zu tun. Auf der sportlichen Baustelle war der Deckel erfreulich schnell drauf. Die "Eisernen" machten den Aufstieg in die 2. Bundesliga schon am 35. Spieltag der 3. Liga perfekt.

Auf der zweiten Baustelle wurde noch bis zum offiziellen Eröffnungsspiel am 8. Juli 2009 gegen Hertha BSC Berlin Tag für Tag geschuftet: Beim Umbau des Stadions "An der Alten Försterei", der eigentlich in der Endphase der Saison abgeschlossen sein sollte.

Auch wenn der vorgesehene Zeitplan aus verschieden Gründen nicht eingehalten werden konnte und Union in der Aufstiegssaison seine Heimspiele im Jahnstadion bestreiten musste, so entschädigt die modernisierte "Alte Försterei" für alles Warten.

"Von fundamentaler Bedeutung"

Union-Präsident Dirk Zingler sprach im April 2009 von der großen Bedeutung des Umbaus: "In einigen Wochen wird das Stadion fertig und es wird für die Entwicklung des 1. FC Union Berlin in den nächsten 20 - 30 Jahren von fundamentaler Bedeutung sein. Die Dimension dessen, was wir hier geschaffen haben, können wir im Augenblick noch gar nicht ermessen. Das sollten wir uns vor Augen halten, wenn wir darüber reden, ob wir ein paar Wochen oder auch Monate später fertig werden, als erhofft."

Wie der Club aus dem Berliner Stadtteil Köpenick den Neubau gestemmt hat, ist wirklich einzigartig. Denn einen Großteil der Arbeit leisteten seit dem Startschuss zum Umbau am 2. Juni 2008 freiwillige Helfer. Rund 2.000 Freiwillige haben sich schätzungsweise bis Fertigstellung an Maler-, Lackier- und den verschiedensten Bauarbeiten beteiligt. Viele Helfer haben sogar ihren Jahresurlaub geopfert.

Etwa zweieinhalb Millionen Euro gespart

Außerdem konnten weniger handwerklich begabte Fans durch den Erwerb von sogenannten Gründersteinen dem Projekt finanziell unter die Arme greifen; die Gründersteine werden dafür im Zuschauertunnel, dem Tunnel of Fame, angebracht. Oder es können Helfer-Stunden bezahlt werden. Präsident Zingler geht davon aus, dass Union Berlin insgesamt etwa zweieinhalb Millionen Euro gespart hat.

Der Traditionsverein führte dazu auf seiner Homepage ein Baustellen-Tagebuch, das am 2. Juni 2008 mit Tag 1 begann: "Heute war es soweit: der Startschuss zum Umbau des Stadions An der Alten Försterei ist gefallen. Für die Baustellenmitarbeiter war frühes Aufstehen angesagt, denn bereits um 5:30 Uhr wurden erste Materialien angeliefert. Um 7:00 Uhr konnte Projektleiterin Sylvia Weisheit ca. fünfzig engagierte Freiwillige auf dem grünen Rasen begrüßen..."

Eröffnungsspiel gegen Hertha

Das Eröffnungsspiel im umgebauten Stadion gegen Hertha BSC, das Union 3:5 verlor, war nur der Anfang des laut Zingler "heißesten Sommers, den die Alte Försterei bislang gesehen hat". Denn auch die Bundesligisten FC Schalke 04 (25. Juli / 2:1-Sieg) und FC Bayern München (26. August / 1:3-Niederlage) kamen noch in die neue Alte Försterei.