Mit sieben Punkten aus der vergangenen "englischen Woche" schob sich der 1. FSV Mainz 05 an Platz 1 der 2. Bundesliga. Da der Verfolger aus Kaiserslautern am Freitag eine 2:4-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden einstecken musste, könnten die Rheinhessen mit einem Sieg am 12. Spieltag ihre Tabellenführung weiter ausbauen (ab 13:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Doch zu Gast ist der FC Ingolstadt, der zuletzt den SC Freiburg mit 4:0 abfertigte und zuvor in der Saison auch schon Greuther Fürth und Hansa Rostock bezwungen hatte. Der Aufsteiger reist daher ohne Respekt an den Bruchweg. "Mainz ist jetzt auch irgendwann mal fällig", sagte der FCI-Trainer Thorsten Fink im Interview mit "Sport1.de". "Die spielen zwar zuhause, aber gegen Ahlen hätten sie eigentlich schon verlieren müssen. Deswegen müssen wir auch keine Angst haben."

Andersen mit "großem Respekt"

Finks Gegenüber Jörn Andersen ist gewarnt. "Es ist leicht den FC Ingolstadt zu unterschätzen. Aber wir wissen, was die zu leisten im Stande sind, wir haben großen Respekt", sagte der Mainzer Trainer. Der Norweger will vor allem das Offensivspiel der 05er verbessern, "denn in den letzten Partien ist das etwas ins Stolpern geraten. Wir müssen wieder mehr über außen gefährlich kommen".

Personell hat Andersen wieder mehr Auswahl. Daniel Gunkel trainierte nach leichten Problemen wieder voll mit und auch der Langzeitverletzte Bo Svensson war wieder bei den Mannschaftseinheiten dabei. Nikolce Noveski, in Ahlen noch gesperrt, wird wieder auflaufen können. Hinter dem Einsatz von Peter van der Heyden steht nach überstandenem Bänderriss noch ein Fragezeichen.

Auch Fink hat personell nicht viel zu klagen. Lediglich Necat Aygün plagt sich noch immer mit Leistenproblemen herum und wird voraussichtlich ausfallen. Definitiv fehlen wird der noch Rot-gesperrte Kapitän Stefan Leitl. Leicht angeschlagen ist zudem noch Steffen Wohlfarth. Alle anderen Spieler sind fit.

FC Hansa Rostock - VfL Osnabrück

Die zurückliegende "englische Woche" war für beide Teams nicht sehr erfolgreich. Osnabrück gelang am vergangenen Sonntag gegen den FC Augsburg immerhin ein 1:1-Unentschieden, doch zuvor gab es eine bittere Heimpleite gegen die Münchner "Löwen" und ein 0:2 auf dem Kaiserslauterer Betzenberg. Auch Hansa erkämpfte sich durch das Remis beim FSV Frankfurt nur einen Punkt aus den letzten drei Partien.

Ein Aufstiegsplatz ist für Rostock inzwischen in weite Ferne gerückt. Trainer Frank Pagelsdorf ging daher zur besseren Konzentration mit seiner Mannschaft einen Tag früher als üblich ins Trainingscamp und strich Dexter Langen, Addy-Waku Menga, Simon Tüting und Sebastian Albert aus dem Kader. Verletzt fehlen werden Fin Bartels (Mittelhandbruch), Tobias Rathgeb und Zafer Yelen (beide Leisten-Operation). Einsatzbereit sind hingegen die zuletzt fraglichen Orestes und Kapitän Martin Retov.

Bei den Gästen aus Osnabrück muss Trainer Claus-Dieter Wollitz neben den langzeitverletzten Tom Geißler und Paul Thomik auch auf Nico Frommer (muskuläre Probleme) und Gaetano Manno (Syndesmosebandriss) verzichten.

FC Augsburg - SpVgg Greuther Fürth

Der FC Augsburg ist seit vier Partien ungeschlagen (zwei Siege, zwei Remis). "Die Vorzeichen für ein gutes Spiel stehen sehr gut", freut sich daher FCA-Trainer Holger Fach auf das Derby gegen die Spielvereinigung. "Fürth ist eine spielstarke Mannschaft, die selbst nach vorne spielt. Sie wird sich mit Sicherheit nicht in der eigenen Hälfte einigeln. Das kommt uns entgegen, weil es Räume geben wird und sich vielleicht die eine oder andere Möglichkeit zu Kontern ergeben wird", sagte Fach.

Personell plagen die Fuggerstädter bis auf die Langzeitverletzten wenig Probleme. Fach kann wohl auch wieder auf Michael Thurk zurückgreifen, der im letzten Spiel in Osnabrück bereits in der ersten Hälfte verletzt ausgewechselt werden musste. "Michael hat zwar in dieser Woche noch eingeschränkt trainiert, doch am Sonntag sollte es für ihn gehen."

Möhlmann sieht Augsburg "auf Augenhöhe"

Fürths Trainer Benno Möhlmann fordert nach dem jüngsten 1:1-Unentschieden gegen Wehen Wiesbaden von seiner Mannschaft, "die Qualitäten, die wir in dieser Saison schon gezeigt haben, abzurufen". Welche Spieler mit Zählbarem aus der Fuggerstadt zurückkommen sollen, ist noch offen. Während der Woche hat ein Magen-Darm-Virus im Kader für Probleme gesorgt. Der größte Teil der Spieler ist inzwischen zwar wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Lediglich Leo Haas ist so geschwächt, dass er noch nicht mit dem Team trainieren konnte.

"Bei den anderen muss man abwarten, ob die körperliche Fitness wieder so weit hergestellt ist, dass es für 90 Minuten reicht. Aber wir werden genug gesunde Feldspieler dabei haben", sagte Möhlmann. Die Augsburger schätzt der 54-jährige Fußball-Lehrer als einen Gegner "auf Augenhöhe" ein, auch wenn der FCA in der Tabelle sieben Punkte hinter dem "Kleeblatt" liegt.

TSV 1860 München - Rot-Weiß Oberhausen

"Gegen Oberhausen stehen wir auf dem Prüfstand", sagt "Löwen"-Cheftrainer Marco Kurz vor dem Heimspiel gegen Oberhausen. Nach sechs ungeschlagenen Punktspielen soll die Serie gegen den Aufsteiger ausgebaut werden. "Wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Oberhausen ist schlagbar, wenn wir unsere Leistung abrufen."

In bisher fünf Spielen auf fremden Plätzen ist das Team von Trainer Jürgen Luginger noch ohne Punktgewinn. Davon möchte Kurz aber nichts wissen. "Wir sind froh um unsere Ausgangssituation und freuen uns auf das Heimspiel. Aber Statistiken sind mir egal. Wir haben Respekt vor Oberhausen." Zur Verfügung stehen wohl wieder die in der Woche angeschlagenen Mate Ghvinianidze (körperliche Probleme) und Manuel Schäffler (Magen-Darm-Probleme).

Seine Punkte holte der Aufsteiger zwar bislang nur zuhause, doch die beiden jüngsten Auftritte in Osnabrück und Nürnberg verlor RWO nur knapp. In München soll nun endlich mindestens der erste Auswärtspunkt her. "Wir haben lange gebraucht, um den Fußball in dieser Liga zu begreifen. Aber jetzt wissen wir, wie's geht", erklärt Mittelfeldmann Markus Kaya. Fehlen werden neben Christopher Nöthe (Reha nach Schulter-OP), Tino Westphal (Wurzelbehandlung) und dem Rot-gesperrten Jens Robbe vor allem Felix Luz, der sich in der vergangenen Woche einer Knie-OP unterziehen musste und drei Monate ausfallen wird.

MSV Duisburg – Rot Weiss Ahlen

Nach dem verlorenen Heimspiel gegen St. Pauli und dem Unentschieden in Koblenz wollen die "Zebras" endlich wieder drei Punkte einfahren. "Wir dürfen nicht mehr patzen, wie gegen St. Pauli. Ich denke, jeder muss jetzt eine Schippe drauflegen", sagte MSV-Trainer Rudi Bommer im Vorfeld der Partie. "Rot Weiss Ahlen steht kompakt. Sie werden versuchen, aus dieser Kompaktheit heraus nach vorne zu spielen. Wir müssen konzentriert sein und unsere Chancen eiskalt nutzen."

In puncto Aufstellung wollte der MSV-Coach sich nur wenig in die Karten schauen lassen: "Sandro Wagner und Dorge Rostand Kouemaha wirken etwas müde, darum denke ich über Marcel Heller und Ibrahim Salou als Alternativen nach. Chinedu Ede hat mir beim Spiel in Koblenz nicht so gut gefallen." Fehlen wird außerdem Ivica Grlic, der nach seiner fünften Gelben Karte eine Partie pausieren muss.

Wück kritisiert allgemeine Zufriedenheit

Auch für Ahlen verliefen die letzten Spiele alles andere als zufriedenstellend. Nur vier Punkte konnte der Aufsteiger aus den vergangenen fünf Begegnungen mitnehmen. "Wenn die Spieler den Schalter nicht langsam umlegen, wird das nichts in Duisburg", schwant Teamchef Christian Wück. "Da ärgern sich einige nicht richtig über die unnötige Niederlage gegen Freiburg, da schwappt die allgemeine Zufriedenheit mit dem bislang Erreichten offensichtlich langsam auf die Mannschaft über", kritisierte der Ex-Profi die Einstellung seiner Akteure.

Der Einsatz von Nils Döring ist noch fraglich. Mittrainiert hat er, die Bauchmuskulatur zwickt aber noch ein wenig wie die Naht an der vier Zentimeter langen Risswunde von Grover Gibson, der die im Training erlittene Wunde am Schienbein nähen lassen musste. Definitiv fehlen werden Daniel Thioune (Mittelfußbruch) und Manuel Bölstler (Knochenabsplitterung im Fuß).