Hamburg - Der FC St. Pauli ermöglicht dem 1. FC Kaiserslautern den ersten Auswärtssieg der Saison. Dennoch ist Thomas Meggle, Trainer der Hamburger nicht unzufrieden mit der Leistung. FCK-Coach Kosta Runjaic freut sich auch über das notwendige Quäntchen Glück.

Thomas Meggle (Trainer FC St. Pauli): "Wir sind gut ins Spiel gekommen, wie es in dieser Saison schon oft der Fall war. Wir haben uns reingebissen, reingekämpft, Situationen erzwungen,aber die klaren Torchancen haben gefehlt. Mit dem ersten Torschuss des Gegners kassieren wir dann das Gegntor. Es ist für uns richtig brutal, dass wir momentan mit solchen Themen zu kämpfen haben. Direkt danach fällt dann das 2:0, beide Gegentore sind letztendlich aus leichten Ballverlusten entstanden. Wir müssen das abstellen. Aber meine Mannschaft hat sich über 90 Minuten zurückgebissen, reingeworfen, Torchancen herausgespielt und das gegen eine Mannschaft mit einer sehr hohen Qualität. Es ist aber fast schon symptomatisch, dass wir kurz vor Schluss selbst nicht den Ausgleich erzielen, aber dafür im Gegenzug das 3:1 kassieren. Es ist eine schwierige Phase für uns, aber nichtsdestrotrotz haben wir den Jungs gesagt, dass so ein Auftreten und eine Leistung wie heute immer da sein muss. Wir müssen die Tabellensituation annehmen und das gemeinam durchstehen. Ich habe heute viel Positives gesehen, das uns Hoffnung schöpfen lässt."

Kosta Runjaic (Trainer 1. FC Kaiserslautern): "Ich denke, wir haben heute ein sehr intensives Spiel gesehen. Der FC St. Pauli hat gut angefangen und uns direkt unter Druck gesetzt. Aber wir haben gut dagegen gehalten. Wir wussten, dass es heute schief gegangen wäre, wenn wir nicht wach, konzentriert und fokussiert aufgetreten wären. In den ersten 15 Minuten haben wir zu viele Standards zugelassen, konnten diese aber konsequent verteidigen. Genauso konsequent haben wir aus der einen oder anderen Offensivaktion konsequent den Torabschluss gesucht. Daher sind wir zwar verdient mit der Führung in die Pause gegangen, aber es war dennoch ein sehr knappes Spiel. St. Pauli hat nochmal eine Schippe draufgelegt, aber auch hier haben wir gut dagegen gehalten. Unsere junge Mannschaft hat sich reingeschmsisen und es dem Gegner sehr schwer gemacht zum Torerfolg zu kommen. Wir sind auch nach dem Anschlusstreffer ruhig geblieben und hatten am Ende etwas mehr Glück und die besseren Lösungen parat. Aber erst nach dem 3:1 war klar, dass wir den Sieg heute sicher haben. Glückwunsch an mein Team, dass sich hier hervorragend präsentiert hat."

"Die Jungs haben alles reingehauen"

Rachid Azzouzi (Sportdirektor FC St. Pauli): "Wir haben schwer ins Spiel gefunden, trotzdem versucht dagegenzuhalten. Die Jungs haben alles reingehauen. Man kann der Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie nicht gekämpft und ohne Leidenschaft gespielt hat. Vor allem in der zweiten Halbzeit hatten wir unsere Chancen. An diese Hälfte müssen wir am Freitag in Bochum anknüpfen."

Sören Gonther (FC St. Pauli): "Die 100-prozentige Chancenverwertung der Gegner nervt mich. Wir haben drei Fehler gemacht, daraus entstanden drei Tore. Trotzdem bin ich mit der Mannschaftsleistung absolut zufrieden. Auf heute können wir aufbauen. Wir haben genau das umgesetzt, was Meggi uns vorgegeben hat. Wenn wir in Bochum mit dem Engagement und ein bisschen mehr Konsequenz auftreten, dann punkten wir."

Lasse Sobiech (FC St. Pauli): "Wir haben heute vier, fünf gefährliche Schüsse auf’s Tor bekommen, drei davon waren leider drin. Es ist schwer unten rauszukommen, wenn wir hinten nicht sicher stehen und vorne nicht unsere Tore machen. Wir haben heute versucht den Gegner von Beginn an unter Druck zu setzen und uns in die Zweikämpfe zu hauen. Das ist uns auch phasenweise sehr gut gelungen. Wir haben noch die komplette Rückrunde vor uns. Nun gilt es uns aus dieser schweren Situation rauszukämpfen."

Sebastian Schachten (FC St. Pauli): "Wille und Leidenschaft war heute bei jedem von uns vorhanden. Wir haben uns für heute viel vorgenommen, wenn Du aber da stehst, wo wir aktuell stehen, kommt der Gegner dreimal vor’s Tor und macht drei Dinger. Sinnbildlich ist sicherlich die letzte Chance für uns, die einfach nicht ins Tor will. Die Mannschaft lebt. Jetzt müssen wir das positive aus der Situation rausziehen und in Bochum die Punkte holen. Wir müssen uns jetzt Stück für Stück aus dieser Situation rausarbeiten."

Lennart Thy (FC St. Pauli): "Wir sind rausgegangen und haben von der ersten Minute an Gas gegeben. Nachdem wir gut ins Spiel gekommen sind, sind wir ins alte Muster verfallen. Lautern kommt zweimal vor unser Tor und trifft. Wir wollten lange die Null halten, das haben wir aber nicht geschafft. Wir haben uns aber den Arsch aufgerissen und den Fans gezeigt, dass wir mit Wille und Leidenschaft das Spiel drehen wollten. Wir sind angerannt, haben den Ausgleich aber nicht mehr geschafft."

"Ein hartes Stück Arbeit"

Ruben Jenssen (1. FC Kaiserslautern): "Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt, denn wir haben wenig zugelassen und unsere Chancen verwertet. In der zweiten Halbzeit wurde es vor allem nach dem Anschlusstreffer nochmal eng und wir mussten uns reinkämpfen. Aber das ist uns gelungen und am Ende haben wir uns dann die drei Punkte sichern können. Das war heute ein sehr guter Auswärtssieg."

Dominique Heintz (1. FC Kaiserslautern): "St. Pauli hatte sehr viele Standards, die aber anfangs nicht immer gefährlich waren. Wir haben das gut verteidigt und endlich mal unsere ersten beiden Chancen direkt verwandelt. Das war heute ganz wichtig und ich denke, dass wir auch insgesamt als Mannschaft dem Sieg heute sehr gut verteidigt haben."

Willi Orban (1. FC Kaiserslautern): "Das war heute wieder ein hartes Stück Arbeit. Das Spiel war sehr intensiv mit vielen Zweikämpfen. St. Pauli hat alles reingeworfen, so wie wir es erwartet haben. Wir haben aber gut dagegen gehalten, nachdem wir uns in den ersten paar Minuten erstmal zurechtfinden mussten. Dieses Mal haben wir die erste gute Chance direkt zum Tor genutzt. Am Ende konnten wir es auch relativ souverän zu Ende spielen."

Tobias Sippel (1. FC Kaiserslautern): "Man kennt St. Pauli ja: Die Fans peitschen die Mannschaft nach vorne und unterstützen ihre Mannschaft lautstark. Hier am Millerntor haben wir das letzte Mal auswärts gewonnen. Für uns war wichtig, die ersten 15 Minuten zu überstehen. Das ist uns auch gelungen und dann haben wir unsere Tore gemacht."

Markus Karl (1. FC Kaiserslautern): "Angesichts der Torchancen war es kein unverdienter Sieg für uns. Auf diesen haben wir lange hingearbeitet. Zudem waren wir die cleverere Mannschaft."

Jean Zimmer (1. FC Kaiserslautern): "In der letzten Saison war es ein ähnlich hart umkämftes Spiel. Ich bin froh, dass wir wieder gewonnen haben. Wichtig war, dass wir von Anfang an dagegenhalten, was uns auch gelungen ist."