München - Greuther Fürth ist zurück: Die Franken meldeten sich in der Vorwoch nach drei Spielen ohne Dreier mit zwei beeindruckenden Siegen wieder zurück und fahren nun voller Selbstvertrauen zum Montagskracher bei Fortuna Düsseldorf.

In Bestform präsentiert sich auch seit Wochen Zoltan Stieber, der beim jüngsten 4:0-Erfolg gegen Dynamo Dresden an allen vier Toren beteiligt war. Der 24-jährige Ungar sprach vor dem Absteiger-Duell (ab 20 Uhr im Live-Ticker) mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Stieber, Fürth hat auf den vorübergehenden Verlust der Tabellenführung mit zwei Siegen und acht Toren reagiert. Was sagt das aus über die Stärke der Mannschaft in dieser Saison?

Zoltan Stieber: Ich würde das jetzt nicht in Verbindung mit der Tabellenführung bringen. Diese Momentaufnahme spielt für unsere Partien keine Rolle. Wir haben eine junge und hungrige Mannschaft, die Bock hat Fußball zu spielen. Und natürlich wollen wir dabei möglichst erfolgreich sein.

bundesliga.de: Vor der Saison hatten viele Experten das Kleeblatt nicht so auf der Rechnung, wenn es galt, die Aufstiegsfavoriten zu benennen. Wie sehr hat diese nicht so hohe Erwartungshaltung die positive Entwicklung begünstigt?

Stieber: Für uns spielt es keine Rolle, in welche Schublade wir gepackt werden. Natürlich herrscht bei uns weniger Druck von außen als das bei anderen Vereinen der Fall ist. Für mich ist der positive Start das Ergebnis der harten Arbeit, die wir im Training liefern. Außerdem ist das Klima in der Mannschaft sehr gut, dass macht das Arbeiten angenehmer.

bundesliga.de: Wundern Sie sich manchmal selbst, wie gut die Mannschaft den Abstieg weggesteckt hat und nun mit vielen neuen Spielern auf Anhieb funktioniert? Was sind die Gründe?

Stieber: Klar kommt dieser Start auch für uns überraschend. Ich glaube, dass wir es geschafft haben, uns auf die Gegner gut einzustellen. Wir stehen in der Defensive sehr gut und haben vorne viele bewegliche Spieler, die immer wieder für Überraschungsmomente sorgen können. Unser Trainer hat aus uns schnell eine Einheit geformt und stellt uns immer sehr gut auf die Gegner ein.

bundesliga.de: Das erste Viertel der Saison ist gespielt. Inwieweit spiegelt die Tabelle die wahren Kräfteverhältnisse der 2. Bundesliga bereits wider?

Stieber: Es ist noch zu früh, um dafür Prognosen abzugeben. Aber ich bin mir sicher, dass in den kommenden Spielen sich die Tabelle weiter ordnet und sich in den nächsten Wochen herausstellt, wer eher oben mitspielt und wer sich vielleicht eher nach unten orientieren muss. Allgemein kann man sagen, dass diese Liga extrem ausgeglichen ist.

bundesliga.de: Auch für Sie persönlich läuft es bestens, nachdem Sie in der vergangenen Rückrunde lange verletzt ausfielen. Wie erklären Sie sich Ihre gute Form?

Stieber: Ich habe immer gesagt, dass es nach der langen Verletzungspause eine Frage der Zeit ist, bis ich richtig ins Rollen komme. Ich glaube ich habe eine gute Vorbereitung gespielt und bin dann nochmal etwas aus dem Tritt gekommen. Das ist eine normale Reaktion nach so langer Zeit ohne echte Spielpraxis. Aber ich habe immer weiter an mir gearbeitet und ich bin sehr froh, dass ich der Mannschaft in den letzten Spielen helfen konnte.

bundesliga.de: Sie wurden auch wieder für die ungarische Nationalmannschaft nominiert. Welche Perspektiven rechnen Sie sich dort aus?

Stieber: Zunächst bin ich sehr dankbar, dass mich mein Nationalcoach eingeladen hat. Ich freue mich sehr darüber, weil für sein Land zu spielen etwas ganz Besonderes ist. Jetzt hoffe ich natürlich auch, dass ich ein paar Einsatzminuten bekomme.

bundesliga.de: Am Montag gastiert Fürth im Duell der beiden Bundesliga-Absteiger . Während Fürth oben steht, krebst Düsseldorf im Keller herum. Wie schwer wird die Aufgabe? Was hat sich die Spielvereinigung vorgenommen?

Stieber: Die Aufgabe wird natürlich sehr schwer. Düsseldorf hat eine große Qualität, viel mehr als die aktuelle Tabellenlage das aussagt. Vor heimischem Publikum wird die Fortuna bestimmt versuchen, uns von Anfang an unter Druck zu setzen und mit einem Erfolgserlebnis die Trendwende einzuleiten. Wir haben uns vorgenommen dagegen zu halten und ein erfolgreiches Spiel zu absolvieren. Ich kann mir vorstellen, dass die Zuschauer im Stadion und vor den TV-Bildschirmen ein attraktives Spiel erwarten können.

bundesliga.de: Wie stehen die Chancen für Fürth auf die Rückkehr in die Bundesliga?

Stieber: Es hat sich an unserer Zielsetzung für die Saison nichts geändert. Ich sehe andere Teams in der Rolle der Aufstiegsfavoriten. Wir tun gut daran, weiter bodenständig und zielstrebig zu arbeiten. Wir dürfen nicht vergessen, es sind erst neun Spiele absolviert, die Saison ist noch lang.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski