Köln - Nach vier Siegen in Folge ist der 1. FC Union Berlin bis auf Platz zwei der Tabelle der 2. Bundesliga vorgerückt. Vor allem das Sturmduo Steven Skrzybski (vier Tore) und Collin Quaner (sechs) sorgt für Furore. Im Interview mit bundesliga.de spricht Stevn Skzybski über den Lauf der Eisernen, die Rolle von Trainer Jens Keller und die Partie beim 1. FC Nürnberg.

bundesliga.de: Steven Skrzybski, Sie spielen seit der Jugend bei Union Berlin. Sie haben schon vier Saisontore erzielt, die Mannschaft hat die letzten vier Spiele alle gewonnen. Erleben Sie gerade die schönste Phase, seit Sie Profi sind?

Steven Skrzybski: Im Moment läuft es natürlich super für uns als Mannschaft, aber auch für mich persönlich. Es macht immer Spaß, wenn man erfolgreich ist. Dass das mit dem Tore schießen und den Vorlagen so funktioniert, freut mich natürlich besonders.

bundesliga.de: Zum Saisonstart stotterte der Motor der Eisernen noch ein wenig. Hat die Mannschaft Zeit gebraucht, um die Philosophie des neuen Coachs Jens Keller zu verstehen und zu verinnerlichen?

Skrzybski: Mit dem neuen Trainer wurde das Spielsystem und die Art und Weise wie wir Auftreten umgestellt. Auch in den ersten Spielen haben wir schon vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Leider haben wir uns da teilweise selbst um unseren eigenen Lohn gebracht. Mittlerweile haben wir diese Fehler aber weitestgehend abgestellt, und man sieht auf dem Platz, dass sich unsere tägliche harte Arbeit lohnt.

bundesliga.de: Der Trainer coachte bereits Schalke 04 in der Champions League gegen Real Madrid. Ist er eine uneingeschränkte Respektsperson oder erleben Sie ihn eher als Kumpeltyp? Wie geht er mit der Mannschaft um?

Skrzybski: Natürlich hat man vor so einem großen Namen Respekt. Jens Keller hat schon sehr genaue Vorstellungen die wir umsetzten sollen, hat aber auch immer ein offenes Ohr für uns Spieler. Er behandelt alle im Kader gleich und ist absolut fair.

"Ich fühle mich bei Union sehr wohl"

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bundesliga.de: Es ist kein Geheimnis, dass Union mittelfristig in die Bundesliga will. Wie gut stehen die Chancen, dass die Mannschaft bereits in dieser Spielzeit dauerhaft oben mitmischen kann?

Skrzybski: Das ist schwer zu sagen. Die 2. Bundesliga ist sehr ausgeglichen, die Konkurrenz ist sehr hoch. Schon letztes Jahr hat man gesehen, was möglich ist, wenn man mal eine Serie startet. Bei uns läuft es momentan gut, wir wissen aber auch, dass es nicht immer nur bergauf geht. Trotzdem wollen wir jedes Spiel gewinnen und so lange wie möglich eine gute Rolle in der Liga spielen.

bundesliga.de: Sie selbst haben bereits nach sieben Spieltagen mehr Scorerpunkte gesammelt als in der gesamten vergangenen Saison. Was haben Sie sich persönlich für Ziele gesteckt? Wo können Sie sich noch verbessern?

Skrzybski: Meine persönlichen Ziele sind zweitrangig, das wichtigste ist, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind. Wenn ich als Teil des Teams meinen Beitrag dazu leisten kann, dann ist das natürlich umso schöner. Verbessern und weiterentwickeln will ich mich natürlich in allen Bereichen. Sicherlich freut es einen als offensiven Spieler besonders, wenn man auch Tore schießt. In den letzten Jahren habe ich im Abschluss vielleicht ein wenig die Kaltschnäuzigkeit vermissen lassen, daran habe ich viel gearbeitet.

bundesliga.de: Wie zu lesen war, lagen ihn vor der Saison bereits Anfragen anderer Vereine vor, obwohl Ihr Vertrag noch bis 2018 läuft. Der Verein würde gerne mit Ihnen verlängern. Wie ist der Stand der Dinge?

Skrzybski: Ich bin schon lange hier im Verein und habe einen Vertrag bis 2018, also keinen Zeitdruck. Es ist kein Geheimnis, dass ich mich beim 1. FC Union Berlin sehr wohl fühle.

bundesliga.de: Am Freitag gastiert Union beim 1. FC Nürnberg, der nach schlechtem Start zuletzt den ersten Saisonsieg feierte. Auf was für einen Gegner und was für ein Spiel stellen Sie sich ein? Was ist drin für Union?

Skrzybski: Nürnberg hat auf jeden Fall mehr Potenzial, als es bisher gezeigt hat. Da dürfen wir uns vom Tabellenplatz nicht täuschen lassen. Nachdem der Club seinen ersten Saisonsieg eingefahren hat, will der FCN bestimmt nachlegen. Das wird ein unangenehmes Spiel, Nürnberg wird es uns nicht leicht machen. Wir sind aber gut drauf und fahren dort hin um zu gewinnen.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski