Köln - Nach einem tollen Saisonstart ist der VfL Bochum mit nur noch einem Sieg aus den letzten 13 Spielen ins Mittelfeld der 2. Bundesliga abgerutscht. Nun will der Traditionsverein mit dem neuen Trainer Gertjan Verbeek zu neuen Ufern aufbrechen.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Bochums Außenverteidiger Stefano Celozzi über den Saisonverlauf, den neuen Coach und seine Hoffnung aufs erste Tor seiner Profikarriere.

"Haben zu viele Gegentore kassiert"

bundesliga.de: Stefano Celozzi, wie bewerten Sie Ihr erstes Halbjahr in der 2. Bundesliga rückblickend?

Stefano Celozzi: Es war ziemlich turbulent. Ich kam erst etwas später zum VfL dazu, als die Vorbereitung schon lief und das erste Trainingslager bereits abgeschlossen war. Ich musste mich schnell einfinden. Das war kein Problem. Die Jungs haben mir sehr geholfen, das war klasse. Dann haben wir relativ gut angefangen in der Meisterschaft und dem Pokalsieg gegen Stuttgart. Wir waren zwischenzeitlich Erster in der Tabelle und haben nicht nur gute Ergebnisse erzielt, sondern auch gut gespielt. Dann kam ein Einbruch und eine Ergebniskrise. Die hat sich bis zum Ende hingezogen. Wir haben zum Schluss zwar wieder mehr Stabilität reinbekommen, sind aber immer noch die Unentschiedenkönige.

bundesliga.de: Haben Sie eine Erklärung dafür, wie es zu diesem wie Sie sagen "Einbruch" gekommen ist?

Celozzi: Das ist von mehreren Faktoren abhängig. Teilweise hatten wir auch einfach nur Pech wie in Kaiserslautern. Im Großen und Ganzen haben wir zu viele Gegentore kassiert.

"Spielweise beruht auf Ballbesitz"

bundesliga.de: Das erste halbe Jahr ist nun abgehakt, im neuen Jahr stellt sich in Bochum vieles anders dar. Mit Gertjan Verbeek kam ein neuer Trainer, der auch eine neue Philosophie mitgebracht hat. Wo liegen nun die Schwerpunkte in der Trainingsarbeit?

Celozzi: Erst einmal vertritt der neue Trainer eine komplett andere Philosophie. Ich kann sagen, dass wir sehr intensiv trainieren. Wir haben viele Videoanalysen gemacht und Gespräche geführt, in denen der Trainer seine Philosophie vermittelt. Es geht jetzt darum, Automatismen einzuüben.

bundesliga.de: Wenn Sie von einer anderer Philosophie sprechen, wie sieht diese aus? Soll offensiver agiert werden?

Celozzi: Ich würde jetzt nicht sagen, dass die Spielausrichtung unbedingt offensiver ist. Die Spielweise beruht auf Ballbesitz. Und wir wollen nach den vielen Gegentoren in der Hinrunde defensiv besser stehen.

bundesliga.de: Wie erleben Sie den Trainer als Typ? Er hat ehrgeizige Pläne und bereits gesagt, dass er mittelfristig mit dem VfL in die Bundesliga will.

Celozzi: So lange kennen wir uns noch nicht. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass er ein sehr akribischer Trainer ist, der einen Plan und ein Konzept hat, das er den Spielern auch gut vermitteln kann. Er weiß, was er will, er ist ehrgeizig und will auch, dass wir ehrgeizig und erfolgshungrig sind. Er will mit uns angreifen.

"Müssen das neue System umsetzen"

bundesliga.de: Sie haben jahrelang in der Bundesliga gespielt und absolvieren nun Ihre erste Saison in der 2. Bundesliga. Wie schwer ist Ihnen die Umstellung gefallen?

Celozzi: In der 2. Bundesliga wird definitiv anders gespielt als in der Bundesliga. In der Bundesliga wird mehr der technische Fußball gespielt, in der 2. Bundesliga sind mehr Kampf, mehr Laufen und noch ein paar andere Tugenden gefragt.

bundesliga.de: Ich habe mir Ihre Profi-Statistik angeschaut und mich gefragt, wann erzielt Stefano Celozzi sein erstes Tor überhaupt? Ist das ein Ziel für die Rückrunde?

Celozzi: Ich dachte, das passiert, wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Keine Ahnung. Ich lasse mich überraschen. Ich will lieber mit der Mannschaft so viele Punkte wie möglich einfahren. Es wäre schön, wenn dann auch einmal ein Tor für mich herausspringt.

bundesliga.de: Mit welchen Zielen geht der VfL Bochum bei zehn Punkten Rückstand auf Platz drei und sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz in die kommenden 15 Spiele?

Celozzi: Wir wollen uns verbessern gegenüber der momentanen Situation. Wir liegen im Mittelfeld und müssen nun sehen, wie wir in die Rückrunde starten, wie wir das neue System umsetzen. Wir wollen angreifen, Spiele gewinnen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski