München - Mit gleich fünf Teams aus den neuen Bundesländern hat es eine Rekordanzahl an Ost-Teams in die eingleisige 2. Bundesliga geschafft - das Duell Lausitz gegen Sachsen macht den Anfang. Die Erwartungshaltungen für die neue Saison sind allerdings komplett verschieden: Während Cottbus im vergangenen Jahr immer wieder an den Aufstiegsrängen zur Bundesliga kratzte, kann es für Zweitliga-Rückkehrer Dynamo nur um den Klassenerhalt gehen.

Im zeitgleichen zweiten Auftaktspiel der 2. Bundesliga starten die "Eisernen" von Union Berlin beim FSV Frankfurt in die Saison (beide Partien ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Energie Cottbus - Dynamo Dresden

Die Favoritenstellung im ersten Ost-Derby der Saison ist klar. Energie Cottbus hat sich in der 2. Bundesliga etabliert, spielte in der letzten Spielzeit lange um den Aufstieg mit und zog sogar ins DFB-Pokal-Halbfinale ein, wo erst gegen den Zweitligakonkurrenten aus Duisburg Endstation war. Was die Lausitzer mit ihren Möglichkeiten aufgebaut haben, könnte eine Vorbildfunktion für Aufsteiger Dynamo haben.

Allerdings muss Cottbus in diesem Jahr ohne Nils Petersen auskommen - den Toptorjäger der letzten Saison zog es zum FC Bayern. "Da Petersen und Emil Jula in der jetzigen Konstellation nicht eins zu eins zu ersetzen sind, muss ich taktische Änderungen im System vornehmen", erklärte Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz im Interview mit bundesliga.de. Die beiden Neuzugänge Mustafa Kucukovic und Dimitar Rangelov dürften im Sturm beginnen, doch Wollitz nimmt auch sein Mittelfeld in die Pflicht: "Wir brauchen mehr Torgefahr aus den anderen Mannschaftsteilen. Die 'Doppel-Sechs' wird es wohl nicht mehr geben." Fehlen werden dem FCE Julian Börner (Oberschenkelprobleme) und Roger (Bänderriss im Sprunggelenk).

Größere personelle Probleme hat Dresdens Coach Ralf Loose. Besonders im Angriff drückt der Schuh: Im Moment ist Neuzugang Pavel Fort der einzige einsatzbereite Stürmer im Dynamo-Kader. "Natürlich habe ich Angst, dass er sich verletzt, denn dann stehe ich ohne Angriff da", erklärte ein besorgter Loose der "Sächsischen Zeitung". Hart trifft den Aufsteiger auch der langfristige Ausfall von Torwart Benjamin Kirsten (Schambeinentzündung), für den jetzt noch ein Ersatz verpflichtet werden soll. Neuverpflichtung Dennis Eilhoff hätte allerdings ohnehin den Vorzug vor dem Aufstiegshelden erhalten. Der französische Neuzugang in der Innenverteidigung, Romain Bregerie, hat seinen Bänderriss im linken Sprunggelenk überstanden und kann wohl spielen.




FSV Frankfurt - 1. FC Union Berlin

Die Frankfurter hoffen, dass am Freitag beim Saisonauftakt gegen Union Berlin das Gesetz der Serie greift. Denn in den letzten beiden Spielzeiten gewannen die Hessen jeweils das Duell gegen die "Eisernen". Umgekehrt wollen die Hauptstädter endlich einmal gut aus den Startlöchern kommen: Bisher gewannen sie nur eine von fünf Begegnungen am ersten Zweitligaspieltag.

Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Boysen übte sich vor der Partie noch im Tiefstapeln. "Für uns geht es nur um den Klassenerhalt", sagte Boysen im Interview mit bundesliga.de. Einen Vorteil hat der FSV jedoch auf seiner Seite: Mit Torjäger Karim Benyamina holte man sich in der Sommerpause einen langjährigen Berliner als "Insider" an den Main. Der algerische Nationalspieler wird jedoch am Freitag nicht auflaufen, an seiner statt soll Momar N'Diaye vorneweg stürmen. Im Tor bekommt der neue, alte Stammtorwart Patric Klandt die Chance, das Vertrauen von Trainer Hans-Jürgen Boysen zu rechtfertigen. Gezwungenermaßen verzichten müssen die Frankfurter auf Tufan Tosunoglu (Quadrizepssehnenriss) und Macauley Chrisantus (Lauftraining nach Malaria).

Der 1. FC Union schloss die Saison 2010/11 zwei Plätze vor den Bornheimern ab. Dass ein Sieg zum Saisonauftakt nicht unmöglich ist, bezweifelt auch aufgrund der starken Testspiele kaum ein Fan der Berliner. Uwe Neuhaus gibt sich zurückhaltend. "Die Testspielergebnisse muss man mit Vorsicht genießen und kann nichts daraus ableiten", findet Unions Chefcoach, der dennoch weiß: "Für das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein waren die Siege ohne Zweifel sehr wichtig." Am Freitag werden mit Marc Pfertzel, Markus Karl und dem aus Köln ausgeliehenen Simon Terodde auch gleich drei der fünf Neuzugänge auflaufen. Nicht einsatzfähig sind Fabian Fritsche (Kreuzbandriss), Oliver Hofmann (muskuläre Probleme), Torsten Mattuschka und Michael Parensen (beide Aufbautraining).



Sabine Glinker und Christoph Gschoßmann