München - Für den FC St. Pauli (gegen Energie Cottbus) und den SC Paderborn (gegen den MSV Duisburg) geht es am 27. Spieltag darum, wieder den Anschluss an die Aufstiegsplätze herzustellen. Schlusslicht Rostock hat gegen Aue fast schon die letzte Chance im Kampf um den Klassenerhalt (alle Sonntagsspiele ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Andre Schubert erwartet ein hartes Stück Arbeit für seine "Kiezkicker". Die Cottbuser konnten zuletzt in den Heimspielen gegen Eintracht Braunschweig und Fortuna Düsseldorf jeweils einen Punkt holen. Im letzten Auswärtsspiel in Frankfurt standen unterm Strich zwar keine Punkte, aber dafür eine gute Leistung für die Elf von Rudi Bommer. "Die Cottbuser haben sich gerade defensiv stabilisiert. Nach unserem 4:1-Sieg in der Hinrunde haben sie nie mehr als zwei Treffer kassiert", erklärte Schubert.

Seine Mannschaft müsse zudem die richtigen Schlüsse aus dem Aue-Spiel ziehen. "Wir haben dort sehr gut umgeschaltet, sind gut in die Tiefe gekommen und haben uns etliche Chancen herausgespielt. Nur vor dem Tor haben wir in der letzten Konsequenz nicht sauber und ruhig genug abgeschlossen. Das müssen wir verbessern", sagte Schubert. Personell sieht es wieder gut aus bei den "Kiezkickern". Während Mahir Saglik (Grippe), Marius Ebbers (Patellasehnenreizung) und Fabian Boll (Innenbandzerrung) bereits wieder im Mannschaftstraining sind, steht hinter Petar Sliskovic ein Fragezeichen. Der Kroate leidet noch unter einer Muskelverhärtung im Oberschenkel. Ebenfalls wieder mit im Kader ist Torhüter Philipp Tschauner.

Energie muss in Hamburg ohnen seinen neunfachen Torschützen Dimitar Rangelov auskommen, den muskuläre Probleme plagen. "Es gibt noch immer keine genaue Ursache für die Beschwerden. Ein Muskelfaserriss konnte zwar ausgeschlossen werden. Aber ob die Probleme aus dem Nackenbereich oder doch aus der Hüfte resultieren, das müssen wir noch herausfinden", erklärte Bommer. Sofern Martin Fenin nach gelungenem Comeback gegen Düsseldorf die jüngsten Eindrücke im Training bestätigt und seine körperliche Konstitution es zulässt, hat er die besten Karten auf den Platz im Sturm. Bommer bremst dennoch die Erwartungen: "Martin Fenin hat sich gut präsentiert, für ihn persönlich war das Spiel gegen Fortuna mit dem Empfang durch die Fans sehr wichtig. Doch wir müssen aufpassen und richtig dosieren, irgendwann wird er zwangsläufig in ein physisches Loch fallen."



Schiedsrichteransetzungen

Vor dem wichtigen Heimspiel am Sonntag gegen Aue werden die Sorgenfalten von Trainer Wolfgang Wolf nicht kleiner. Und dies nicht nur, weil die Chancen auf den Klassenerhalt geringer werden, je weniger Spiele noch zu absolvieren sind. Auch die aktuelle Personalsituation hat sich drei Tage vor dem Spiel noch einmal verschärft: "Marek Janecka ist grippal angeschlagen und kann aktuell nicht trainieren. Zudem hat sich Robert Müller gestern im Training eine Knöchelverletzung zugezogen, so dass auch hinter seinem Einsatz ein ganz großes Fragezeichen steht", erklärte Wolf, der unverändert auch auf seinen Kapitän verzichten muss: "Sebastian Pelzer kann noch nicht wieder in den Kader zurückkehren. Bei Michael Wiemann müssen wir die aktuelle Entwicklung ebenso abwarten wie bei Kevin Müller, der nach seiner Oberschenkelverletzung heute mit leichter Ballarbeit beginnen wird."

"Wir wissen genau, wie Aue spielt - und zwar sehr kampfbetont und zweikampfstark. Auf das Spiel sind wir sehr gut vorbereitet und bauen auch auf die Unterstützung von den Rängen", verbreitet Wolf Optimismus vor dem Spiel, weiß aber auch: "Persönliche Fehler dürfen wir uns nicht mehr erlauben, wenn wir den drittletzten Tabellenplatz noch erreichen wollen."

Die "Veilchen" reisen nach dem 2:1-Erfolg über den FC St. Pauli mit breiter Brust an die Ostsee und wollen mit einem Sieg einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt gehen. Coach Karsten Baumann nimmt seine Mannen dennoch in die Pflicht: "Ich warne jeden davor, die Sache zu leicht zu nehmen. Es ist noch nichts entschieden und es kann viel passieren. Hansa hat die wohlmöglich letzte Chance, nochmal an den Nichtabstiegsplätzen zu schnuppern." Personell stehen Baumann bis auf Pierre le Beau, Adli Lachheb, Guido Kocer (alle Sperre) und Thomas Paulus (Verletzung) alle Spieler zur Verfügung.



Schiedsrichteransetzungen

Zum viertletzten Heimspiel der Saison empfängt der SCP den MSV Duisburg. Aufgrund zahlreicher personeller Ausfälle bezeichnet Trainer Roger Schmidt diese Begegnung als "besonders große Herausforderung". Innenverteidiger Florian Mohr muss aufgrund einer Verletzung am Sprunggelenk passen. Da Sören Gonther und Markus Palionis ebenfalls verletzungsbedingt nicht mitwirken können, steht Schmidt mit Eigengewächs Christian Strohdiek nur ein etatmäßiger Innenverteidiger zur Verfügung. Zudem muss Mittelfeldakteur Enis Alushi aufgrund der Roten Karte in Ingolstadt gegen Duisburg pausieren. "Diese Situation fordert uns heraus und ist zusätzliche Motivation. Wir werden zeigen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen", betont der Coach.

Alle Beteiligten müssten jetzt näher zusammenrücken. Dabei bezieht Schmidt die erwartete große Kulisse mit ein: "Wir werden die Zuschauer brauchen." Einige Spieler müssten, wie schon mehrfach in dieser Saison bewiesen, auf ungewohnten Positionen über sich hinauswachsen. Die Lücke in der Innenverteidigung könnten Markus Krösche oder Jens Wemmer füllen, alternativ denkt der SCP-Trainer auch über die Umstellung auf eine Dreierkette nach.

Der MSV Duisburg will nach dem Befreiungsschlag (2:1-Sieg gegen VfL Bochum) einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Trainer Oliver Reck warnt trotzdem: "Wir befinden uns weiterhin in einer prekären Situation, haben noch acht Endspiele vor uns." Von einer möglichen Schwächephase des Überraschungsteams aus Ostwestfalen will der Trainer nichts wissen: "Der SCP ist stark. Die Paderborner spielen schon lange zusammen und kennen solche Schwächephasen."



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