Köln - Mit zwei Partien geht der 9. Spieltag der 2. Bundesliga am Samstagmittag in die nächste Runde. Dabei winkt dem FC St. Pauli bei einem Erfolg gegen den SC Paderborn zumindest für eine Nacht die Tabellenführung. Beim Duell zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem MSV Duisburg steht dagegen ein anderes Ziel im Mittelpunkt: Punkte im Kampf gegen den Abstieg sammeln.

Ausrutscher ausnutzen

Im letzten Jahr musste der FC St. Pauli noch bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern, jetzt schweben die Hanseaten im Fußball-Himmel und sind mittendrin im Aufstiegsrennen. Nach dem Ausrutscher des VfL Bochum (1:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern) könnte das Team von Ewald Lienen mit einem Dreier beim SC Paderborn vorerst die Tabellenführung übernehmen (ab 12:45 Uhr im Liveticker). Dazu müsste allerdings eine schwarze Serie enden, denn bis jetzt konnte St. Pauli in der 2. Bundesliga noch nie in Paderborn gewinnen.

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Für die Ostwestfalen, die mit sechs Niederlagen aus den ersten acht Spielen schlecht in die Saison gestartet sind, geht es darum, nicht zu tief in den Abstiegskampf zu rutschen. Entsprechend motiviert erwartet Lienen den SCP, schließlich weiß er aus Erfahrung, welche Kräfte freigesetzt werden können, wenn man sich aus dem Tabellenkeller befreien will. "Das wird ein ganz gefährliches Spiel", warnt der Coach. "Die Einstellung ist entscheidend, unsere Jungs müssen Biss zeigen."

Genau darum geht es auch seinem Gegenüber Markus Gellhaus, der auch bei der ernüchternden 0:3-Niederlage in Fürth viele gute Ansätze gesehen hat, aber klar und deutlich sagt: "Die letzte Entschlossenheit hat gefehlt, hier können wir zulegen."

Raus aus der "Hölle"

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Noch wesentlich lauter als in Paderborn schrillen derzeit die Alarmglocken beim MSV Duisburg. Der Aufsteiger wartet auch nach acht Runden noch auf den ersten Saisonsieg, liegt folglich auf dem letzten Tabellenplatz und kassierte zuletzt eine herbe 0:5-Pleite gegen Eintracht Braunschweig. Entmutigen lassen sich die Zebras aber nicht. Martin Dausch, der bis 2014 bei Union Berlin spielte, weiß, worauf es in der schwierigen Situation ankommt: "Wir müssen alles reinwerfen, was wir haben. Gemeinsam mit unseren Fans, die und nach vorne schreien werden, nehmen wir dann hoffentlich auch was Zählbares mit."

Dieses Vorhaben verfolgt natürlich auch der 1. FC Union, der in dieser Saison regelmäßig gut startet, sich dann aber um den Lohn bringt. An sieben der acht Spieltage lagen die Eisernen in Führung, sechs Mal reichte es trotzdem nicht zum Sieg. "Momentan müssen wir durch die Hölle gehen", sagt Trainer Sascha Lewandowski deshalb. Mut macht da die Bilanz gegen den MSV: In den letzten sechs Zweitligaspielen gab es keine Niederlage (vier Siege, zwei Remis).

Ein dreifacher Punktgewinn wäre für die Berliner auch deshalb wichtig, weil dann der Kontakt zum gesicherten Mittelfeld nicht abreißt. Das ist dann zwar nicht der Fußball-Himmel, aber eben auch nicht mehr die von Lewandowski zitierte "Hölle".