München - Für den FC St. Pauli wird der erste Auftritt in der 2. Bundesliga nach seinem einjährigen "Gastspiel" in Deutschlands Eliteliga zu einer doppelten Bewährungsprobe. Zum einen müssen die Mannen von Trainer Andre Schubert aufgrund einer Stadionsperre ihr geliebtes Millerntor verlassen und im Lübecker Stadion Lohmühle antreten - zum anderen wartet mit dem ambitionierten FC Ingolstadt ein Gegner, der aktuell die beste Auswärtsserie des deutschen Profifußballs sein Eigen nennt.

Im zweiten Samstagsspiel des 1. Spieltags empfängt zudem der letztjährige Herbstmeister FC Erzgebirge Aue Alemannia Aachen (alle Spiele ab 12:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

FC St. Pauli - FC Ingolstadt

Als Absteiger sind die "Kiezkicker" auf dem Papier natürlich der klare Favorit, zumal der FCI in der letzten Zweitligasaison lange um den Abstieg bangen musste. Doch die Audistädter zeigten sich gerade zum Ende der letzten Spielzeit und vor allem auf fremdem Geläuf in bestechender Form: Keines der letzten sechs Auswärtsspiele ging verloren. Die Hamburger mussten bei ihren letzen fünf Heimauftritten hingegen Pleiten einstecken.

Da trifft es sich gut, dass der Absteiger an diesem Wochenende ebenfalls "auswärts" antritt. Zumal die Hanseaten auch dort auf die laustarke Unterstützung ihrer Anhänger zählen. "Ich bin mir sicher, dass unsere Fans auch in Lübeck für eine Heimspiel-Atmosphäre sorgen", meinte Neuzugang Mahir Saglik gegenüber "Welt Online". Schubert erwartet jedoch einen harten Beginn für seine Mannschaft. "Generell ist der Auftakt für Absteiger nie leicht. Die Teams haben sich personell verändert und müssen sich erst einmal finden." Zumal St. Pauli auch noch ein beachtliches Lazarett unterhält: Marius Ebbers (Muskelfaserriss Adduktoren), Rowen Hennings (Reha), Dennis Daube (Außenbandanriss im Knie), Moritz Volz (Reha nach Schienbeinbruch), Arvid Schenk (Gehirnerschütterung) und Carlos Zambrano (Sehnenabriss im Oberschenkel) fallen allesamt aus.

Ganz anders beim FCI: Lediglich Tobias Fink (Nasenbeinbruch) kann zum Auftakt nicht mitmischen. Trainer Benno Möhlmann erwartet die Hanseaten im Ausweichstadion "noch konzentrierter, da sie in einer ungewohnten Atmosphäre antreten." Von einer Außenseiterrolle seines Teams wollte Möhlmann ganz und gar nichts wissen. Nach einer Top-Vorbereitungsphase sei sein Kader "in einem Zustand, mit dem wir dem Gegner auf Augenhöhe begegnen können." Die "Schanzer" sind also bestens gerüstet, den Absteiger gebührlich in der 2. Bundesliga zu empfangen.




FC Erzgebirge Aue - Alemannia Aachen

Mit dem Erzgebirge Aue verbindet Alemannia Aachen nach der vergangenen Saison keine besonders guten Erinnerungen: Auswärts wurden sie 1:2 geschlagen, am 30. Spieltag zuhause setzte es sogar eine 1:5-Klatsche. Schon zum Saisonstart bietet sich jetzt die Gelegenheit, sich für diese Schmach zu revanchieren.

In Aue hat die Herbstmeisterschaft 2010 Begehrlichkeiten geweckt. Eine solche Top-Platzierung soll nicht mehr leichtfertig verschenkt werden. "Am Ende werde ich an Punkten gemessen. Alles andere ist Makulatur" sagte Trainer Rico Schmitt diesbezüglich zur "Freien Presse". Dabei kann er am Wochenende fast aus dem Vollen schöpfen: Nur Verteidiger Adli Lachheb fällt wegen Trainingsrückstand aus. Gespannt sein darf man in Aue auf das neue "Traumsturmduo" Enrico Kern und Ronny König.

Aachens Sportdirektor Erik Meijer versprühte bei der Pressekonferenz im Vorfeld Optimismus: "Wir haben sicher Qualität verloren, aber wir haben auch viel neue Qualität dazubekommen. Ich bin guten Mutes, dass wir ein starkes Team haben", erklärte der Niederländer. Die Aufstellung ist bereits fixiert, nur auf einen Torhüter wollte und konnte sich Coach Peter Hyballa noch nicht festlegen. Auflaufen wird entweder Neuzugang Boy Waterman oder David Hohs. Verzichten muss man in Aachen momentan auf sechs Verletzte: Tim Krumen (Schulter-Luxation), Mirko Casper (Bündelriss im Adduktoren-Bereich), Bilal Cubukcu (Reha), Kevin Maek (Syndesmosebandriss), Kim Falkenberg und Florian Müller (Reha).



Sabine Glinker und Christoph Gschoßmann