Berlin - Das erste Spiel des Jahres 2015 führte die Union-Profis ins Berliner Poststadion. Die Eisernen folgten der Einladung des SC Union 06 und verbanden unter dem Motto "Willkommen in Berlin" die Geschichte des eigenen Vereins mit aktuellen Themen.

Union Oberschöneweide bildet die historische Klammer, die sowohl Union 06 als auch den 1. FC Union Berlin miteinander verbindet. Die Geschichte des SC Union 06 begann 1950 nachdem zahlreiche Spieler von Union Oberschöneweide die Flucht in den Westteil der Stadt angetreten hatten und den Verein dort unter diesem Namen gründeten. Im Ostteil wurde ebenfalls weitergespielt und nach mehreren Umbenennungen wurde schließlich 1966 der 1. FC Union Berlin gegründet.

Flucht und Vertreibung und die Unterbringung von Flüchtlingen sind auch heute und nicht nur in Berlin heiß diskutierte Themen. Die auf dem Gelände des Sportparks Poststadion errichteten Notunterkünfte für Flüchtlinge und die damit verbundenen Einschränkungen für den Trainingsbetrieb waren für Union 06 der Anlass, den Schwesterverein aus Köpenick einzuladen, um Flüchtlinge und Berliner im Rahmen eines gemeinsamen Spiels bei freiem Eintritt zusammenzubringen. Bei eisigen Temperaturen aber strahlendem Sonnenschein pilgerten rund 1.500 Fußballfreunde ins Poststadion und sahen ein kurzweiliges Spiel.

Polter bricht den Bann

Für den ersten Auftritt der Wintervorbereitung schickte Unions Cheftrainer Norbert Düwel in Hälfte eins folgende Elf gegen den Berliner Landesligisten auf den Rasen:

Amsif - Kopplin, Puncec, Schönheim, Oschkenat - Kreilach, Köhler - Quiring, Thiel - Brandy, Polter

Der Favorit aus Köpenick begann dominant. Bereits nach vier Minuten musste 06-Keeper Konstantin Herr den starken Versuch von Maximilian Thiel aus Nahdistanz klären. Nur wenig später hatte erneut Thiel die Führung auf dem Fuß. Sein Schuss konnte jedoch ein Verteidiger von der Torlinie kratzen. Nach 18 Minuten zappelte der Ball erstmals im Netz. Dem Treffer von Benjamin Köhler wurde jedoch auf Grund einer Abseitsstellung die Anerkennung verweigert. Auch weitere hochkarätige Möglichkeiten blieben ungenutzt. Nach 34 Minuten brach Sebastian Polter den Bann und köpfte das erste Union-Tor im neuen Jahr. Die Führung der Gäste währte jedoch nur kurz. Die erste gute Chance für die Gastgeber nutzte Claudio Cassol nach 37 Minuten zum Ausgleich. Mit dem Unentschieden ging es in die Pause.

Düwel wechselt komplett

In Hälfte zwei sah die Elf des Zweitligisten wie folgt aus:

Haas - Koch, Leistner, Eggimann, Parensen - Henning, Zejnullahu - Kobylanski, Billhardt - Nebihi, Skrzybski

Die zweiten 45 Minuten begannen aus Sicht der Eisernen furios. Binnen 180 Sekunden stellten Martin Kobylanski (48.), Eroll Zejnullahu (49.) und Steven Skrzybski (50.) den Spielstand auf 4:1. Michael Parensen erhöhte wenig später nach einer Freistoßflanke auf 5:1 (54.). Martin Kobylanski ließ sich in der 60. Minute die Chance vom Punkt nicht nehmen und erzielte seinen zweiten Treffer (60.). Bajram Nebihi, nach schnellem Doppelpass mit Steven Skrzybski frei vor dem Tor, erzielte den achten Treffer des Tages und setzte den Schlusspunkt (85.). Am Ende siegte der Favorit aus Berlin-Köpenick mit 7:1.

Union ins Trainingslager nach Spanien

"In der ersten Hälfte haben wir unsere Chancen nicht konsequent genutzt. Das war in der zweiten Hälfte natürlich deutlich besser. Für das erste Testspiel nach der langen Weihnachtspause war das über weite Strecken in Ordnung. Ab morgen werden wir uns dann im Trainingslager intensiv unter optimalen Bedingungen vorbereiten", so Norbert Düwel nach dem Spiel.

Am Montag (19.01.) macht sich der Union-Tross auf den Weg ins Trainingslager nach Süd-Spanien. In Sotogrande bereitet sich die Mannschaft von Trainer Norbert Düwel auf die Rückrunde der 2. Bundesliga vor. Der nächste Test steht am Mittwoch (21.01.) auf dem Programm. In San Pedro de Alcantara treffen die Berliner auf den Schweizer Erstligisten FC Luzern.