München - Der TSV 1860 München hat beim Debüt von Trainer Daniel Bierofka seine Chance im Abstiegskampf der 2. Bundesliga am Schopf gepackt - und Bierofka selbst ein "goldenes Händchen" bewiesen. Dank eines Treffers des eingewechselten Rubin Okotie (87.) gewannen die Löwen im ersten Spiel unter dem Ex-Profi und bisherigen U23-Coach mehr als verdient mit 1:0 (0:0) gegen Eintracht Braunschweig und haben ihr Schicksal im Kampf gegen den Abstieg in die 3. Liga damit wieder selbst in der Hand.

"Wir haben das Spiel verdient gewonnen, das ist schön für Biro und uns alle", sagte Sportdirektor Oliver Kreuzer bei Sky. Der abgekämpfte Bierofka ergänzte: "Wir wurden dafür belohnt, wie wir aufgetreten sind." Nicht zu vergessen: Der Trainer hatte nicht nur den Torschützen eingewechselt, sondern in Michael Liendl auch den Vorlagengeber. "Wenn man so 1:0 gewinnt, das ist das Emotionalste, was es gibt", sagte er.

Nach den Patzern der Konkurrenten kletterten die Sechziger damit vor den punktgleichen SC Paderborn (29 Punkte) auf den Relegationsplatz, zum FSV Frankfurt auf dem rettenden Rang 15 fehlt nur noch ein Zähler (zur Tabelle). Nach einem Gastspiel beim FC St. Pauli treffen die Löwen am letzten bzw. vorletzten Spieltag noch auf Paderborn (Heim) sowie Frankfurt (auswärts). Bierofka aber mahnte: "Wenn man es so ausdrücken will: Wir haben eine Schlacht gewonnen, aber noch nicht den Krieg."

Beim Debüt von Bierofka stimmte vieles, nur das Ergebnis zunächst nicht. Grund: die Chancenverwertung war wie gewohnt miserabel. Vor allem der auffällige Valdet Rama, der gemeinsam mit Daylon Claasen für viel Betrieb sorgte, ließ mehrere Gelegenheiten ungenutzt. Die beste davon vereitelte Braunschweigs hervorragender Torhüter Rafal Gikiewicz (19.).

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Die prägende Szene des Spiels war lange Zeit die "Hundertprozentige" von Christopher Schindler (34.). Nachdem Gikiewicz einen Kopfball von Sascha Mölders pariert hatte, schoss der Abwehrspieler den Abpraller nur an die Latte, von dort sprang der Ball außerdem auf die Torlinie. Es wäre der "Dosenöffner" gewesen, den die engagierten Münchner dringend gebraucht hätten. Allerdings: Sie gaben auch danach nie auf und wurden für ihre Mühe belohnt

Ein wenig haderten die Münchner Löwen auch mit Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden), der bei Attacken gegen Mölders (41.) und Kai Bülow (52.) keinen Elfmeter gab. Sie hatten aber auch Glück, dass die Eintracht, bei der Darius Scholtysik den kurz vor Anpfiff erkrankten Chefcoach Torsten Lieberknecht vertrat, durch Patrick Schönfeld nur den Pfosten traf (41.).

SID

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