München - Moritz Stoppelkamp hat den TSV 1860 München in der neuen Zweitliga-Saison vor einem Fehlstart bewahrt. Der ehemalige Hannoveraner traf in der Nachspielzeit (90.+1) zum verdienten 2:1 (0:0)-Endstand über den FSV Frankfurt. Nach Toren von Mathew Leckie (53.) und Ex-Nationalspieler Benjamin Lauth (55.) hatte es in einer chancenarmen Partie lange nach einem Remis ausgesehen. München hat damit drei Punkte Rückstand auf die Spitze. Frankfurt steckt mit null Punkten tief im Tabellenkeller, denn beide Teams hatten ihr Aufaktmatch jeweils mit 0:1 verloren.

"Wir haben bis zum Schluss daran geglaubt und wollten auch bei dieser Hitze unbedingt noch gewinnen" sagte Matchwinner Stoppelkamp: "Das zeigt, was in der Mannschaft steckt." FSV-Trainer Möhlmann war nach der zweiten späten Niederlage in Serie enttäuscht: "Das sind schon Nackenschläge, die man erst mal verdauen muss. Wichtig ist, dass wir den Kopf oben tragen und die positiven Aspekte von heute mit ins nächste Spiel nehmen."

1860-Coach Alexander Schmidt hatte seine Elf auf zwei Positionen verändert. Der entmachtete Ex-Kapitän Lauth ersetzte im Sturm Rob Friend, auch Neuzugang Daniel Adlung fand sich erstmals auf der Bank wieder. Bobby Wood rutsche für ihn in die Startelf. Möhlmann brachte in der Offensive Odise Roshi und Mathew Leckie für Marcel Kandziora und den Ex-Münchner Markus Ziereis. Bei 1860 begann der ehemalige Frankfurter Yannick Stark, der schon vor der Partie von einem "besonderen Spiel" für ihn gesprochen hatte.

Lauth schlenzt zunächst knapp drüber



Bei tropischen Temperaturen um die 40 Grad waren die Gastgeber vor 16.500 Zuschauern in der Allianz Arena von Beginn an das etwas aktivere Team, ohne sich große Chancen herauszuspielen. Der agile Lauth verpasste eine Wood-Hereingabe am Fünfmeterraum knapp (18.). Auch nach der Trinkpause (22.) besann sich Frankfurt in einer tempoarmen Partie fast ausschließlich auf die Defensive. Möhlmann hatte dem TSV ohnehin die Favoritenrolle zugeschoben.

Und 1860 war weiter am Drücker: Ein Schlenzer von Lauth (25.) strich am rechten Torwinkel vorbei. Bis zur Pause bot sich dem Publikum dasselbe Bild: 1860 machte das Spiel, doch Frankfurt verteidigte clever. Der vor der Partie angeschlagene FSV-Keeper Patric Klandt hatte ebensowenig zu tun wie Gegenüber Gabor Kiraly, auch bei einem Distanzschuss von Stark (41.) musste er nicht eingreifen.

Lauth antwortet Leckie sofort



Nach der Halbzeit, in der die Münchner Fankurve vom Stadionpersonal geduscht wurde, gaben zunächst die Löwen weiter den Ton an. Stoppelkamp verfehlte mit einem Schlenzer den rechten Winkel nur um Haaresbreite (49.). Mehr Schussglück hatte der FSV, der mit der ersten Torgelegenheit in Führung ging. Kiraly war bei einem von Kai Bülow abgefälschten Schuss des Ex-Gladbachers Leckie (53.) machtlos.

1860 ließ sich nicht beirren und antwortete prompt: Stoppelkamp (54.) zielte zunächst noch knapp drüber, dann glückte Lauth der schnelle Ausgleich. Er spitzelte eine flache Stoppelkamp-Hereingabe von links aus kurzer Distanz ins lange Eck (55.). 1860-Coach Schmidt wollte mehr: Die Offensivspieler Marin Tomasov (56.) und Rob Friend (63.) ersetzten den auf Linksaußen glücklosen Hain und Wood. Möhlmann brachte Marc Heitmeier (60.) und Marcel Kandziora (63.) für Roshi und Joni Kauko.

Friend jubelt nur kurz - Stoppelkamp spät



Der TSV blieb dran - und die Münchner Fans jubelten erneut: Friend staubte kurz vor der zweiten Trinkpause einen Lattentreffer von Neu-Kaptiän Guillermo Vallori per Kopf ab, wurde aber wegen Foulspiels an Joan Oumari zurückgepfiffen (67.).

Schmidt brachte dann mit dem Ex-Cottbuser Adlung seinen letzten Offensivjoker für Sechser Dominik Stahl (72.). Frankfurt igelte sich immer tiefer in der eigenen Hälfte ein. Vallori (82.) prüfte Klandt nach einer Ecke per Kopf, Lauth und Friend (84.) wurden im Fünfmeterraum geblockt, Lauth traf mit einer verunglückten Flanke noch die Latte (90.) - ehe Stoppelkamp eine Vorlage von Stark am Strafraumrand flach ins Netz drosch und die Arena doch noch jubeln ließ.

Aus der Allianz Arena berichtet Christoph Gschoßmann