Braunschweig - Der FC St. Pauli schöpft nach einem überraschenden Befreiungsschlag im Abstiegskampf der 2. Bundesliga neue Hoffnung. Die Hamburger feierten mit 2:0 (1:0) bei Bundesliga-Absteiger Eintracht Braunschweig ihren ersten Sieg 2015 und gaben die Rote Laterne des Tabellenletzten an den VfR Aalen ab.

Braunschweig wartet seinerseits nach wie vor auf seinen ersten Sieg nach der Winterpause und kann bei sieben Punkten Rückstand auf Relegationsplatz drei seine Aufstiegsträume wohl frühzeitig begraben. Die beiden Innenverteidiger Sören Gonther (25.) und Lasse Sobiech (65.) machten den ersten Auswärtssieg von St. Pauli in dieser Saison perfekt.

Gonther: "Hat die totale Überzeugung gespürt"

"Man hat bei uns heute die totale Überzeugung gespürt. Zudem haben wir heute mal die Tore gemacht. Ich hoffe, dass das ein Brustlöser war", sagte ein zufriedener Pauli-Kapitän Gonther nach dem Spiel. Julian Koch freute sich ebenfalls über den Sieg. "Ich bin stolz auf das ganze Team", sagte der Neuzugang. "Es war ein anderes Spiel als in den letzten Wochen. Wir wollten Braunschweig das Spiel überlassen. Wir standen hinten bombenfest und haben vorne eiskalt zugeschlagen."

Drei Tage nach der respektablen Leistung beim 0:2 im Pokalviertelfinale bei Rekordmeister Bayer München war bei den Gastgebern von neuem Selbstvertrauen nichts zu spüren. Gegen die biederen Gäste vom Kiez fiel Braunschweig vor 23.100 Zuschauern im ausverkauften Stadion herzlich wenig ein. Lediglich Benjamin Kessel hatte kurz vor der Pause eine gute Gelegenheit für die Niedersachsen.

Lieberknecht kritisiert Einsatzbereitschaft

Auch nach der Pause ließ St. Pauli nicht viel zu. Zudem war das Team von Trainer Ewald Lienen bei Kontern stets gefährlich, wobei Lennart Thy vor dem 2:0 in der 55. Minute die beste Möglichkeit hatte.

"Das war mit Abstand das schlechteste Heimspiel, dass wir in dieser Saison abgeliefert haben", sagte Braunschweigs Marcel Correia zum Spiel. "Da war kein Feuer drin, kein Druck. Wir haben heute so ziemlich alles vermissen lassen." Trainer Torsten Lieberknecht, der vor dem Spiel "Wucht und Leidenschaft" gefordert hatte, zeigte sich später selbstkritisch.

"Das Bissige und Aggressive war heute ausschlaggebend, dass Pauli gewonnen hat. Davon war bei uns nichts zu sehen", hadert Lieberknecht mit der Einsatzbereitschaft. "All das, was wir uns vorgenommen haben, konnten wir heute nicht umsetzen. Ich habe als Trainer heute wohl nicht die richtigen Worte gefunden, daher nehme ich die Niederlage auch ein Stück weit auf meine Kappe", so der Braunschweiger Coach.

Mit Material vom SID

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