Rostock - Hansa Rostock im Tal der Tränen: Der Traditionsclub hat das Relegationsduell gegen den FC Ingolstadt verloren und ist erstmals in der Vereinsgeschichte in die 3. Liga abgestiegen.

Nach dem 0:1 im Hinspiel verlor Hansa im Ostseestadion gegen die Bayern auch das Rückspiel mit 0:2 (0:1). Dagegen kehrt Ingolstadt nach nur einem Jahr in die 2. Bundesliga zurück.

"Ich bin sehr stolz"

"Das war ein Nervenspiel. Der frühe Gegentreffer war ein Tiefschlag, von dem wir uns nicht mehr erholt haben. Wir müssen beide Spiele zusammen betrachten. Da haben wir es in Ingolstadt nicht geschafft, Druck aufzubauen", sagte Hansa-Coach Marco Kostmann.

Sein Gegenüber Michael Wiesinger war dagegen überglücklich: "Ich bin sehr stolz. In den zwei Spielen haben wir verdient gewonnen und eindrucksvoll bewiesen, dass wir in die 2. Bundesliga wollen. Der Sieg hätte auch höher ausfallen können."

Gerber erwischt Hansa eiskalt

Fabian Gerber besiegelte mit zwei Treffern (8. und 78.) Hansas Sturz in die Drittklassigkeit. Rostock, vor 19 Jahren noch letzter DDR-Meister, war bisher der einzige Ostclub der nie tiefer als in der 2. Bundesliga gespielt hatte. Der Gang in die 3. Liga ist für den Ex-Bundesligisten bereits der zweite Abstieg innerhalb von zwei Jahren.

Den erstem Rückschlag für die Hausherren gab es gleich in der Anfangsphase, als der nach seiner Rot-Sperre zurückgekehrte Hansa-Kapitän Martin Retov den Ball verlor, Stefan Leitl Gerber steil schickte und dieser den Ball ins lange Ecke schob (8.). Die Führung war zu diesem Zeitpunkt bereits verdient, da Ingolstadt deutlich aggressiver und zielstrebiger auftrat als der Zweitligist.

Kern kommt nach 15 Minuten

Die Taktik von Hansa-Coach Marco Kostmann war bereits über den Haufen geworfen. Der neu ins Team gerückte Mittelfeldmann Kevin Pannewitz musste nach einer Viertelstunde für Stürmer Enrico Kern weichen.

Rostock ließ jedoch weiterhin jeglichen Spielwitz vermissen, Gerber (19.) und Moritz Hartmann (36.) hätten für Ingolstadt sogar erhöhen können. Lediglich Kern (42.) tauchte ein Mal gefährlich vor FCI-Torwart Marco Sejna auf, schoss jedoch knapp drüber.

Hansa begann die zweite Hälfte schwungvoll, die große Chance hatte jedoch Ingolstadt. Helgi Danielsson rettete gegen Steffen Wohlfahrt (49.) in letzter Sekunde auf der Linie.

Hansa müht sich verzweifelt

In der Folge mühte sich Hansa verzweifelt, angesichts der limitierten Kreativität sprang zunächst jedoch nur ein Kopfball vom eingewechselten Marcel Schied (55.) heraus.

Doch auch Ingolstadt ließ Chancen aus, Hartmann (65.) lief allein aufs Hansa-Tor zu, traf jedoch nur den Pfosten. In der 78. Minute sorgte dann aber erneut Gerber für die Entscheidung.