Hamburg - Vier Jahre lang stürmte Christopher Nöthe für die SpVgg Greuther Fürth, seit dem Sommer ist der 25-Jährige beim FC St. Pauli unter Vertrag.

Am Sonntag (ab 13 Uhr im Live-Ticker) gastiert der Hamburger Stadtteilclub in Franken. Vor der Rückkehr in die alte Heimat sprach Nöthe mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Nöthe, Sie haben am letzten Spieltag Ihr erstes Tor für den FC St. Pauli geschossen. Wie wichtig war dieser Treffer für Sie trotz der Niederlage?

Christopher Nöthe: Die Erleichterung war bei mir natürlich riesengroß. Es war ein wichtiges Tor nach einer langen Durststrecke. Auch für mein Selbstvertrauen war es enorm wichtig.

bundesliga.de: Vor zwei Jahren gehörten Sie zu den Aufstiegshelden in Fürth, danach wurde es etwas ruhiger um Sie. Vor 18 Monaten wechselten Sie nach St. Pauli. Welche Lehren haben Sie gezogen?

Nöthe: Das Jahr in der Bundesliga war für mich von Bedeutung, da ich in dieser Zeit eine Menge Erfahrung gesammelt habe. Zwar habe ich in dieser Zeit nicht unbedingt das Vertrauen des Trainers und des Vereins gespürt, was mich auch etwas runtergezogen hat, allerdings habe ich mich wieder aufgerappelt und meine Lehren daraus gezogen. Der Wechsel zum FC St. Pauli war ein Neuanfang für mich. Hier habe ich den Spaß am Fußball wiedergefunden, den ich in den letzten Monaten in Fürth verloren hatte.

bundesliga.de: Sie haben seit dem 2. Spieltag nicht mehr in der Startelf gestanden, wurden aber immer wieder eingewechselt. Werten Sie das als Vertrauensbeweis des Trainers oder vermissen Sie eine größere Unterstützung?

Nöthe: Definitiv spüre ich das Vertrauen des Trainers. Nun ist es so, dass wir einen breiten Kader haben und andere Stürmer, die sehr gut sind. So habe ich im Moment John Verhoek vor mir, der seine Sache sehr gut macht. Ich stehe aber bereit und wenn der Trainer auf mich setzt, werde ich alles dafür tun, um sein Vertrauen zurückzuzahlen.

bundesliga.de: St. Pauli spielt nach der schwierigen vergangenen Saison wieder eine gute Rolle in der 2. Bundesliga. Allerdings gab es gegen Bielefeld und Paderborn auch bereits zwei überraschende Heimniederlagen. Wieviel Aussagekraft hat der aktuelle 6. Platz in der Tabelle? Entspricht er dem Leistungsvermögen der Mannschaft?

Nöthe: Vom Leistungsvermögen ist bei uns definitiv noch mehr drin. Wir haben eine junge, talentierte Mannschaft, die sich noch in einer Entwicklung befindet und bei der Rückschläge schon mal vorkommen. In der Winterpause kann man dann ein Zwischenfazit ziehen.

bundesliga.de: Am kommenden Sonntag gastiert St. Pauli bei Ihrem Ex-Verein in Fürth. Mit welchen Gefühlen reisen Sie nach Franken, wo sie vier Jahre lang gespielt haben?

Nöthe: Das wird jetzt keine hochemotionale Geschichte für mich. Es ist vielmehr ein ganz normales Zweitligaspiel, bei dem wir die drei Punkte unter allen Umständen mitnehmen wollen.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie die Fürther ein?

Nöthe: Fürth spielt sehr offensiv und versucht, sehr früh zu pressen und den Gegner damit unter Druck zu setzen. Sie machen ihre Sache gut, gehören für mich zum Kreis der Aufstiegsfavoriten. Dennoch haben wir eine sehr gute Chance, aus Fürth etwas mitzunehmen.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski