Noch fünf Spiele, fünf Möglichkeiten, drei Punkte für den Aufstieg zu sichern. Für den 1. FSV Mainz 05 zählen am 30. Spieltag im Heimspiel gegen die TuS Koblenz (ab 13:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) drei Punkte.

Allerdings: Wieder einmal steht ein Heimspiel an und ganze vier Mal gewannen die Rheinhessen im bisherigen Saisonverlauf am Bruchweg. Eigentlich zu wenig für einen Aufstiegskandidaten, aber daran mag keiner denken.

"Es geht um viel für die Mannschaft, für den Verein und das Umfeld von Mainz 05. Der Aufstieg ist das erklärte Ziel. Wir müssen jetzt die Ruhe und Nerven bewahren", sagt der Mainzer Trainer Jörn Andersen:

Spezialtraining für Feulner

Es geht gegen die TuS Koblenz, die in der Rückrunde genauso viele Punkte wie Mainz sammelte (20 Zähler), eine schwere Aufgabe für die Mainzer.

Freude macht das Personal: Außer den Langzeitverletzten Daniel Gunkel (Fußoperation) und Félix Borja (Sprunggelenk-OP) hatte nur Markus Feulner im Training Probleme, konnte sich aber nach Individualtraining mit Konditions-Coach Axel Busenkell wieder regenerieren und wird aller Voraussicht nach zur Verfügung stehen.

Saisonziel "Klassenerhalt" noch verbessern

Auch für Koblenz beginnt mit dem Mai der Monat der Entscheidungen. Für die Partie in Mainz stellt TuS-Trainer Uwe Rapolder klar, wer Favorit ist: "Wir müssen nicht darüber reden, dass Mainz der haushohe Favorit ist. Aber nur mit Mauern geht´s nicht, wir werden auch selbst nach vorne spielen."

Das letzte Auswärtsspiel gewann die TuS überraschend mit 3:2 beim MSV Duisburg. Kapitän Branimir Bajic, der seine zweite Gelbsperre in der laufenden Saison absitzen muss, fehlt in Mainz. Rückkehrer sind keine zu erwarten. Goran Sukalo, der Problemen im Oberschenkel hat, trainiert derzeit nur eingeschränkt.

So könnte der Kader vom Duisburg-Spiel auch in Mainz wieder auf dem Spielberichtsbogen stehen und dafür sorgen, dass die Koblenzer ihrem Saisonziel ein Stück näher kommen. Dieses lautet zwar "Klassenerhalt", doch dem Trainer geht es auch um etwas mehr: "Wir wollen noch mindestens sechs, am besten sieben bis acht Punkte holen, somit die beste Halbserie der TuS in der 2. Bundesliga spielen."


SC Freiburg - FSV Frankfurt

Nach drei Siegen in Serie will der Sport-Club sein Punktekonto auch gegen den FSV Frankfurt um drei Zähler aufstocken. Legt man nur die Rückrundentabelle zu Grunde, steigt am 30. Spieltag an der Dreisam ein absolutes Topduell. Der FSV (Hinrundenletzter) hat in den letzten zwölf Spielen 23 Punkte gesammelt und belegt im Rückrundenklassement hinter dem SC Freiburg und Nürnberg den 3. Platz.

"Wird ein interessantes Spiel"

"Frankfurt besitzt eine sehr erfahrene, ballsichere und spielintelligente Mannschaft. Und sie sind mittlerweile in der Liga angekommen", nennt Robin Dutt Gründe für den Aufschwung bei den Hessen. Wir werden das Spiel machen müssen, denn wir wollen die nächsten drei Punkte holen. Der Gegner wird versuchen, kompakt zu stehen", so Dutt. "Ich denke, es wird auf jeden Fall ein viel interessanteres Spiel, als mancher vielleicht glaubt."

Der SC kann für die Partie wohl ohne größere Personalsorgen planen. Noch nicht klar ist, ob Johannes Flum wieder zur Verfügung steht. Vieles deutete jedoch darauf hin. Sicher ist, dass weder Ali Günes (muskuläre Probleme) noch Kevin Schlitte (Knieverletzung) für einen Einsatz in Frage kommen.

"Können Bonuspunkte sammeln"

Die Frankfurter reisen unter dem Motto "Nichts zu verlieren in Freiburg" an die Dreisam. "Aber wir fahren keine 320 Kilometer, um ohne Punkte wieder nach Hause zurück zu kehren. Sonst könnten wir uns die Reisekosten sparen", stellt FSV-Manager Bernd Reisig klar und erklärt mit dem Blick auf das Saisonziel Klassenerhalt: "Wir wissen, dass wir noch etwas tun müssen."

FSV-Teamchef Tomas Oral warnt ebenso: "Wer glaubt, dass der Druck raus ist, ist auf dem falschen Dampfer." Dennoch sieht er seine Mannschaft in einer vorteilhaften Ausgangsposition für das Spiel im Breisgau: "Wir wollen den Kampf an der Spitze spannend halten. In Freiburg haben wir nichts zu verlieren. Wir können Bonuspunkte sammeln, wenn wir uns so präsentieren wie gegen Nürnberg und nicht den Hurra-Stil mitmachen." Ob der am Schienbein verletzte Spielmacher Youssef Mokhtari wieder einsatzfähig ist, lässt sich momentan noch nicht beurteilen.


1. FC Nürnberg - FC Ingolstadt

"Ein kleines Derby mit besonderen Vorzeichen", findet Nürnbergs Trainer Michael Oenning, "denn das Hinspiel in Ingolstadt war ein sehr wichtiges." Am 13. Spieltag hatte der "Club" beim FCI mit 3:0 gewonnen. Und die Lage im Rückspiel sieht auf den ersten Blick ähnlich aus: Marek Mintal und Andy Wolf fehlten damals. Auch diesmal sind beide nicht mit von der Partie. "Wir sind zwar wieder gezwungen etwas zu verändern, weswegen wir aber nicht den Mut verlieren", sagte Oenning.

Bunjaku wieder fit

Trotz des guten Auftritts des FCI gegen Mainz erwartet der Nürnberger Coach von seinem Team eine Reaktion auf die 1:2-Niederlage beim FSV Frankfurt. "Zuhause müssen wir unser Spiel durchbringen." Seit elf Heimspielen ist der "Club" ungeschlagen, neun Siege konnten dabei eingefahren werden. "Wir wollen weiterhin zuhause auftreten wie in den vergangenen Wochen".

Neben den bekannten Ausfällen Marek Mintal, Isaac Boakye (beide Rot-Sperre) und Andreas Wolf (Meniskus-OP) wird auch Mike Frantz aufgrund starker Hüftprobleme ausfallen. Stürmer Albert Bunjaku absolvierte das Training beschwerdefrei, auch Ilkay Gündogan und Markus Fuchs werden wieder dem Kader angehören.

Abwehrprobleme beim FC Ingolstadt

Der FC Ingolstadt konnte vergangenen Spieltag gegen Mainz erstmals in der Rückrunde drei Tore in einem Spiel erzielen, doch Punkte gab es dafür keine. Mit 27 Zählern stehen die "Schanzer" auf dem 17. Rang und warten weiterhin auf den ersten "Dreier" in der Rückrunde.

Personell muss der neue Trainer Horst Köppel weiterhin auf wichtige Abwehrspieler verzichten. Heiko Gerber fällt wegen seiner Rot-Sperre aus. Malte Metzelder sah gegen Mainz die Gelb-Rote Karte und muss ebenfalls zuschauen. Alexander Buch fehlt wegen eines Kreuzbandrisses und Necat Aygün leidet an einem Innenbandteilanriss im Knie.


Alemannia Aachen - Rot-Weiß Oberhausen

Nach fünf Siegen in Serie und 381 Minuten ohne Gegentor empfangen die Alemannen nun Rot-Weiß Oberhausen. Bei einem Erfolg über die "Kleeblätter" würden die Tivoli-Kicker den sechsten Sieg in Folge einfahren, was zuletzt im Frühjahr 1999 einem Aachener Team gelang.

Freude auf beiden Seiten

"Es wird eine schwierige Aufgabe für uns. RWO hat eine super Saison gespielt, sie befinden sich zurzeit in der Höchstphase ihrer Entwicklung. Sie haben mit den Abstiegsrängen nicht mehr viel zu tun und können befreit aufspielen. Sie haben quasi nichts zu verlieren", so Trainer Jürgen Seeberger, der bis auf die Langzeitverletzten aus dem Vollen schöpfen kann.

In der Tat belegt die Truppe von RWO-Cheftrainer Jürgen Luginger aktuell den neunten Tabellenplatz und liegt mit 37 Zählern auf dem Konto im gesicherten Mittelfeld. "In Aachen steht ein tolles Stadion, in dem gute Stimmung herrschen wird. Daher freuen wir uns alle schon sehr auf diese Aufgabe", so Oberhausens Dimitrios Pappas.


Rot Weiss Ahlen - FC St. Pauli

Der VfL Osnabrück ist nach dem Sieg bei Wehen Wiesbaden gefährlich herangerückt an Rot Weiss Ahlen. Nur noch einen Zähler trennt RWA vom Relegationsplatz: Ein Sieg gegen St. Pauli ist fast schon im Pflichtprogramm. Trainer Stefan Emmerling musste nach dem 0:2 gegen den MSV Duisburg gerade mental viel Aufbauarbeit leisten.

"Nach der Niederlage gegen Duisburg sind die Köpfe langsam wieder hochgegangen", vermerkt Emmerling den ersten Erfolg. "Jeder weiß, worum es geht." Aber: Ausgerechnet jetzt fallen Emmerling zwei, wenn nicht drei Offensive aus. Rene Müller und Daniel Chitsulo sind verletzt, der Einsatz von Marco Reus (Knochenhautentzündung) ist fraglich.

Stanislawski Jahrgangsbester

Abstiegssorgen haben die St. Paulianer, wenn überhaupt, nur noch mathematisch. Und in Ahlen wird es einen selbstbewussten Trainer geben. Holger Stanislawski hat Fußballlehrer-Lehrgang als Jahrgangsbester abgeschlossen. Natürlich ein Grund zu feiern, aber "Stani" hat den Blick für das Wesentliche nicht verloren.

Nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg soll endlich wieder ein "Dreier" her. Deswegen wurde in dieser Woche auch das Trainingspensum erhöht. "Die Grundlagen, die man in der Winterpause legt, reichen nicht für die ganze Rückrunde. Da muss man auffrischen." Stanislawski meint die Kondition, aber ohne weiteres könnte man dies auch der Punkteausbeute zuordnen.