Köln - Der FC St. Pauli hat sich dank einer kleinen Erfolgsserie von zwölf Punkten aus den letzten sechs Spielen erst einmal auf Platz 15 der Tabelle hochgearbeitet. Doch die Lage im Abstiegskampf der 2. Bundesliga bleibt ernst. Im Interview mit bundesliga.de spricht St. Paulis Verteidiger Lasse Sobiech über die kommende Aufgabe gegen den VfL Bochum (Vorschau) und die Chancen auf den Klassenerhalt.

bundesliga.de: Lasse Sobiech, der Kampf gegen den Abstieg ist auch in der 2. Bundesliga extrem spannend. Am letzten Spieltag haben die letzten Vier allesamt auswärts gewonnen. St. Pauli steht dank der um ein Tor besseren Tordifferenz über dem Strich. Wie schätzen Sie die Ausgangssituation des FC St. Pauli vor den letzten beiden Spieltagen ein?

Sobiech: Wir sind in der Situation, dass wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen können, allerdings haben die letzten Spieltage gezeigt, wie unglaublich eng es ist und dass man sich keinen Ausrutscher erlauben darf.

bundesliga.de: Worauf wird es nun vor allem ankommen?

Sobiech: Wir müssen weiter versuchen, genau wie gegen Leipzig und Kaiserslautern aufzutreten, um mit vollem Einsatz die für den Klassenerhalt nötigen Punkte zu holen.

"Wir stehen als Mannschaft kompakter"

bundesliga.de: In vier der letzten sechs Partien konnte St. Paul zu null spielen. Wie ist es gelungen, die vorher nicht immer sattelfeste Abwehr zu stabilisieren?

Sobiech: Wir haben es geschafft, als Mannschaft kompakter zu stehen. Das beginnt schon bei unseren Stürmern. Jeder versucht, bei gegnerischem Ballbesitz hinter den Ball zu kommen, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen stimmen, und wir haben durch die Zu-Null-Spiele auch eine größere Sicherheit in unseren Aktionen gewonnen und das notwendige Selbstvertrauen bekommen.

bundesliga.de: Am Millerntor hat die Mannschaft zuletzt wieder die zwischenzeitlich verloren gegangene Heimstärke wiederentdeckt. War der 4:0-Sieg gegen Düsseldorf der Türöffner und ein Schlüsselspiel?

Sobiech: Das kann man vielleicht so sagen, weil wir da alle Tugenden, die im Kampf um den Klassenerhalt wichtig sind von der ersten bis zur letzten Minuten auf den Platz gebracht haben. Wir haben gesehen, dass es nur so geht.

bundesliga.de: Sie selbst sind absoluter Stammspieler. In den letzten Jahren haben Sie jeweils ein Jahr bei St. Pauli, in Fürth und beim Hamburger SV gespielt. Planen Sie diesmal langfristiger? Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Rolle in der Mannschaft und Ihren Leistungen in dieser Saison?

Sobiech: Mit meiner Rolle in der Mannschaft bin ich zufrieden, mit Blick auf unsere Saison wäre es schwierig, wenn ich mit der Leistung zu 100 Prozent zufrieden wäre. Meine derzeit einzige Planung ist es, mit dem FC St. Pauli die Klasse zu halten.

"Bochum ist mit Terodde und Sestak sehr gefährlich"

bundesliga.de: Am Sonntag kommt der VfL Bochum ans Millerntor, ein Verein der gerade dem FC Ingolstadt die Meisterfeier vermasselt hat. Die Bochumer scheinen noch hochmotiviert zu sein. Wie ist der VfL zu schlagen? Was macht den Gegner gefährlich?

Sobiech: Bochum ist gerade offensiv mit Terodde und Sestak sehr gefährlich und zudem auswärts in dieser Saison ganz erfolgreich. Allerdings wollen wir das Spiel mit aller Macht gewinnen und deshalb müssen wir gegen Bochum genauso zu Werke gehen wie in den letzten Spielen. Mit unseren Fans im Rücken ist dann sicherlich alles möglich.

bundesliga.de: Am letzten Spieltag geht es dann nach Darmstadt. Eine viel schwerere Aufgabe kann es kaum geben. Auf der anderen Seite hat St. Pauli auch in Braunschweig und Kaiserslautern gewonnen. Tut sich die Mannschaft gegen Topgegner sogar etwas leichter?

Sobiech: Uns fällt es sicherlich etwas leichter gegen Mannschaften zu spielen, die selber mitspielen und nicht nur darauf aus sind, das Spiel zu zerstören. Allerdings sind wir uns natürlich bewusst, dass Darmstadt auf einer absoluten Euphoriewelle unterwegs ist und eine herausragende Saison gespielt hat. Aber uns hat auch kaum jemand etwas auf dem Betzenberg zugetraut.

bundesliga.de: Wie sicher sind Sie, dass St. Pauli die Klasse hält?

Sobiech: Wenn wir an die Leistungen der letzten Spiele anknüpfen können, bin ich guter Dinge, dass wir unser Ziel am Ende auch erreichen werden.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski