Berlin - Bei der 0:4-Pleite des 1. FC Union Berlin gegen Aufstiegsaspirant Eintracht Frankfurt am Montagabend kam auch Torsten Mattuschka nicht wie gewohnt zum Zug.

Trotzdem stellte sich der Kapitän der "Eisernen" nach der Partie den Fragen. Der 31-Jährige sprach dabei über die Qualität der Eintracht, wagte einen Ausblick auf das kommende Auswärtsspiel beim Karlsruher SC und sinnierte über die Saisonziele der Köpenicker.

Frage: 0:4 - hat sich Union am Ende ein bisschen unter Wert schlagen lassen?

Torsten Mattuschka: Das Ergebnis war vielleicht etwas zu hoch. Aber Frankfurt hat fast mit jeder Chance ein Tor gemacht. Das ist einfach die brutale Qualität, die sie haben.

Frage: Wie haben Sie das Spiel erlebt?

Mattuschka: Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen. In den ersten zehn, 15 Minuten waren wir aggressiv, haben das Spiel offen gehalten und gut gespielt. Die Eintracht hat aber gleich mit dem ersten Angriff das 1:0 gemacht. Da wird es dann natürlich schwer gegen eine solche Mannschaft. Wir hatten dann noch eine gute Chance, als Marc Pfertzel außen durch ist und in den Strafraum passt. Wenn wir da vielleicht das 1:1 machen, kriegen wir vielleicht nochmal die zweite Luft. In der zweiten Halbzeit sind wir auch wieder gut aus der Kabine gekommen, haben uns gesagt: Komm', weiter! So schlecht waren wir da nicht. Und dann hat Frankfurt gleich wieder mit dem ersten richtigen Angriff ein Tor erzielt. Nach dem 0:2 ist es dann bei der angesprochenen Qualität des Gegners brutal schwer, noch etwas auszurichten.

Frage: Wie fällt Ihr Fazit zu der Partie aus?

Mattuschka: Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben alles gegeben. Wir haben gekämpft und gerackert. Aber zu den Teams ganz oben fehlt uns halt noch ein bisschen was. Das ist noch nicht unser Anspruch, gegen Teams wie Greuther Fürth oder Eintracht Frankfurt zu punkten. Wir müssen unsere Punkte woanders holen. Wir haben jetzt noch sieben Spiele. Wenn wir noch vier oder fünf davon gewinnen, haben wir eine sehr gute Runde gespielt.

Frage: Jetzt also Mund abputzen und weitermachen?

Mattuschka: Natürlich. Wir haben am Sonntag ein schweres Spiel in Karlsruhe Da müssen wir kompakt stehen. Die Karlsruher müssen kommen, denen steht das Wasser bis zum Hals. Ich hoffe, dass wir dann auch Nadelstiche nach vorne setzen können und am Ende die drei Punkte holen können, die wir gegen Frankfurt am Ende auch nicht verdient gehabt hätten.

Frage: Der KSC hat am Montag seinen Trainer Jörn Andersen beurlaubt, sein Nachfolger ist Markus Kauczinski, bisher Coach der zweiten Mannschaft. Müssen Sie sich jetzt auf einen gefährlicheren Gegner einstellen?

Mattuschka: Ach, das ist mal so, mal so. Der neue Trainer hat ja auch keine anderen Spieler. Vielleicht macht er ein, zwei Umstellungen. Aber das hat uns nicht zu interessieren. Wir müssen auf uns gucken, unsere Leistung abrufen und dann bin ich mir sicher, dass wir aus Karlsruhe etwas mitbringen.

Frage: Ist der Rest der Saison für Union nur noch ein Schaulaufen, nachdem nach oben nichts mehr geht und auch nach unten keine Sorgen mehr bestehen?

Mattuschka: Nein, natürlich nicht. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, das ist doch klar. Dass wir schon durch sind, hat damit nichts zu tun. Fußball ist unser Beruf. Dafür trainieren wir jeden Tag. Außerdem können wir noch Prämien machen. Von daher wollen wir jedes Spiel gewinnen. Ich denke, man sieht auch bei der Mannschaft, dass wir wollen. Es ist ja nicht so, dass wir wie die Eierköppe rumlaufen. Wir geben Gas, versuchen alles. Heute hat es nicht gereicht - jetzt müssen wir den Mund abputzen und uns gut auf Karlsruhe vorbereiten.

Aufgezeichnet von André Anchuelo