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2. Bundesliga

Kölns Simon Terodde: Bester Stürmer der eingleisigen 2. Bundesliga

Köln – Beim 8:1-Kantersieg des 1. FC Köln am 13. Spieltag gegen die SG Dynamo Dresden erzielte Simon Terodde bereits seine Saisontore Nummer 14 bis 16. So gut war noch kein Stürmer in der eingleisigen 2. Bundesliga. Aber noch mehr: Terodde ist seit Sommer 2014 mit Abstand der erfolgreichste deutsche Torschütze in den beiden höchsten Spielklassen.

Und dabei saß Terodde zu Beginn der Saison sogar noch auf der Bank. Trainer Markus Anfang gab dem durchaus aktiveren Jhon Cordoba den Vorzug. Seit Terodde dann ab Spieltag drei wie am Fließband knipst, gibt es am 30-Jährigen aber kein Vorbeikommen mehr. "Dann musst du zeigen, dass du sofort da bist", sagte Terodde im Interview mit DAZN. Inzwischen steht er bei 16 Saisontoren und hat damit exakt doppelt so oft getroffen wie seine direkten Verfolger in der Torjägerliste Lukas Hinterseer und Philipp Klement.

Nur Hrubesch hatte mehr Tore nach 13 Spielen
Seit die eingleisige 2. Bundesliga 1981/82 eingeführt wurde, gab es keinen Spieler, der nach 13. Spieltagen bereits 16 Treffer auf dem Konto hatte. Selbst in der gesamten Geschichte der 2. Bundesliga muss man 38 Jahre zurückgehen: Damals hatten Frank Mill (Rot-Weiss Essen) und Horst Neumann (SV Darmstadt 98) ebenfalls 16 Treffer nach 13 Partien zu Buche stehen. Noch besser war in der Historie nur HSV-Legende Horst Hrubesch. Er hatte 1977/78 nach 13 Spieltagen sogar 18 Tore auf dem Konto – damals übrigens noch im Dress von Rot-Weiss Essen.

Knapp vier Jahrzehnte hat es also gedauert, bis ein Spieler seinen Stempel der 2. Bundesliga wieder derart aufdrücken konnte. Seit Mitte 2014 ist Terodde hier das Maß aller Dinge. 2015/16 wurde er Torschützenkönig für den VfL Bochum, ein Jahr später wiederholte er es mit dem VfB Stuttgart – jeweils mit 25 Saisontoren. Und es sollte schon sehr wundern, wenn ihm das Triple nicht in dieser Spielzeit mit dem 1. FC Köln gelingen würde.

Erfolgreichster deutscher Stürmer seit Mitte 2014
Aber damit nicht genug: Seit Terodde im Sommer 2014 vom 1. FC Union Berlin zum VfL Bochum wechselte, ist er der erfolgreichste Deutsche in den oberen beiden Ligen. Seither hat er in 140 Ligaspielen 89 Tore erzielt. Das ist mit Abstand Bestwert vor Nils Petersen (57 Tore), Timo Werner (49), Thomas Müller (48) und dem Duo Rouwen Hennings und Marco Reus (je (41).

Mit seiner Statur von 1,92 Metern passt Terodde perfekt in die robuste 2. Bundesliga. Vor allem in der Box ist der Kölner unberechenbar und steht meist an der Stelle, wo ein Stürmer stehen muss. So hat er auch eine deutlich bessere Großchancenverwertung und eine bessere Zweikampfquote als bei seinem Gastspiel in der Bundesliga 2017/18. Trainer Markus Anfang sagt: "Er braucht eine Spielanlage, die auf ihn zugeschnitten ist."

Die bekommt er als Zielspieler beim 1. FC Köln. Und wie die Partie gegen Dresden gezeigt hat, muss sich sein Trainer Markus Anfang gar nicht mehr zwischen Terodde und Cordoba entscheiden. Beide können nämlich auch wunderbar zusammenspielen, waren für fünf der acht Treffer alleine verantwortlich.

Terodde braucht derzeit gerade einmal 61 Minuten für ein Tor. Trifft er in dieser Frequenz weiter, kommt er am 34. Spieltag auf 47 Tore. Das sollte dann locker für die Torjägerkanone reichen.