Darmstadt - Das Montagsspiel gegen Darmstadt 98 (ab 20 Uhr im Live-Ticker) ruft KSC-Trainer Markus Kauczinski zum "Endspiel" um den Aufstieg aus. Und das zurecht: Der Gewinner klettert auf Rang zwei und hat beste Chancen, den Aufstieg in die erste Liga direkt zu schaffen.

Die 1:3-Niederlage in Aue vom letzten Sonntag war schnell abgehakt, berichtet Markus Kauczinski. Schon am Montag habe man keinen Gedanken mehr an den vergebenen Matchball im Aufstiegsrennen verschwendet und sich stattdessen voll und ganz auf das Spiel gegen Darmstadt 98 konzentriert, das der Karlsruher Trainer unumwunden ein "Endspiel" nennt.

Lauterer Niederlage kommt wie gerufen

Und das nicht ohne Grund: Nur einen Punkt trennen die Badener auf Platz vier von Darmstadt 98 auf Rang drei, die Lilien haben zudem das gleiche Torverhältnis wie der KSC (zur Tabelle). Mit anderen Worten: Wer am Montag gewinnt und an den darauffolgenden beiden Wochenenden nicht die Nerven verliert, hat gute Chancen, als Tabellen-Zweiter direkt aufzusteigen – bekanntlich wird der 1. FC Kaiserslautern nach der Niederlage gegen St. Pauli unabhängig vom Ausgang des Montagsspiels auf Rang drei stehen. "Es hat ja keinen Sinn, darum herumzureden", sagt Kauczinski. "Jetzt haben wir hier ein hart umkämpftes Endspiel, auf das sich alle freuen können."  Angst, mit dieser Aussage zusätzlichen Druck auf seine Mannschaft aufzubauen, hat der Karlsruher Coach im Übrigen nicht. "Bis auf drei, vier Mannschaften haben doch jetzt alle Mannschaften Endspiele, auch in der Bundesliga."

Kauczinski warnt vor zweikampfstarken Lilien

Dass Darmstadt möglicherweise der unbequemste Gegner dieser Saison werden wird, ist dem KSC-Tross dabei bewusst. "Sie sind zweikampfstark und leben von ihrer Kompaktheit", so Kauczinski, der um die Stärke der Lilien bei Standards weiß. Große, kopfballstarke Spieler sind beim KSC hingegen im Offensivbereich rar gesät. Das dürfte einer der Gründe sein, warum die Karlsruher, die einige gute Techniker in ihren Reihen haben, auf ihre Spielstärke setzen werden. Zugute kommt den Badenern dabei, dass die Personalsituation erfreulich ist. Jan Mauersberger und Yili Sallahi fallen weiterhin aus, fraglich sind auch Dominic Peitz, der im Training einen Schlag aufs Knie bekam. Reinhold "Ray" Yabo, der am Freitag Sonderschichten schob, ist allerdings der einzige Stammspieler, dessen Einsatz fraglich ist. Der Einsatz des Mittelfeld-Motor ist allerdings nicht ausgeschlossen.

Überrascht reagieren Kauczinski und Sportdirektor Jens Todt zuweilen, wenn sie in der Stadt auf den KSC angesprochen werden. Lobende Worte hören sie natürlich zuhauf – in den vergangenen Wochen aber offenbar auch zunehmend ein wenig Enttäuschung. "Hätte man schon vor der Saison gewusst, dass wir am 31. Spieltag noch im Aufstiegsrennen sind, hätten alle gejubelt", wundert sich der Coach. "Heute hört man ja auch manchmal andere Stimmen." Am Montagabend werden die, da sind sich die KSC-Offiziellen sicher, allerdings verstummt sein, wenn um 20:15 Uhr das letzte Flutlichtspiel der Zweitliga-Saison 2014/2015 angepfiffen wird.

27.500 Karten, darunter 3000 Tickets für die Gästefans, gingen weg wie warme Semmeln. Einmal mehr sieht Sportchef Jens Todt daher keinen Grund mit dem Zuschauerzuspruch zu hadern. "Wir würden uns natürlich immer so einen Zuspruch wünschen, aber vielleicht haben auch einige dem Braten nicht getraut." Da auch das Spiel gegen 1860 München am letzten Spieltag ausverkauft ist, lässt sich der Zuschauerschnitt bereits jetzt errechnen: 17.400 Fans werden es im Schnitt gewesen sein, die den Weg in den Wildpark gefunden haben.

Christoph Ruf

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