München - Vom Zuschauer zum Hauptdarsteller: In der WM-Qualifikation bestritt Mathew Leckie kein einziges Spiel für Australien, in Brasilien könnte er zum Stammpersonal der "Socceroos" gehören. Damit geht Leckie als zweiter WM-Fahrer des FSV Frankfurt nach Richard Herrmann 1954 in die Geschichte der Bornheimer ein.

Verdient hat sich der 23-Jährige dieses Karrierehighlight dank einer starken Saison beim FSV. Mit zehn Toren und acht Vorlagen stellte er persönliche Bestmarken auf und hatte großen Anteil am Klassenerhalt der Hessen. Das weckte die Begehrlichkeiten hierzulande. In der kommenden Saison geht der Australier für den FC Ingolstadt auf Torejagd.

Leckie blüht unter Postecoglou auf

Aber auch bis nach down under haben sich Leckies starke Auftritte längst herumgesprochen. Australiens Nationaltrainer Ange Postecoglou bot den Stürmer im November 2013 gegen Costa Rica erstmals von Beginn an auf. Seither gehörte Leckie immer zur Startformation, zuletzt bei der WM-Generalprobe gegen Kroatien (0:1). Sein Länderspieldebüt feierte Leckie 2012 noch unter Postecoglous Vorgänger, dem Deutschen Holger Osieck.

Aber erst unter dessen Nachfolger blühte Leckie auf. Der schnelle, offensive Spielstil, den Postecoglou favorisiert, ist wie gemacht für den sprintstarken Offensivallrounder. Mit einem Topspeed von 35,1 Stundenkilometern passt er perfekt in Postecoglous Anforderungsprofil. Seine Vielseitigkeit ist ein weiteres Faustpfand. Beim FSV Frankfurt kam er als Flügelspieler links wie rechts zum Einsatz, spielte aber auch zentral oder als hängende Spitze die gegnerischen Abwehrreihen schwindelig.

In Brasilien warten auf ihn jedoch ganz andere Kaliber. Inwieweit Leckie, der mit Düsseldorfs Ben Halloran um einen Stammplatz kämpft, gegen Weltmeister Spanien, die Niederlande und Chile seine Stärken ausspielen kann, bleibt abzuwarten - am nötigen Selbstvertrauen mangelt es ihm jedenfalls nicht. "Australier sind harte Kerle. Wir gehen da raus und geben alles", sagt Leckie, der sich gegen die namhaften Gegner durchaus etwas ausrechnet: "Die kennen kaum jemanden von uns, geschweige denn die Art, wie wir spielen. Daher könnten wir sie überraschen."

Maximilian Lotz