Hamburg - St. Pauli geht in doppelter Hinsicht mit einem guten Gefühl ins Duell gegen Duisburg (Montag, ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Zum einen können die Hamburger mit einem Sieg wieder an der SpVgg Greuther Fürth vorbeiziehen und damit die Spitze übernehmen.

Zum anderen können sie eine gute Bilanz gegen den MSV vorweisen. In den letzten fünf Begegnungen der zwei Vereine blieb St. Pauli ungeschlagen. Am Millerntor lief es erst recht: Sechs der letzten sieben Heimpartien in der zweithöchsten Spielklasse entschieden die Hamburger für sich.

"Mehr investieren"

Innenverteidiger Fabio Morena will die gute Ausgangsposition vor dem "nächsten Topspiel" aber nicht überschätzen: "Wir sind momentan zwar Tabellenführer, aber von Platz 1 bis 13 sind es gerade sechs Punkte. Aus diesem Grund ist die momentane Tabellenposition irrelevant. Wir werden alles dafür tun, am Millerntor die Punkte zu behalten."

Die Erfolgserlebnisse der letzten Wochen stärken natürlich das Selbstbewusstsein der "Kiezkicker". "Wir wollen von Beginn an das Spiel kontrollieren, dann wird es für den Gegner schwer. Aber dafür müssen wir mehr investieren als die Duisburger", fasst Morena zusammen.

Viel Verständnis für den MSV

Nach der Form des Gegners gefragt meint Morenas Teamkollege Markus Thorandt: "Sie haben unter anderem mit Kastrati, Fromlowitz, Pliatsikas und Shao richtig gute Leute geholt und ich glaube, dass sie definitiv besser sind, als es der Tabellenplatz derzeit aussagt." Thorandt sieht durchaus Gründe für das bisher enttäuschende Abschneiden der Duisburger: "Man sieht schon, dass die Mannschaft Qualität hat. Allerdings ist es auch bei 15 Neuzugängen völlig normal, dass sich die Mannschaft erst finden muss."

"Zebra"-Trainer Milan Sasic dürfte das Verständnis des "Kiezkickers" kaum trösten. Er gibt sich gegenüber den Hamburgern respektvoll: "St. Pauli hat mich bislang absolut überzeugt. Ich weiß nur nicht, ob sie spielerisch oder läuferisch besser sind." Und er legt sogar noch eins drauf: "Das ist ein Gegner, der mit voller Wucht kommt. Diese Wucht müssen wir neutralisieren und dann die Räume nutzen!"

Duisburgs Goran Sukalo will sich jedenfalls nicht einschüchtern lassen. "Da müssen wir hinten gut stehen, lange das zu Null halten. Dann werden sie vielleicht nervös, und wir müssen das nutzen, um sie auszukontern", sagt er über die Elf vom Millerntor.

Kalla darf hoffen

Sorgen um seine Abwehr plagen St. Pauli-Coach Andre Schubert. Sebastian Schachten sitzt eine Sperre ab, während Jan-Philipp Kalla erst am Donnerstag nach Verletzungspause wieder ins Training einsteigen konnte.

Dem MSV fehlen derzeit die beiden Verletzten Emil Jula und Dzemal Berberovic. Während Berberovic noch Hoffnung auf einen Einsatz hegen darf, ist mit Jula wohl nicht zu rechnen. "Die Chancen auf seinen Einsatz stehen bei zehn Prozent", schätzt Trainer Sasic.