Der FC Augsburg und der MSV Duisburg sind die Teams der Stunde - bundesliga.de analysiert den bisherigen Saisonverlauf der beiden Clubs und zeigt Parallelen und Unterschiede auf.

Nach 18 Spieltagen stehen die Augsburger auf dem 3. Platz. Am Ende der Saison wäre dies für die Fuggerstädter die Eintrittskarte in die Relegationsspiele. Allerdings spüren die Schwaben den Atem der Verfolger. So folgen Bielefeld, Düsseldorf und eben Duisburg auf den nächsten Rängen - den Dritten Augsburg und den Sechsten Duisburg trennen dabei gerade einmal zwei Treffer.

Rang 3 ist Bestleistung - vorerst

Für Augsburg ist Rang 3 in der Tabelle die bisher beste Platzierung der Saison. Nach einem verpatzten Saisonstart mit einer 1:3-Auftaktniederlage gegen Energie Cottbus und dem 14. Platz deutet der Trend steil nach oben (Clubstatistik FCA).

Auch für die "Zebras" aus Duisburg ist der 3. Rang die beste Platzierung der Saison. Jedoch standen die Meidericher bereits zum ersten und einzigen Mal in dieser Saison nach dem 4. Spieltag auf dem Relegationsplatz. Mit acht Punkten aus den ersten vier Partien der Runde gelang der Mannschaft vom Niederrhein ein mehr als gelungener Saisonstart - danach folgten allerdings drei Niederlagen in Folge und der Absturz auf Platz 15.

Seitdem geht es aber auch für die Duisburger in Richtung Tabellenspitze - zuerst noch unter Trainer Peter Neururer, seit dem 2. November unter dem Kommando von Nachfolger Milan Sasic (Clubstatistik MSV).

Das Wechselkarussell dreht sich

In der Winterpause verstärkten beide Clubs ihre Angriffsreihen. FCA-Trainer Jos Luhukay lotste den ehemaligen deutsche U-21-Nationalspieler Nando Rafael aus Dänemark zurück. Außerdem wechselte der marokkanische Defensivspezialist Youssef El-Akchaoui auf Leihbasis vom niederländischen Erstligisten NEC Nijmegen zum FCA.

Der MSV verpflichtete gleich zwei neue Stürmer. Zuerst kam mit Srdjan Baljak ein bundesligaerfahrener Angreifer vom 1. FSV Mainz 05, anschließend wechselte auf Leihbasis auch der Australier Dario Vidosic vom 1. FC Nürnberg an den Rand des Ruhrgebietes. Zudem kehren in den nächsten Wochen wohl auch Sandro Wagner und Sören Larsen nach ihren Verletzungen zurück in den Kader von Sasic. Damit hat der Kroate bald die Qual der Wahl.

Parallel bauten also beide Vereine ihre Offensivmöglichkeiten aus und das obwohl bereits in der Hinrunde der Angriff eine der stärksten Waffen war. Nach 18 Spieltagen haben die Augsburger 38 Treffer erzielt, die Schüsse der Meidericher fanden bereits 34 Mal ihren Weg ins gegnerische Tornetz. Damit steht der FCA in der Rangliste der Zweitliga-Budenjäger auf Rang 2, Duisburg folgt direkt dahinter. Nur die "Kiezkicker" aus St. Pauli haben häufiger jubeln dürfen - bereits 43 Mal.

Augsburg hat Thurk - Duisburg das Kollektiv

Bei einem genaueren Blick zeigen sich allerdings auch deutliche Unterschiede - so dominiert bei den "Zebras" das Kollektiv während in Augsburg vor allem ein Akteur den Ball über die Linie befördert. FCA-Stürmer Michael Thurk traf in dieser Saison schon 15 Mal in 17 Spielen - drei Mal schürte er gleich einen "Doppelpack". Am Wochenende gegen Energie, bei der gelungenen Revanche für die Auftaktniederlage, musste der Toptorjäger der 2. Bundesliga wegen seiner fünften Gelben Karte allerdings aussetzen. Es geht also auch ohne ihn.

Die Meidericher haben dagegen keinen Spieler, der bisher mehr als fünf Treffer bejubeln durfte. Dafür haben in dieser Saison bereits 15 unterschiedliche Duisburger einen eigenen Torerfolg feiern können. Kein anderes Team der 2. Bundesliga hat ähnlich viele verschiedene Torschützen in seinen Reihen. Auch am Sonntag beim Sieg gegen Frankfurt war immer ein anderer Spieler zur Stelle - damit sind die "Zebras" für die Gegner nur sehr schwer auszurechnen.

Im Gleichschritt nach vorne

Ein Mal in Führung sind beide Clubs für ihre Gegner nicht mehr zu stoppen. Sowohl Duisburg als auch Augsburg sind noch unbesiegt, nachdem sie sich in Front gebracht haben. Das Team von MSV-Trainer Sasic schoss sich bislang zehn Mal in Führung und feierte anschließend neun Siege bei einem Remis. Die Fuggerstädter waren aktuell 13 Mal vorne, daraus resultierten acht Erfolge und fünf Unentschieden.

Zudem scheint der MSV in seinem Kader eine ganze Reihe von "Sonntagsfußballern" aufzubieten. Denn die "Zebras" sind an eben diesem Wochentag in der laufenden Saison noch unbesiegt - und nicht nur das, denn sie gewannen sogar fünf ihrer sechs Partien am Sonntag.

Das derzeit beide Teams einen Lauf haben, lässt sich unschwer an der Formtabelle der 2. Bundesliga ablesen. Punkt- und torgleich rangieren die Mannen von Sasic und Luhukay auf dem 2. Rang. Die Ausbeute aus den vergangenen fünf Partien: Jeweils drei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage bei einem Torverhältnis von elf eigenen Treffern zu fünf Gegentoren - macht summa summarum zehn Zähler und damit einen Punkteschnitt von exakt zwei Zählern pro Partie .

Der Blick geht nach oben

Aber auch hier lassen sich unterschiedliche Vorlieben der beiden Vereine feststellen: Augsburg punktet vornehmlich vor den eigenen Fans und hat die vergangenen vier Heimpartien alle gewonnen - unter anderem gegen den Tabellenführer aus Kaiserslautern (4:1) und den Tabellenzweiten St. Pauli (3:2). Duisburg siegt vor allem in der Fremde: Die vergangenen vier Auswärtspartien entschieden die Meidericher für sich - beim Karlsruher SC (1:0), in Paderborn (3:1), Fürth (1:0) und Koblenz (3:0).

In der Hinrunde trennten sich beide Teams übrigens wie nicht anders zu vermuten mit einem torreichen Unentschieden - nach 90 Minuten stand es 2:2. Überraschend ist dabei nur, dass Thurk nicht unter den Augsburger Torschützen zu finden war und, dass sich beim Duisburger Kollektiv Christian Tiffert gleich zweifach in die Torschützenliste eintrug.

Am kommenden Wochenende fährt der MSV in die Lausitz, um sich am Montag unter Flutlicht mit Cottbus zu messen. Augsburg spielt bereits am Sonntag in Oberhausen. Die Mission für die kommenden Aufgaben lautet: Höhenflug fortsetzen und Seite an Seite in Richtung Bundesliga schweben.

Sebastian Bisch