Karlsruhe - Der Trainerwechsel beim Karlsruher SC hat sich vollkommen gelohnt. Rainer Scharinger, der Nachfolger von Uwe Rapolder, hat in seinen ersten beiden Partien vier Punkte geholt - und zwar gegen die Top-Teams aus Bochum und Duisburg!

Dadurch sind die Badener vom Relegationsplatz auf Rang 14 geklettert und haben sich leicht von den direkten Abstiegsrängen abgesetzt.

Im Interview mit bundesliga.de erklärt Alexander Iashvili, wo die Gründe für den überraschenden Aufwärtstrend des KSC liegen. Außerdem schaut der Georgier auf das anstehende Duell bei den Münchner "Löwen" (alle Freitagsspiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) voraus und erläutert, wieso es für die Spieler so wichtig ist, nicht mehr auf einem der Abstiegsränge zu stehen.

bundesliga.de: Herzlichen Glückwunsch zum 3:1-Erfolg über den MSV Duisburg und Ihren Treffer. Hätten Sie vor der Partie mit einem Sieg gerechnet?

Alexander Iashvili: Wir haben uns nach dem 1:1 in Bochum schon Chancen ausgerechnet und wollten das Spiel gegen Duisburg unbedingt gewinnen. Das war unser Ziel.

bundesliga.de: Was hat Sie so sicher gemacht, dass ein Sieg möglich war?

Iashvili: Hauptsächlich unsere Leistung in Bochum. Bereits da haben wir schon richtig gut gespielt und erst durch das späte Tor von Chong Tese in der 85. Minute die Punkte noch abgegeben. Wenn die Mannschaft gut und kompakt steht und wir hinten nichts zulassen, haben wir vorne immer die Möglichkeit, gefährlich zu sein und auch zu punkten.

bundesliga.de: Das war dann auch der entscheidende Schlüssel zum Sieg gegen Duisburg?

Iashvili: Ja. Die Mannschaft war defensiv gut eingestellt und alle haben gearbeitet. Die frühe Führung war dann natürlich auch wichtig. So etwas tut immer gut. Wichtig war auch, dass wir uns von dem Gegentor durch Goran Sukalo nicht haben beeindrucken lassen.

bundesliga.de: Welchen Anteil an diesen vier Punkten gegen Bochum und Duisburg hat Ihr neuer Trainer, Rainer Scharinger?

Iashvili: Der Trainer hat immer einen Anteil daran. Rainer Scharinger hat den Gegner sehr gut analysiert und uns dann taktisch perfekt darauf eingestellt. Er hat uns gezeigt, wo die Schwächen der Duisburger Defensive liegen und genau diese Schwachstellen haben wir bei den ersten beiden Treffern ausgenutzt.

bundesliga.de: Hat Rainer Scharinger denn großartig etwas verändert?

Iashvili: Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie, seine eigene Vorstellung, Fußball zu spielen. Rainer Scharinger gibt jedem Spieler das Gefühl, dass er wichtig ist. Ansonsten hat er uns halt auf beide Gegner sehr gut vorbereitet und uns ihre Schwächen aufgezeigt.

bundesliga.de: Durch den Sieg gegen den MSV hat der KSC die Abstiegsränge verlassen und liegt derzeit auf dem 14. Platz. Wie wichtig ist das für die Mannschaft?

Iashvili: Das ist sehr wichtig für den Kopf. Wir stehen nun nicht mehr am Tabellenende. Trotzdem müssen wir daran denken, dass es noch nicht das letzte Spiel war, sondern dass noch acht weitere kommen. Das werden noch harte letzte Wochen. Aber im Moment sind alle sehr glücklich, weil wir auch wieder wissen, dass wir noch immer gewinnen können. Schwer wird es aber allemal.

bundesliga.de: Wie lautet die Marschroute für die restlichen Spiele?

Iashvili: Wir müssen versuchen, an die beiden Leistungen von zuletzt anzuknüpfen. Wir müssen als Mannschaft auftreten und kompakt stehen. Das ist sehr wichtig.

bundesliga.de: Am Freitag müssen Sie nach München zu den "Löwen". Was für eine Partie erwarten Sie da?

Iashvili: Das wird ein sehr schwieriges Spiel werden, wie übrigens alle anderen in der 2. Bundesliga auch. Aber dennoch wollen wir auch dort versuchen, zu punkten und über eine solide Defensive zum Erfolg zu kommen.

bundesliga.de: Das Restprogramm sieht auch noch die Begegnungen mit dem VfL Osnabrück und Rot-Weiß Oberhausen vor. Sind das die Schlüsselspiele, in denen der KSC den Klassenerhalt klarmachen kann?

Iashvili: Erst mal steht das Spiel gegen 1860 auf dem Programm, auf das wir uns konzentrieren und wo wir auch etwas mitnehmen müssen. Da wollen wir uns eine gute Ausgangsposition für die folgenden Spiele schaffen. Natürlich sind die Partien gegen die direkten Konkurrenten, die sogenannten Sechs-Punkte-Spiele, sehr wichtig, doch damit befassen wir uns jetzt noch nicht.

Das Gespräch führte Gregor Nentwig