Fürth/Berlin - Die SpVgg Greuther Fürth gehört zu den Gewinnern des Saisonstarts in der 2. Bundesliga. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen sind die Franken in die neue Spielzeit gestartet. In der oberen Tabellenregion ansiedeln, das ist das erklärte Ziel der Fürther.

Damit man der Konkurrenz aus Berlin, Bochum oder Augsburg das Wasser reichen kann, wurde die Mannschaft von Mike Büskens mit jungen, aber auch erfahrenen Spielern verstärkt. Wie Thomas Kleine, der im Sommer zum zweiten Mal bei den Fürthern anheuerte.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der Abwehrchef über seine Rückkehr zu den "Kleeblättern", die Gründe für einen Wechsel von der Bundesliga in die 2. Bundesliga, den Saisonstart und das kommende Spiel gegen Aachen.

bundesliga.de: Herr Kleine, der SpVgg Greuther Fürth ist ein guter Saisonstart geglückt. Was zeichnet die Mannschaft Ihrer Meinung nach bislang aus?

Thomas Kleine: Der Start ist uns wirklich gelungen. Wir sind erst im Pokal eine Runde weitergekommen. Dann haben wir die ersten beiden Ligaspiele gewonnen. Wir haben eine sehr gute Mischung - ein paar ältere, aber viele junge Spieler. Bis jetzt konnten wir uns von Spiel zu Spiel steigern. Und das wollen wir natürlich auch weiterhin tun.

bundesliga.de: Im ersten Spiel feierten die "Kleeblätter" ein Schützenfest. Dennoch wurden mit Danijel Aleksic und Kevin Kampl kurz vor Ende der Transferperiode I noch zwei junge, offensive Spieler geholt. Ist Fürth Ihrer Meinung nach nun in allen Mannschaftsteilen breit aufgestellt?

Kleine: Ja. Wir sind in der Breite auf jeden Fall sehr gut aufgestellt. Es gibt sehr harte Kämpfe um die Stammplätze. Ich denke, dass man auch im letzten Freundschaftsspiel gesehen hat, dass die Spieler, die bislang nicht so zum Einsatz gekommen sind, sehr gut sind. Da ist kaum ein Leistungsabfall, sollte doch mal jemand ausfallen. Das ist absolut eine unserer Stärken in dieser Saison.

bundesliga.de: Sie haben bereits in Leverkusen, Hannover und Mönchengladbach Bundesliga-Luft geschnuppert. In der Vorsaison hatten Sie mit 14 Einsätzen für die Borussia die meisten Bundesliga-Saisonspiele Ihrer Karriere. Warum ist für Sie der erneute Wechsel in die 2. Bundesliga dennoch ein Schritt nach vorn?

Kleine: Ich bin jetzt 32 Jahre alt und habe in den vergangenen Jahren nicht so viel gespielt. Ich will aber noch möglichst viel spielen. Daher war es der richtige Schritt für mich. Ich habe jetzt die ersten Spiele bestritten. In Gladbach hatte ich zuvor weniger gespielt. Ich bin froh, dass ich nach Fürth gegangen bin.

bundesliga.de: Zum zweiten Mal zog es Sie diesen Sommer nach Fürth. Schon von 2003-07 spielten Sie bei der SpVgg. Was hat Sie an einem erneuten Engagement hier gereizt?

Kleine: Ich hatte bei meinem ersten Engagement in Fürth eine sehr schöne Zeit. Ich habe immerhin vier Jahre hier gespielt. Desöfteren sind wir fast aufgestiegen. Der Kontakt ist halt nie abgebrochen. Ich hatte über die Jahre mit sehr vielen Menschen hier weiterhin Kontakt. Ich habe mir einige Spiele angesehen und kenne auch noch das Umfeld. Deshalb war es mit Sicherheit eine Herzensangelegenheit, wieder hierher zu gehen.

bundesliga.de: In der Saison 2006/07 schossen Sie neun Tore für Fürth - als Abwehrspieler. Haben Sie eine Erklärung für Ihren damaligen Offensivdrang?

Kleine: Das ist eine gute Frage. Wenn ich das wüsste, würde ich es wieder machen. Ich denke, die Saison lief damals einfach sehr gut. Zudem wird man mit zunehmender Erfahrung auch cleverer im gegnerischen Sechzehner. Ich hoffe natürlich, dass ich diese Saison auch einige Tore schießen werde.

bundesliga.de: Sie wurden nach Ihrer Rückkehr von Trainer Mike Büskens umgehend wieder zum Kapitän ernannt. Waren Sie überrascht über diese Entscheidung und was bedeutet dies für Sie?

Kleine: Mit Sicherheit ist es eine Ehre, Kapitän zu sein - vor allem, wenn man neu in die Mannschaft kommt. Die Mannschaft hat diese Entscheidung getroffen, nicht der Trainer. Von daher war ich ein bisschen überrascht. Aber man ist natürlich stolz, als Kapitän auflaufen zu dürfen.

bundesliga.de: Die SpVgg Greuther Fürth gehört regelmäßig zu den besten Clubs der 2. Bundesliga - trotz eines verhältnismäßig kleinen Etats. Denken Sie, dass das Team auch diese Saison wieder oben angreifen kann?

Kleine: Unser Ziel ist es, oben mitzuspielen. Ich denke, wir brauchen uns vor keiner Mannschaft zu verstecken. Aber ganz klar ist auch, dass Mannschaften wie Hertha BSC, Bochum und Augsburg ganz andere Möglichkeiten als wir haben. Die 2. Bundesliga ist insgesamt wieder sehr ausgeglichen und jeder kann jeden schlagen. Aber vor allem nach dem guten Saisonstart bin ich mir sicher, dass wir uns oben festsetzen können.

bundesliga.de: Am 3. Spieltag geht es nun gegen Aachen. Die Alemannia ist noch ohne Sieg. Wird das dennoch eine schwere Aufgabe?

Kleine: Das auf jeden Fall. Jedes Spiel in der 2. Bundesliga ist sehr schwer. Die Aachener hätten - so wie ich es gesehen habe - das erste Spiel gewinnen müssen. Sie haben eine sehr gute Mannschaft, die einfach noch nicht richtig in Fahrt gekommen ist. Sie haben sehr viele junge, aber auch einen guten Anteil an erfahrenen Spielern. So ein Verein wie Aachen hat natürlich auch die Ambitionen, im oberen Tabellenbereich mitzuspielen. Es wird ein schweres Spiel. Aber nichtsdestotrotz spielen wir zuhause und wollen diese Partie gewinnen!

Das Gespräch führte Sebastian Stolz