Köln - Die Mission Wiederaufstieg hat für Hannover 96 gut begonnen. Die Niedersachsen sind in der 2. Bundesliga noch ungeschlagen und erwarten nun Dynamo Dresden zum Spitzenspiel. Vor der Begegnung mit dem Aufsteiger spricht Hannovers Offensivmann Sebastian Maier über den gelungenen Start, sein Vorbild Andres Iniesta und sein Premierentor gegen Dynamo.

bundesliga.de: Sebastian Maier, Hannover 96 hat aus den ersten drei Punktspielen sieben Punkte geholt, wie bewerten Sie den Start in die zweite Bundesliga?

Sebastian Maier: Ich denke, dass wir zufrieden mit diesen sieben Punkten sein können. Zudem sind wir auch im DFB Pokal weitergekommen. Klar, in Bochum hätten wir natürlich gerne in der Liga den dritten Sieg in Folge eingefahren, aber ich denke, dass wir mit sieben Punkten ganz gut leben können im Moment.

"Man will hier aufsteigen"

bundesliga.de: Auch für Sie persönlich lief es gut. Sie haben schon zwei Treffer erzielt und schon eins aufgelegt. Sind sie selbst überrascht, wie gut das Zusammenspiel der neuen Mannschaft bereits funktioniert und wie stark sie sich selbst einbringen können.

Maier: Ich bin jetzt nicht wirklich überrascht, dass man mit dieser Offensive viele Torchancen kreiert oder man mit dieser Qualität oft zum Abschluss kommt. Es ist schön, dass es jetzt schon zweimal geklappt hat, aber darauf kann ich mich auch nicht ausruhen. Ich denke in dieser Mannschaft mit einer solchen Qualität muss man sich immer gerade in der Offensive beweisen, damit man eben auch Teil der Mannschaft bleiben kann.

bundesliga.de: Nach drei Jahren beim FC St. Pauli haben Sie sich für den Wechsel zu Hannover 96 entschieden. Was sprach für Hannover?

Maier: Ganz klar die Gespräche mit den Verantwortlichen, mit deren klarer Zielsetzung - man will hier aufsteigen. Ich denke, jeder Fußballer hat das Ziel, in der Bundesliga zu spielen. Das ist auch mein Ziel und dabei haben sich die Ziele natürlich perfekt gedeckt, genau deshalb bin ich jetzt hier.

bundesliga.de: Es ist kein Geheimnis, dass Hannover 96 den sofortigen Wiederaufstieg anpeilt. Sie kennen die 2. Bundesliga bestens, welche Fehler darf die Mannschaft nicht machen, wo lauern die Gefahren?

Maier: Die Gefahren lauern darin, dass wir uns jetzt auf den sieben Punkten ausruhen und dass wir denken es läuft jetzt von alleine. Die Liga ist jedes Wochenende ein hartes Stück Arbeit, das haben wir jetzt auch in den ersten Spielen gesehen. Ich glaube, dass wir jetzt einfach von Spiel zu Spiel denken müssen, auch wenn wir ein großes Ziel haben.

"Dynamo ist ein ganz unangenehmer Gegner"

bundesliga.de: Wie stehen die Chancen, dass Sie mit Hannover in der nächsten Saison in der Bundesliga spielen?

Maier: Das ist schwer zu sagen. Ich denke, am Ende setzt sich dann schon Qualität durch, aber nur wenn man es auf den Platz bringt. Es bringt nichts, wenn wir dauernd darüber reden wie gut wir sind. Die Gefahren lauern, aber klar stehen die Chancen gut, dass wir auch wieder hoch gehen können.

bundesliga.de: Christian Möckel kommentierte Ihre Verpflichtung mit den Worten: "Sebastian Maier bringt zahlreiche Fähigkeiten mit, die Hannovers Offensive unberechenbarer machen werden. Seine Schusstechnik und Standards haben eine hohe Qualität." Wie intensiv trainieren Sie Ihre Schusstechnik und Ihre Standards, legen Sie Sonderschichten ein?

Maier: Mir wurde schon früh gesagt, dass das eine besondere Fähigkeit von mir ist. Daher achte ich schon darauf, wie man diese Stärke weiter verbessern kann. Klar legt man dann nach dem Training die eine oder andere Schicht mehr ein.

"Das war mein erstes Zweitligator"

bundesliga.de: Es war zu lesen, dass der Spanier Andrés Iniesta für Sie ein Vorbild war. Was hat Ihnen besonders imponiert, was haben Sie sich von ihm abschauen können?

Maier: Zu der Zeit als ich das gesagt habe, war er auch mein absolutes Vorbild. Er ist einfach ein Spieler mit einer unglaublichen Sicherheit am Ball, mit einem super Passspiel und dazu hat er immer ein Auge für seine Mitspieler. Darüber definiere ich mich auch, von ihm kann man sich die Ballsicherheit und das saubere Passspiel besonders abschauen.

bundesliga.de: Mit dem kommenden Gegner Dynamo Dresden dürften Sie angenehme Erinnerungen verbinden. Gegen die Sachsen erzielten Sie vor drei Jahren als Joker im Trikot des FC St. Pauli Ihr erstes Tor in der 2. Bundesliga. Welchen Stellenwert hat dieser Treffer für Sie?

Maier: Natürlich einen sehr großen, das war mein erstes Zweitligator. Unter der besonderen Atmosphäre am Millerntor. Da hat einfach alles zusammen gepasst. In der 89. Minute mit dem ersten Ballkontakt das Tor zu schießen, daran erinnere ich mich natürlich gerne zurück.

bundesliga.de: Jetzt kommt es zum Topspiel gegen Dynamo. Sind Sie überrascht, wie gut der Aufsteiger in die Saison gestartet ist und wie schwer wird die Aufgabe?

Maier: Also überrascht bin ich überhaupt nicht, weil ich Dynamo aus der Liga von vor zwei Jahren schon kenne. Sie sind immer ein ganz unangenehmer Gegner, sie verlassen sich nicht nur auf ihre Kampfstärke. Sie haben auch den Anspruch, selbst in Ballbesitz zu sein. Ich glaube, das hat man in ihren Spielen bereits gesehen. Das wird eine sehr schwere Aufgabe für uns, die aber jede Woche auf uns wartet. Deshalb gehen wir jedes Spiel mit 100 Prozent an und wollen natürlich auch gegen Dresden gewinnen.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski