Köln - "Es war schon immer mein Traum, in der Bundesliga zu spielen." Diesen Satz hört man so oder so ähnlich nicht gerade selten von Neuzugängen in die höchste deutsche Spielklasse. Doch im Fall von Dusan Svento hat diese Aussage eine tiefere Bedeutung, denn der Traum des slowakischen Nationalspielers drohte zwischenzeitlich zu platzen. Dementsprechend erleichtert ist der 28-Jährige, der in der kommenden Saison den 1. FC Köln verstärkt"Ich bin froh, dass es endlich geklappt hat mit der Bundesliga."

Der Mittelfeldspieler wechselt vom österreichischen Meister und Pokalsieger RB Salzburg zu den Domstädtern, die in der kommenden Spielzeit bekanntlich wieder erstklassig spielen. Svento zögerte nicht lange mit seiner Entscheidung: "Schon vor zwei Jahren hatte ich Angebote aus der Bundesliga, da ist aber nichts draus geworden. Als jetzt die Anfrage vom FC kam, habe ich sofort gedacht: Das musst du machen."

Schnell, elegant und technisch versiert

Svento, dessen Profikarriere in seiner slowakischen Heimat begann, schaffte mit 18 Jahren den Sprung in die erste Mannschaft von MFK Ruzomberok. Schnell fiel er mit seiner eleganten und technisch anspruchsvollen Spielweise dem tschechischen Topclub Slavia Prag auf, der ihn zwei Jahre später verpflichtete. In Prag schlug Svento auf Anhieb ein und spielte eine Saison, an deren Ende er mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt wurde, unter anderem als bester ausländischer Spieler. Nach zwei Meistertiteln suchte der Slowake eine neue Herausforderung und wechselte 2009 nach Salzburg.

In den ersten drei Jahren war der schnelle Flügelspieler ein fester Bestandteil der Mannschaft und avancierte - auch wegen seiner Vielseitigkeit - zum Stammspieler. Svento kann auch als Sechser oder defensiv auf der Außenbahn agieren. Es lief eigentlich alles perfekt - bis zu jenem verhängnisvollen Champions-League-Qualifikationsspiel gegen den F91 Düdelingen am 17. Juli 2012. Für die Österreicher war die 0:1-Niederlage gegen den luxemburgischen Meister die vielleicht größte Blamage der Vereinsgeschichte, für Svento war es der persönliche Tiefpunkt seiner Karriere. Denn in dieser Partie riss er sich Kreuz- und Außenband im linken Knie - eine zwölfmonatige Pause folgte.

Teamplayer mit "Auge für seine Mitspieler"

Beim 1. FC Köln soll der slowakische Nationalspieler eine tragende Rolle spielen und nicht nur als Ersatzmann für Jonas Hector dienen, der hinten links gesetzt ist. FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke, der sich für den Wechsel des 28-Jährigen stark gemacht hatte, weiß um die Qualitäten seines Neuzugangs: "Dusan Svento ist ein vielseitiger, erfahrener Spieler mit einem sehr guten Auge für seine Mitspieler, der sowohl sportlich als auch menschlich voll in unser Anforderungsprofil passt."

Der Linksfuß bezeichnet sich auch selbst als Teamplayer. "Der Erfolg der Mannschaft ist das Wichtigste", versichert er. Die Statistiken belegen dies: Svento gab in seinen fünf Spielzeiten in Österreich 30 Vorlagen, bei 13 eigenen Treffern. Der schnelle Außen ist vor allem für seine Tempoläufe an die Grundlinie und die Flanken in den Strafraum bekannt - die kopfballstarken FC-Stürmer Anthony Ujah und Patrick Helmes dürfen sich also freuen.

"Wenn ich gesund bleibe…"

Sventos großes Manko ist seine Verletzungsanfälligkeit. Die Krankenakte des Slowaken ist - gerade in den letzten Jahren - um einiges dicker geworden und durchweg mit gravierenden Diagnosen bestückt: Mittelfußbruch 2011/12, Kreuzbandriss 2012/13, Bänderriss im Sprunggelenk 2013/14. Durch die fehlende Spielpraxis war Svento bei den Salzburgern in der vergangenen Saison oft nur Ergänzungsspieler und durfte gerade einmal elf Mal von Beginn an ran.

Von all den Schicksalsschlägen hat sich der Neu-Kölner jedoch nicht unterkriegen lassen. Stattdessen will der 28-Jährige seine Chance nutzen und das vom FC entgegengebrachte Vertrauen zurückzahlen: "Ich will mit dem 1. FC Köln erfolgreich sein. Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung und habe hohe Ansprüche an mich selbst. Mein Gefühl sagt mir: Wenn ich gesund bleibe, kann die nächste Saison meine beste werden." Und wer weiß, vielleicht erfüllt er den Kölnern bald den einen oder anderen Traum.

David Meininger