München - Am Sonntag des 20. Spieltags der 2. Bundesliga kommt es zum Duell der absoluten Gegensätze: Letzter gegen Erster, Abstieg gegen Aufstieg, gefühlte 3. Liga gegen gefühlte Bundesliga. Sollte die sonst so dominante Hertha, die mit zwei Siegen in die Rückrunde gestartet ist, ausgerechnet beim Tabellenschlusslicht stolpern? Finden Sie es heraus: Am Sonntag ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio. In den weiteren Partien tritt Verfolger Energie Cottbus beim Karlsruher SC an, die "Eisernen" von Union Berlin empfangen außerdem in einem "Sechs-Punkte-Spiel" den Tabellenachbarn SC Paderborn.

Arminia Bielefeld - Hertha BSC

Bielefelds Coach Ewald Lienen sieht die Hertha als "absoluten Aufstiegskandidaten, einen Spitzenreiter mit einem Erstligakader." Allerdings sieht er auch die Chance für sein Team: "In letzter Konsequenz sind es die Mannschaftsleistung und der bedingungslose Einsatz, die uns nach vorne bringen. Dann haben wir auch ganz schnell das Publikum auf unserer Seite. Jeder weiß, was hier bei uns im Stadion möglich ist. Uns erwartet ein tolles Spiel gegen eine starke Mannschaft vor riesiger Kulisse - darauf freuen wir uns sehr!"

Mit welchem Personal Arminia den Spitzenreiter bekämpfen wird, steht noch nicht fest. "Markus Schuler wird für den gelb-rot gesperrten Bollmann kommen. Aber auch darüber hinaus bin ich überhaupt nicht zufrieden mit der Leistung gegen Cottbus und werde etwas umstellen", sagte Lienen. Verletzt fehlen auf jeden Fall Benjamin Lense (Meniskusreizung), Franck Manga Guela (Fußprellung), Michael Delura, Pavel Fort und Nils Fischer (alle Reha).

Preetz: "Bielefeld wird 150 Prozent geben!"

Die favorisierten Herthaner müssen auf der Bielefelder Alm gewaltig aufpassen und dürfen das Schlusslicht nicht unterschätzen - zumindest, wenn es nach Manager Michael Preetz geht: "Das wird ein extrem schwieriges Spiel. Die Mannschaften geben gegen uns ohnehin schon immer 120 Prozent. Bielefeld steht mit dem Rücken zur Wand, die werden 150 Prozent geben!"

Trainer Markus Babbel muss auf seinen besten Torjäger verzichten. Pierre-Michel Lasogga (Knieprobleme) erzielte in jedem Spiel des Jahres 2011 mindestens ein Tor. Für den zuletzt wenig beachteten Rob Friend die unverhoffte Chance seine Stürmerqualitäten unter Beweis zu stellen - der Kanadier steht vermutlich in der Startformation.




Karlsruher SC - Energie Cottbus

In Karlsruhe kommt es zur Neuauflage des spektakulärsten Spiels der Hinrunde. Das bisher torreichste Saisonspiel endete am 3. Spieltag 5:5! Cottbus hatte damals mit 2:0 geführt, der KSC sogar mit 5:2. Karlsruhe hat unter Uwe Rapolder zuhause noch nicht verloren und baut im Abstiegskampf auf diese neu gewonnene Heimstärke, während Cottbus die Tuchfühlung mit den Aufstiegsplätzen nicht verlieren will.

Die Personalsorgen beim KSC waren ohnehin schon groß, die Verletztenliste wuchs unter der Woche nochmals an. Das Lazarett umfasst nun Christian Demirtas (Muskelprobleme), Thomas Konrad (Knieprobleme), Kiliann Witschi (Adduktorenprobleme), Godfried Aduobe (Muskelprobleme), Marco Engelhardt (bakterieller Lungeninfekt), Gaetan Krebs (Ermüdungsbruch im Lendenwirbel), Massimiliano Porcello (Muskelprobleme), Macauley Chrisantus (Schambeinentzündung) und Christian Timm (Knieprobleme). Personell bleiben Rapolder also kaum noch Alternativen für die Startelf. Wahrscheinlich wird Stefan Müller für Matthias Langkamp in der Innenverteidigung beginnen, Matthias Zimmermann würde dann auf die rechte Abwehrseite rücken.

Die Ausfälle bei Cottbus halten sich im Vergleich dazu in Grenzen: Lediglich Torwart Thorsten Kirschbaum (Fieber), Julian Börner (Leisten-OP) und Marco Kurth (5. Gelbe Karte) stehen nicht zur Verfügung. Für Kirschbaum wird Rene Renno den Kasten des FCE hüten. Unter der Woche triumphierten die Lausitzer gegen den Bundesligisten 1899 Hoffenheim im Pokal - Trainer Claus-Dieter Wollitz will im Vorfeld der Partie genau beobachten, wie die einzelnen Spieler die Doppelbelastung weggesteckt haben. Klar ist, dass der 1:0-Sieg Substanz gekostet hat. "Die Jungs haben wirklich alles rausgehauen", blickt Wollitz zurück.





Union Berlin - SC Paderborn

Beide Teams liegen vom Tabellenstand her im Soll und haben je fünf Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz. Union verlor zuletzt nur knapp gegen Greuther Fürth, während Paderborn gegen Augsburg zu einem überraschenden Punktgewinn kam. Der Sieger der Partie kann gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf einen großen Schritt Richtung Tabellenmittelfeld machen.

Unions Trainer Uwe Neuhaus hat mit einigen Personalprobemen zu kämpfen. Neben dem rotgesperrten Bernd Rauw fehlt Patrick Kohlmann (Infekt). Auch hinter den Einsätzen von Christoph Menz (Oberschenkelzerrung), Santi Kolk (Magen-Darm-Infekt), Björn Brunnemann (Leiste) und Dominic Peitz (Nasenfraktur) stehen noch Fragezeichen. Die Offensive wieder verstärken kann dagegen John Jairo Mosquera. Zudem hat sich Uwe Neuhaus für das Paderborn-Spiel auf Marcel Höttecke als neue Nummer eins festgelegt. Neuhaus gibt sich trotz der prekären Lage pragmatisch. "Egal wer auf dem Platz steht, er muss sich für den Verein und die Mannschaft zerreißen", sagte der Coach.

Verletzungsprobleme gibt es auch auf Seiten des Gastes. Definitiv ausfallen werden Christian Strohdiek (Schulter) und Gaetano Manno (Sprunggelenksprellung). Auf der Kippe steht das Mitwirken von Edmond Kapllani und Nico Klotz (beide viraler Infekt). Zurückkehren wird dagegen Daniel Brückner, der nach Aussage von SCP-Trainer Andre Schubert aber noch nicht wieder in der Startelf stehen wird. Der Übungsleiter warnt vor allem vor der Atmosphäre in Berlin: "Vor 15.000 und mehr Fans müssen wir im Hexenkessel der Alten Försterei cool bleiben", betont Schubert.