München - Am Freitag stehen sich Dynamo Dresden und der VfL Osnabrück im Relegations-Hinspiel gegenüber. Die beiden Teams streiten um den letzten Platz in der kommenden Zweitliga-Saison.

Welche Spieler machen den Unterschied? Welches Team hat die bessere Form? bundesliga.de vergleicht drei Schlüsselspieler und die beiden Chefrainer miteinander.

Die Torhüter

Tino Berbig (Osnabrück): Als einer von fünf Spielern in der 2. Bundesliga verpasste Berbig keine einzige Minute in der Saison 2010/2011. Am letzten Spieltag in Ingolstadt zeigte er eine starke Leistung, parierte alle vier Torschüsse auf seinen Kasten und war er ein Garant für den Auswärtserfolg. Im Durchschnitt wehrte Berbig allerdings nur 61,5 Prozent aller Torschüsse auf sein Tor ab. Nur Luis Robles vom KSC (61,4) und Sören Pirson von RWO (61,1) haben eine schlechtere Quote.

Benjamin Kirsten (Dresden): Der Sohn des ehemaligen Nationalspielers ist seit dem 25. Spieltag Stammtorhüter der Sachsen und löste Routinier Axel Keller ab. Insgesamt musste Dresden mit Kirsten im Tor nur 14 Gegentore in 17 Spielen hinnehmen (0,82 Gegentore/Spiel). Unter seinem Vorgänger Keller kassierte Dynamo noch 1,05 Gegentore pro Spiel. Insgesamt hielt Kirsten in über der Hälfte seiner Spiele die Null (neun von 17 Spielen). In vier der letzten sechs Spiele kassierte Dynamo kein Gegentor.

Die Kapitäne

Angelo Barletta (Osnabrück): Mit 34 Jahren ist der Angelo Barletta bezüglich des Alters der erfahrenste Akteur im Kader der Osnabrücker. Barletta spielte allerdings eine sehr durchwachsene Saison und stand seit dem 29. Spieltag nicht mehr in der Startelf. Der Innenverteidiger gewann nur 40 Prozent seiner Zweikämpfe und brachte gerade mal 66 Prozent seiner Zuspiele an den Mann - für einen Verteidiger sind das sehr schwache Werte. Von 18 Spielen, in denen Barletta spielte, verlor Osnabrück elf - ohne ihn gab es in 16 Spielen vier Siege und vier Remis.

Thomas Hübener (Dresden): Der Kapitän der Sachsen kam in dieser Saison in 32 Partien zum Einsatz. Wie wichtig Hübener für das Team ist, zeigte sich vor allem, wenn der Verteidiger fehlte. Ohne ihn verlor Dresden drei von sechs Spielen. Am 33. Spieltag erzielte er das "goldene Tor" beim 1.0-Heimsieg gegen Koblenz - sein einziger Treffer in dieser Saison. Am 10. Spieltag flog Hübener beim 1:0-Sieg der Sachsen in Ahlen mit Rot vom Platz.

Die Torjäger

Nicky Adler (Osnabrück): Mit sieben Saisontoren ist Adler der Toptorjäger des VfL. Allerdings erzielte der Stürmer sechs seiner sieben Tore in der Vorrunde. Am 25. Spieltag stand Adler letztmals in der Startelf, wurde aber zur Pause ausgewechselt. In den folgenden sieben Partien wurde der Angreifer immer in der zweiten Halbzeit eingewechselt, zuletzt saß er zwei Mal 90 Minuten auf der Bank. 22 Prozent seiner Torchancen nutzte Adler in dieser Saison. Damit hat er die beste Chancenverwertung aller Osnabrücker Spieler.

Alexander Esswein (Dresden): Mit 17 Toren in 31 Spielen ist Esswein der beste Torjäger bei Dynamo. Damit liegt der 21-Jährige auf dem geteilten 3. Platz in der Torjägerliste der 3. Liga. Im Saisonendspurt erzielte er in seinen letzten vier Spielen vier Tore. Zur neuen Saison wechselt der 21-Jährige zum 1. FC Nürnberg. Auch in der U-20-Nationalelf machte Esswein auf sich aufmerksam, als er im Februar das DFB-Team mit einem lupenreinen Hattrick gegen Italien im Alleingang zum Sieg schoss.

Die Trainer

Heiko Flottmann (Osnabrück): Seit dem 30. Spieltag sitzt Flottmann bei den Niedersachsen auf der Bank. Nachdem Osnabrück unter seiner Regie zunächst vier Spiele in Folge nicht gewinnen konnte (1 Remis, 3 Niederlagen), fuhr Flottmann am letzten Spieltag gegen Ingolstadt seinen ersten Sieg als Trainer ein. Für den VfL war der Auswärtserfolg in Ingolstadt der erste Sieg nach zuvor zehn sieglosen Spielen. Seitdem der gebürtige Osnabrücker auf der Trainerbank sitzt, gelang dem VfL höchstens ein Tor pro Spiel.


Ralf Loose (Dresden): Loose übernahm erst im April 2011 nach dem 32. Spieltag das Traineramt bei den Sachsen (von Matthias Mauksch). Die Dresdener standen zu diesem Zeitpunkt auf Rang sechs derTabelle und hatten vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Mit fünf Siegen und einem Remis sowie 14:3 Toren unter seiner Regie schafften die Schwarz-Gelben noch den Sprung auf den 3. Platz. Als Aktiver spielte Loose in der Saison 1985/86 mit Dortmund in der Relegation gegen Fortuna Köln - und gewann.


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