Nach Verletzungsproblemen hat sich Benjamin Schwarz vom TSV 1860 München zu Saisonbeginn auf der linken Seite der Viererkette einen Stammplatz erobert.

Im Interview mit der Stadionzeitschrift "LÖWEN News" sagt der 22-Jährige, wer ihn bei seinen Offensiv-Märschen bremst, was er verbessern will und wer ihn "Schleicher" genannt hat.

Frage: Herr Schwarz, zunächst möchten wir kurz über Ihren etwas ungewöhnlichen Laufstil sprechen. Haben Sie irgendwann einmal einen Spitznamen dafür bekommen?

Benjamin Schwarz: Nee, eigentlich nicht. Alfons Higl (Anm.: Ex-U23-Trainer) hat mich aber damals wegen meines Laufstils "der Schleicher" genannt.

Frage: Ein "Schleicher", der schnell ist, 90 Minuten rackert, rennt, wühlt.

Schwarz: Ja, ich versuche immer Vollgas zu geben. Manchmal ist es für mich ein bisschen schwieriger, ins Spiel reinzufinden. Wenn ich über einen bestimmten Punkt bin, dann läuft‘s. Danach traue ich mir immer mehr zu.

Frage: Überraschend ist, wie Sie mit 22 Jahren und erst 15 Zweitligaspielen schon so cool auf dem Platz auftreten.

Schwarz: Mehrere gute Aktionen, egal ob du als Verteidiger einen Zweikampf gewinnst oder eine gute Flanke geschlagen hast, beeinflussen dein Spiel positiv. Man hat dann mehr Selbstvertrauen oder zumindest mehr Selbstvertrauen, als wenn du anfangs gleich Fehlpässe spielst oder Zweikämpfe verlierst. Von daher ist der Einstieg immer sehr wichtig.

Frage: Sehen Sie sich als modernen Defensivspieler?

Schwarz: Ja, ich würde schon sagen modern. Für mich ist es natürlich wichtig, hinten sicher zu stehen, aber wichtig ist mir auch, dass ich viele Aktionen nach vorne habe. Da will und muss ich mich noch verbessern. In der A-Jugend war ich immer für das ein oder andere Tor gut. Und das fehlt mir derzeit noch. Ich habe in den letzten Spielen zwar einige Tore eingeleitet bzw. gute Aktionen gezeigt nach denen ein Tor entstanden ist. Aber mir fehlen eigene Treffer und mehr direkte Vorbereitungen. Das nehme ich mir auf alle Fälle vor.