Dominik Reinhardt sucht in diesen Tagen nach einem Knopf an seinem Körper.

"Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich muss das eine Herz irgendwie ausschalten", sagt er mit Blick auf die Relegationsspiele zwischen seinem Arbeitgeber FC Augsburg und seiner alten Liebe, dem Bundesligisten 1. FC Nürnberg.

Seit Sonntag endgültig ein Augsburger

Bis Sonntag "gehörte" Reinhardt noch dem "Club", für den der 25 Jahre alte Außenverteidiger spielte, seit er 15 war. Reinhardt war an den FCA nur ausgeliehen, bis ihn die Schwaben vier Tage vor dem ersten Duell am Donnerstag (20.30 Uhr/live in der ARD und bei Sky) bis 2013 unter Vertrag nahmen.

"Wir haben uns überlegt, was gewesen wäre, wenn wir das noch ein bisschen hinausgezögert hätten. Aber damit hätten wir nur den Boulevard bedient", sagt "Club"-Sportdirektor Martin Bader über den Transfer. "Wir alle profitieren von dem Wechsel: Wir bekommen eine Ablöse, der FCA einen guten Spieler und Dominik eine sportliche Heimat", sagt Bader.

Vertrauen vom Trainer

Diese Heimat hat Reinhardt in Augsburg längst gefunden. "Ich habe zehn Jahre beim FCN verbracht und mich immer sehr wohl gefühlt. Aber jetzt habe ich mich für den FCA entschieden, weil ich dort die bessere sportliche Zukunft für mich sehe", sagt er. Unter Trainer Jos Luhukay ist er Stammspieler, in 30 der 34 Spiele in der abgelaufenen Zweitliga-Saison stand er in der ersten Elf.

Beim "Club" war das vor seinem Weggang nicht mehr so. Nach 121 Spielen in der Bundesliga und 2. Bundesliga, nach zwei Aufstiegen und dem DFB-Pokalsieg 2007 war Schluss, Trainer Michael Oenning baute mehr auf ihn. "Martin Bader hat mir gesagt, dass ich kaum Chancen haben werde zu spielen. Das war hart, aber auch fair", sagt er über die Situation im Juli, die ihn zum Abschied von dem Verein bewog, für den schon sein Vater Alois als Spieler und Coach aktiv war.

Reinhardt in Augsburg "total glücklich"

Augsburg war für den früheren U-21-Nationalspieler (5 Einsätze) "ein kleiner Neuanfang", wie er betont - und der richtige Schritt. Er schrieb tatkräftig mit an der Erfolgsgeschichte, auch beim Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale war er in allen fünf Spielen dabei. "Beim 'Club' lief es im letzten halben, dreiviertel Jahr nicht mehr so gut. Deshalb hat es richtig gut getan, in Augsburg fast ohne Verletzung durchzuspielen. Ich bin total glücklich hier", sagt er.

Dennoch habe er "Nürnberg die ganze Saison die Daumen gedrückt, aber sie haben es halt nicht geschafft. Ich hätte mir einen anderen Gegner in der Relegation gewünscht", sagt Reinhardt. Und fügt, ganz Augsburger, noch an: "Der 'Club' muss im nächsten Jahr zweitklassig spielen. So leid es mir tut." Er hat den Knopf offenbar gefunden.