München - In der 2. Bundesliga kommt es am Sonntag zum Ost-Schlager zwischen Dynamo Dresden gegen Erzgebirge Aue. Beide Vereine stecken momentan im Mittelfeld der Tabelle fest. Bei den Dresdnern ist allerdings ein ganz klarer Aufwärtstrend erkennbar. In Düsseldorf mussten sich die Sachsen erst in der Nachspielzeit geschlagen geben. Die anderen beiden Partien lauten: Eintracht Frankfurt - Alemannia Aachen und SpVgg Fürth - FSV Frankfurt. (beide Spiele ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

SG Dynamo Dresden - FC Erzgebirge Aue

Zlatko Dedic weiß, dass diese Begegnung für die Dynamo-Fans etwas Besonderes ist und deshalb wolle er auch unbedingt gewinnen. Der 27-Jährige rechnet mit einem hart umkämpften Spiel: "Aue hat große Leute drin und spielt mit sehr viel Kraft." Dresden kommt dieses Duell sehr gelegen. Dynamo befindet sich derzeit im Aufwind und erzielte aus den letzten fünf Spielen zehn Punkte.

Selbst beim Tabellenführer in Düsseldorf hätten die Sachsen beinahe einen Punkt entführt, wenn sie nicht in der Nachspielzeit noch einen Treffer kassiert hätten. SGD-Trainer Ralf Loose stehen Dennis Eilhoff (Kapselverletzung), Jens Möckel (Ermüdungsbruch), Gerrit Müller (Reha) und Cristian Fiel (Muskelfaserriss) nicht zur Verfügung.

Für Erzgebirge Aue ist es eine Möglichkeit, um die Trendwende einzuleiten. Die "Veilchen" erreichten im Gegensatz zu Dresden aus den vergangenen fünf Partien nur vier Punkte. Dadurch rutschte Aue bis auf den zwölften Platz ab und besitzt nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Gegen Dynamo spielt der FCE sehr gerne und vor allem erfolgreich, da drei von vier Sachsen-Derbys gewonnen wurden.

"Veilchen"-Trainer Rico Schmitt will in diesem Derby unbedingt punkten: "Wir fahren mit dem besten Aufgebot nach Dresden und haben beste Chancen um dort etwas zu holen." Seine Mannschaft befände sich im spielerischen Bereich in einem deutlichen Aufwärtstrend und ließe nur vor dem Tor den "nötigen Biss" vermissen. "Elf Tore sind zu mickrig, aber ich bin sicher, dass sich in Dresden die Blockade löst", verspricht der 43-Jährige. Den Erzgebirglern fehlen lediglich Adli Lachheb (Rot-Sperre) und Skerdilaid Curri (Muskelverhärtung).





Eintracht Frankfurt - Alemannia Aachen

Vom Papier her ist diese Begegnung eine deutliche Sache. Der ungeschlagene Tabellenzweite aus Frankfurt empfängt die auswärts noch sieglose Alemannia. Aachen ist Vorletzter und klarer Außenseiter. Im direkten Aufeinandertreffen liegen allerdings die Alemannen vorne und verloren gegen die Hessen erst ein Spiel.

Auf die Frage, worin die Stärken des Eintracht-Teams in dieser Saison bestehen, antwortet Matthias Lehmann: " Unser Selbstvertrauen, der Glaube an unsere Qualitäten und der Siegeswille." Eintracht - Trainer Armin Veh warnt allerdings davor Aachen zu unterschätzen, weil sie in der letzten Saison eine gute Rolle spielten.

Der Kader des Gegners habe sich kaum verändert. Veh führte die schlechte Tabellensituation darauf zurück, da die Alemania durch den schlechten Start unter enormen Druck stünde. "Die Mannschaft hat definitiv Klasse und ist kein Gegner, den man einfach dominiert", sagte der Frankfurt-Coach. Bis auf Kittel (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Rob Friend (Kapselzerrung) sind in Frankfurt alle Mann an Bord.

Für Alemannia Aachen läuft es einfach nicht rund. Der "Zweitliga-Dino" konnte erst ein Saisonspiel gewinnen und das nur gegen das Schlusslicht Ingolstadt. Immerhin gelang gegen den MSV Duisburg am 14. Spieltag ein Unentschieden. Das ist die schlechteste Ausbeute nach 14 Spieltagen in der Aachener Zweitligageschichte. Frankfurt ist sicherlich alles andere als ein Aufbaugegner.

Deshalb sieht der Trainer der Alemannen, Friedhelm Funkel, die Partie beim Zweitplatzierten "als leichtestes Spiel der Saison". Keiner würde etwas von ihnen erwarten. Trotzdem liege eine Überraschung im Bereich des Möglichen und man wolle offensiv agieren. Gerade hier muss sich Aachen verbessern, da sie neben Rostock mit nur acht erzielten Toren, den mit Abstand schlechtesten Angriff der Liga besitzen.

Für Funkel ist es am Sonntag eine Reise in seine Vergangenheit, da er die Eintracht zwischen 2004 und 2009 in 170 Ligaspielen betreute. Nicht dabei sind: Florian Müller, Bilal Cubukcu (beide Reha), Anouar Hadouir (Trainigsrückstand), David Hohs (Syndesmosebandanriss) und Kevin Maek (Knie-OP).





SpVgg Greuther Fürth - FSV Frankfurt 1899

Nachdem zu Saisonbeginn für die SpVgg Greuther Fürth wie geschmiert lief, kamen die Franken an den letzten beiden Spieltagen etwas ins Straucheln und erreichten nur einen mageren Punkt. Dennoch zählt Fürth zu den Favoriten in Sachen Aufstieg, obwohl sie schon als "unaufsteigbar" galten. SpVgg-Coach Michael Büskens hat eine schlagkräftige Truppe beisammen, die auch in der Lage ist Rückschläge wegzustecken.

Die Frankfurter kommen da gerade recht. Von zehn Duellen ging keines verloren. Sieben Siege und drei Unentschieden mit insgesamt 22:6 Toren stehen für die Greuther zu buche. Büskens sieht das Erfolgsgeheimnis in der seit 22 Monaten permanenten Weiterentwicklung des Teams, das weitgehend zusammengeblieben ist.

Zudem sei die Mannschaft wesentlich effektiver im Verwerten der Tormöglichkeiten. "Nach dem vierten Platz zum Ende der letzten Saison, haben wir deutlich gesagt, dass wir nun den nächsten Schritt machen wollen" sagte der Fürther Trainer.
Den "Kleeblättern" fehlen: Sebastian Tyrala (Knie-OP), Milorad Pekovic (Gelb-Rot-Sperre), Kingsley Onuegbu (Reha) und Christian Rahn (Trainer-Fortbildung)

Der Tabellendreizehnte FSV Frankfurt holte aus den vergangenen vier Begegnungen nur einen Punkt. Keine gute Ausgangslage, um aus der Trolli ARENA Punkte zu entführen. FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen stellt sein Team auf diese Aufgabe besonders ein: "Wir müssen gut organisiert bleiben, wir dürfen unsere Linie nicht verlassen. Wir werden verstärkt Wert auf die Umschaltbewegung legen und versuchen, durch schnelle Gegenbewegung und gut vorbereitete Kontersituationen den Fürthern das Leben schwer zu machen", sagte der Coach. "Sie stehen gerne hoch, sie pressen gerne früh. Es war Teil der Trainingswoche, Gegenmittel zu trainieren." Boysen will mit seinem Team dort auflaufen, um zu gewinnen.

"Personell haben wir keine allzu großen Sorgen. Sicherlich haben Spieler wie Mario Fillinger und Jutae Yun aufgrund ihrer Verletzungen Nachholbedarf, aber sie sind sehr fleißig und nahe dran. Momar N Diaye war krank und erst ab Mittwoch wieder im Trainingsbetrieb", erläuterte Boysen. Weiterhin verletzt sind beim FSV Frankfurt Marc Gallego (Bänderriss), Tobias Henneböle (Schlüsselbeinbruch, am Donnerstagabend erfolgreich operiert), Markus Hofmeier (Syndesmosebandanriss / Kapseleinriss) sowie Tufan Tosunoglu (Reha nach Kreuzbandriss / Quadrizepsmuskelriss).