2. Bundesliga

So startet die 2. Bundesliga ins neue Jahr

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Die 2. Bundesliga startete zwar schon am 17. Dezember in die Rückrunde, im neuen Jahr beginnt aber der richtige Kampf um den Auf- und Abstieg. Mittendrin sind Top-Teams wie Werder Bremen, Schalke 04 und der HSV, die den stark aufspielenden FC St. Pauli vom Thron stoßen wollen. Wer hält bis zum Ende durch?

Die 2. Bundesliga war noch nie so stark wie in dieser Saison. Mit dem FC Schalke 04 und dem SV Werder Bremen kämpfen nun zwei Mannschaften um den Aufstieg, die man noch im letzten Jahr nicht in dieser Liga erwartet hätte. Außerdem will der Hamburger SV im vierten Anlauf wieder in die Bundesliga, wenn da nicht der SV Darmstadt 98 und der FC St. Pauli wären, die in dieser Saison die Rolle der Überraschungsteams einnehmen.

Vor allem die Kiezkicker aus Hamburg legten unter Trainer Timo Schultz eine unglaubliche Hinrunde hin. Blickt man ein Jahr zurück, stand St. Pauli am 18. Spieltag auf dem Relegationsplatz 16 und kämpfte sich in einer starken Rückrunde zurück - am Ende wurde es Rang zehn. Nun befinden sich die "Boys in Brown“ in ganz anderen Gefilden. Seit dem neunten Spieltag ist St. Pauli Tabellenführer und besiegte auch die direkten Konkurrenten wie den HSV (3:2) oder Schalke (2:1).

"Wenn man sich die Punkteausbeute anschaut, dann ist es schon sehr gut für uns gelaufen. Wir haben als Mannschaft wirklich sehr, sehr gut funktioniert. Es gibt immer die Üblichen, die im Rampenlicht stehen“, erklärte Trainer Timo Schultz kurz vor dem Jahresende. Besonders im Rampenlicht standen wohl bisher Stürmer Guido Burgstaller und der Offensivspieler Daniel-Kofi Kyereh. Burgstaller ist der beste Torjäger der Hinrunde und kommt auf 14 Tore und vier Vorlagen, Kyereh auf fünf Treffer und zehn Assists. Die von Schultz selbst ernannte "Wohlfühloase“ am Millerntor scheint sich auf die Kiezkicker positiv ausgewirkt zu haben und wird auch noch im neuen Jahr ein wichtiger Faktor, um die Tabellenführung erfolgreich zu verteidigen.

Lilien blühen auf

Nur einen Punkt hinter St. Pauli lauert das nächste Überraschungsteam der Liga. Der SV Darmstadt 98 blüht unter Torsten Lieberknecht in dieser Saison regelrecht auf und hat die beste Offensive der Liga. Die letzte Spielzeit beendeten die Lilien immerhin auf dem siebten Tabellenplatz, der Abgang von Top-Stürmer Serdar Dursun schmerzte aber ungemein. Mit Luca Pfeiffer liehen die Südhessen einen Stürmer aus, der sofort zündete: Gemeinsam mit Phillip Tietz bildet er das Offensivduo, das kaum zu bändigen ist. Beide Stürmer kommen bisher auf zwölf Treffer und konnten auch nicht bei den Siegen gegen Werder Bremen (3:0), den FC Schalke 04 (4:2) oder den FC St. Pauli (4:0) gestoppt werden. Trainer Lieberknecht ist zum Jahresabschluss "sehr happy über die 35 Punkte“, die sich die Lilien durch diese Leistung auch verdient haben.

Dicht gedrängte Tabellenspitze

Ab dem dritten Tabellenplatz wird es in Sachen Punkteausbeute schon etwas enger, denn der Hamburger SV, Schalke 04, der 1. FC Nürnberg und der 1. FC Heidenheim haben alle 30 Zähler. Besonders der HSV will sich endlich im vierten Anlauf durchsetzen und den Aufstieg in die Bundesliga schaffen, auch wenn die Konkurrenz diesmal noch stärker geworden ist. Die Rothosen verloren zwar nur zwei Partien nach 18 Spieltagen, spielten dafür aber neunmal unentschieden – so viel wie kein anderes Team der Liga.

Ein Sieg und ein Remis holte Hamburg gegen den direkten Kontrahenten aus Schalke und gewann auch das Nordderby gegen Bremen. In der Hansestadt schaut man ganz besonders auf das Derby gegen St. Pauli, bei dem der HSV sich in der Hinrunde geschlagen geben musste. Ein Erfolg am 20. Spieltag könnte einen wichtigen Motivationsschub für den Rest der Rückrunde geben.

Ebenfalls mit voller Motivation will der FC Schalke 04 so schnell wie möglich wieder aufsteigen. Nach dem bitteren Abstieg in der letzten Saison wollen es die Königsblauen direkt mit dem ersten Versuch wieder in die Bundesliga schaffen. Angeführt von Top-Stürmer Simon Terodde, der bereits zwölf Tore geschossen hat und am 14. Spieltag mit seinem 154. Zweitligatreffer zum alleinigen Rekordtorschützen wurde, steht der S04 auf Platz vier der Tabelle.

"Es muss niemand denken, dass wir uns nur gegenseitig auf die Schulter klopfen und uns sagen, wie toll alles ist. In einigen Bereichen haben wir weiterhin Luft nach oben. Das packen wir gemeinsam an“, resümierte Sportdirektor Rouwen Schröder mit Blick auf die Hinrunde. Ab dem 3. Januar bereitet sich die Mannschaft im Trainingslager in Belek auf die Aufgaben im neuen Jahr vor und will dann den Angriff auf die Tabellenspitze vornehmen.

Punktgleich mit dem HSV und Schalke 04 sind außerdem der 1. FC Nürnberg und der 1. FC Heidenheim. Der Club startete unter Trainer Robert Klauß mit elf ungeschlagenen Spielen in Serie (fünf Siege, sechs Remis) und hat das Potenzial sich auch in der Rückrunde oben festzusetzen.

Auch Heidenheim hat nach anfänglichen Schwierigkeiten zurück in die Spur gefunden und brachte zum Jahresende wieder mehr gewohnte Konstanz. Unter Frank Schmidt entwickelte sich Rückkehrer Tim Kleindienst zum gewohnten Torjäger (sieben Treffer) und auch insgesamt verbuchte der FCH viele kleinere Erfolge in der Hinrunde wie ein knapper 1:0-Sieg gegen Schalke oder ein Remis gegen den HSV.

Sowohl Nürnberg als auch für Heidenheim haben die Weichen schon früh auf Klassenerhalt gestellt und können mit jedem weiteren Punkt für noch mehr Sensationen sorgen.

Werder wieder auf Kurs

Nach 40 Jahren musste der SV Werder Bremen im Sommer den Gang in die 2. Bundesliga antreten und hatte als Ziel den direkten Wiederaufstieg. Der SVW überwintert zwar nur auf Platz sieben, hat aber dank des Zwischenspurts unter dem neuen Cheftrainer Ole Werner, der Markus Anfang abgelöst hat, nur noch einen Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz.

Werner hat die Hanseaten aus dem Stand zurück ins Aufstiegsrennen befördert und gewann seine ersten drei Spiele allesamt. Dabei gab es elf Tore und nur drei Gegentore - der 33-Jährige ist der dritte Werder-Coach seit der Einführung der Bundesliga 1963, der mit drei Siegen in eine Amtszeit startete. "Mehr Punkte wären zwar nicht möglich gewesen und hinsichtlich der Leistungen haben wir in den letzten drei Wochen einen guten Job gemacht. Und trotzdem gibt es noch das eine oder andere, was wir verbessern müssen", so Werner nach dem Sieg gegen Hannover 96. Sollte die Mannschaft den Schwung ins neue Jahr nehmen können, wird Werder wieder ein heißer Kandidat für den Aufstieg.

Umkämpfter Tabellenkeller

So spannend der Aufstiegskampf jetzt schon ist, so intensiv geht es auch im Tabellenkeller zu. Der FC Ingolstadt, Erzgebirge Aue und der SV Sandhausen bilden das Schlusslicht. Dennoch sind die Teams noch lange nicht abgeschrieben, denn Rang 15 ist nur drei Punkte entfernt. Im neuen Jahr kann sich demnach auch in der unteren Tabellenhälfte einiges ändern.

Welches Top-Team schafft den Aufstieg in die Bundesliga? Wer muss in die 3. Liga? Das Jahr 2022 wird spannend!

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