Wenn der MSV Duisburg und der 1. FC Kaiserslautern die Klingen kreuzen (ab 20 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio), geht's für gewöhnlich so richtig rund - und Tore satt sind fast schon garantiert.

Nachdem die "Zebras" am 33. Spieltag der vergangenen Saison mit einem 5:3-Auswärtssieg in der Pfalz die Aufstiegsträume der "Roten Teufel" zerplatzen ließen, schlugen diese in der laufenden Spielzeit mit einem 4:1 zurück. Folgt in diesem ständigen Hin und Her nun die nächste Revanche am Rosenmontag?

Im Vorfeld scheinen die Rollen dabei klar verteilt zu sein: Den "Betze-Buben", die nach zwei 3:0-Erfolgen nacheinander und drei Spielen zu Null als zweitbeste Auswärtsmannschaft der 2. Bundesliga mit breiter Brust zum Spitzenspiel an die Wedau reisen dürfen, reicht ein Remis, um Platz 1 zurückzuerobern.

Der FCK als "ganz großes Kaliber"

Dagegen haben die Hausherren im Aufstiegsrennen in den vergangenen Wochen an Boden verloren: Nach den 0:2-Niederlagen gegen die direkten Konkurrenten FC St. Pauli und Fortuna Düsseldorf, steht das Team von Milan Sasic in der Tabelle auf Rang 6. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt allerdings bereits sieben Punkte. Mit anderen Worten: Ein "Dreier" muss dringend her!

"Die Mannschaft kann das schaffen. Aufgrund der Tabellensituation sind wir zwar Außenseiter, aber das bringt uns vielleicht den nötigen Siegeswillen", gab Sportdirektor Bruno Hübner, der im Gast aus der Pfalz "ein ganz großes Kaliber" sowie einen "absoluten Aufstiegsfavoriten" ausmachte, zu Protokoll.

Duell der Top-Torhüter

Umgekehrt hat man aber auch verstanden, dass die sportlichen Unterschiede vielleicht nicht ganz so groß sind, wie das auf dem Papier derzeit den Anschein haben mag: "Der MSV wird nach der kleinen Negativserie unbedingt gegen uns gewinnen wollen", warnte FCK-Keeper Tobias Sippel, mit 76,8 Prozent gehaltener Bälle momentan der beste Schlussmann im Unterhaus - vor seinem Duisburger Widerpart Tom Starke (76,3 Prozent).

Auch Sippels Trainer Marco Kurz sieht in den Meiderichern durchaus einen gefährlichen Gegner: "Duisburg gehört auf jeden Fall in die vordere Tabellenregion, sie haben ein gutes Format und wollen durch einen Sieg gegen uns wieder in positives Fahrwasser kommen - das gilt es zu unterbinden!"

Sasic trifft auf den Ex-Club

Personell kann Kaiserslautern dabei nahezu aus dem Vollen schöpfen: Bis auf die Langzeitverletzten sind alle Mann an Bord - auch die Außenverteidiger Florian Dick, der seine Grippe auskuriert hat, und Alexander Bugera, dessen Einsatz an alter Wirkungsstätte in der vergangenen Woche nach einem leichten Muskelfaserriss eigentlich schon ausgeschlossen schien. Der 31-Jährige, der vor seinem Wechsel in die Pfalz sechs Jahre das MSV-Trikot trug und mit Duisburg damals zwei Mal in die Bundesliga aufstieg, trainierte am Wochende wieder voll mit.

Auf der Gegenseite trifft Coach Sasic erstmals auf seinen Ex-Club: Der Kroate hatte die "Roten Teufel" im Mai 2008 vor dem Abstieg in die Dritte Liga gerettet und in der vergangenen Saison dann zum Aufstiegsanwärter geformt. "In Kaiserslautern hatte ich eine super Zeit mit Top-Ergebnissen", sagte der Kroate, der dennoch klarstellte: "Ich bin jetzt Trainer vom MSV. Mich interessiert die Lage von Kaiserslautern nach wie vor, aber ich bin für den MSV verantwortlich und daher spielt es für mich am Montag keine Rolle, dass ich Kaiserslautern mal trainiert habe."

MSV setzt auf Zweikampfstärke

Das richtige Rezept, um seine alte Mannschaft zu knacken, kennt der 51-Jährige daher schon: Die "Zebras", die in dieser Saison nur 15 von 34 Punkten zuhause sammelten, "müssen vor allem die Zweikämpfe gewinnen. So können wir die Richtung der Partie bestimmen. Intelligente Aggressivität und Balleroberungen sind für einen Sieg Voraussetzung."

Adam Bodzek ist dabei allerdings zum Zuschauen verdonnert: Der Pole ist nach seiner Gelb-Roten-Karte aus der vergangenen Woche gesperrt. Während Kristoffer Andersen in der vergangenen Woche aufgrund einer fiebrigen Erkältung mit dem Training aussetzen musste, aber wohl auflaufen kann, hat's Kevin Schindler schlimmer erwischt. Der Neuzugang von Werder Bremen liegt seit Tagen mit Grippe-Symptomen flach.


Stefan Missy

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