Köln - Wer macht das Rennen in der "Relegation Abstieg" in der 2. Bundesliga? Schafft der Zweitligist MSV Duisburg den Klassenerhalt oder gelingt den Würzburger Kickers der Durchmarsch von der 4. Liga in die 2. Bundesliga? Am Freitag, 20. Mai, treffen die beiden Kontrahenten im ersten Spiel in Würzburg aufeinander, vier Tage später steigt am Dienstag, 24. Mai, das Rückspiel in Duisburg.

Eine Prognose, wer sich in diesem Duell durchsetzt, ist kaum zu geben. Beide Vereine haben in den letzten Wochen und Monaten Großartiges geleistet und dank eines starken Schlussspurts das Happy End vor Augen. Der MSV Duisburg ging als abgeschlagenes Schlusslicht in das Jahr 2016. Die Rechnung des Trainers Ilia Gruev lautete, dass aus den 15 Partien 25 Punkte geholt werden müssten, um den Klassenerhalt doch noch zu schaffen.

Zebras glaubten immer an sich

Als der Auftakt mit nur einem Punkt aus den ersten vier Spielen misslang, rechnete kaum noch jemand mit einem Comeback der Meidericher, obwohl der Rückstand auf den Relegationsplatz nur fünf Zähler betrug. Der MSV hatte aber auch nur zwei von 23 Punktspielen gewonnen. Doch die Zebras glaubten weiter an sich, Punkt für Punkt sammelten sie und von den letzten neun Spielen gewannen sie fünf, darunter auch in Nürnberg und am letzten Spieltag gegen RB Leipzig.

So gelang dem MSV, der an den ersten 32 Spieltagen der Saison immer auf einem direkten Abstiegsplatz gelegen hat, die Punktlandung Relegationsplatz. "Ich habe der Mannschaft vermittelt, dass wir es schaffen können und bin froh, dass es die Jungs so angenommen haben", sagte Gruev nach dem 1:0-Erfolg gegen Leipzig. "Wir freuen uns riesig, dass wir die Relegation erreicht haben und werden alles dafür tun, den Klassenerhalt zu schaffen."

Würzburg mit sensationellem Endspurt

Mit 19 Punkten aus den letzten elf Spielen und nur zwei Niederlagen in diesem Zeitraum können die nervenstarken Duisburger durchaus optimistisch in die Relegsation gehen. Aber das tun die Würzburger Kickers auch. Nach der Hinrunde lag die Elf von Trainer Bernd Hollerbach noch auf Platz neun. Sechs Punkte trennten die Kickers vom Relegationsplatz, nur fünf Siege und 17 Tore waren Würzburg in der Hinserie in 19 Spielen gelungen.

Allerdings sind die Mainfranken auch als Aufsteiger in die Saison gegangen, die Sicherung des frühzeitigen Klassenerhalts hatte oberste Priorität. Auch nach 26 Spieltagen deutete nicht viel auf das sensationelle Finish der auf Platz zehn geführten Würzburger hin. Doch in den letzten zwölf Spielen blieben die Kickers ungeschlagen und holten 30 Punkte. Am 37. Spieltag war der Relegationsplatz eingetütet, am Ende hatte der Aufsteiger sogar acht Punkte Vorsprung auf Platz vier.

Festtage in Würzburg

Die Kickers sind die zweitbeste Rückrundenmannschaft und auswärts weitaus stärker als im eigenen Stadion, in dem sie nur sechs von 19 Partien gewinnen konnten. So könnte es für die Würzburger sogar ein Vorteil sein, in der Relegation zunächst Heimrecht zu genießen, um dann im alles entscheidenden Rückspiel auf ihre Auswärtsstärke zu bauen.

"Wir freuen uns auf zwei Festtage für die Würzburger Kickers", meinte Bernd Hollerbach nach Erreichen von Platz drei. "Trotz unserer starken Entwicklung in den letzten zwei Jahren sind wir aber der klare Außenseiter." Von dieser Tiefstapelei werden sich die Duisburger allerdings sicher nicht täuschen lassen. Schon im letzten Jahr schaffte Würtzbug den Aufstieg in die 3. Liga über die Relegation. Und in den bisherigen sieben Relegationen zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga setzte sich fünf Mal der Drittligist durch. Es dürfte wieder eine ganz enge Angelegenheit werden.

Tobias Gonscherowski