Düsseldorf - Es ist längst nicht mehr nur Ernüchterung: Inzwischen herrscht bei Fortuna Düsseldorf vor dem Duell gegen den VfL Bochum (Montag ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) bereits große Sorge ob des gründlich verpatzten Saisonstarts. Null Punkte aus fünf Spielen geben auch allen Anlass dazu.

"Wir sind bereits im Abstiegskampf", sagt der Vorstandsvorsitzende Peter Frymuth, "deshalb haben meine Vorstandskollegen und ich eine ganz klare Erwartung an die Mannschaft: Der Kampf muss aufgenommen werden!" Das war nach einhelliger Meinung beim 0:3 in Ingolstadt nicht der Fall. Bei den Bayern, die gegen die Fortuna ihre ersten drei Punkte der Saison einfuhren, ließen die Rheinländer so manches vermissen. "Die Mannschaft hat mich abgrundtief genervt", sagte Trainer Norbert Meier noch direkt nach dem Spiel - das soll so nicht wieder vorkommen.

Fortuna will die Abstiegsränge schnellstmöglich verlassen

"In unserm Revier zahlt Bochum die Zeche!", heißt es auf den Werbeplakaten in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Die Verantwortlichen hoffen also auf die Wiederkehr der Heimstärke, die die Fortuna in der vergangenen Saison immerhin bis kurz vor Schluss vom Aufstieg in die Bundesliga träumen ließ. Damals blieb die Fortuna in der heimischen ESPRIT arena ungeschlagen. In dieser Spielzeit wurden die "Roten-Weißen" an selbiger Stelle bereits zwei Mal bezwungen - wenn auch knapp mit jeweils 1:2 gegen 1860 München und Hertha BSC.

"Jetzt sind die Tugenden gefragt, die uns im Vorjahr ausgezeichnet haben", fordert Meier vor dem Spiel gegen Bochum seine Spieler. Diese sollen mit Kampf, Einsatzbereitschaft und der nötigen Leidenschaft gegen den VfL auftreten und möglichst drei Punkte einfahren, damit die neue Vorgabe des Vorstands schnellstmöglich umgesetzt wird. "Wir erwarten, dass wir binnen kürzester Zeit drei, vier Mannschaften in der Tabelle hinter uns lassen", so Frymuth.

Bochums Funkel sieht "noch Luft nach oben"

Ob das gegen den VfL Bochum so problemlos gelingen wird, ist eine ganz andere Frage. Der Revierclub möchte seinerseits den 3:1-Sieg gegen Arminia Bielefeld unbedingt bestätigen und sich vollends aus den unteren Regionen der Tabelle befreien. Da käme ein weiterer "Dreier" bei der Fortuna gerade recht.

Doch um den dritten Saison-Sieg einzufahren, muss sich auch die Elf des VfL noch verbessern, befindet zumindest ihr Trainer. "In punkto Handlungsschnelligkeit müssen wir uns verbessern. Wir brauchen manchmal zu lange, um Situationen zu erkennen", sagte Friedhelm Funkel. Der 56-Jährige ist der Meinung, dass "die ganze Mannschaft sicherlich noch Luft nach oben hat".

Der VfL will sich auf die eigene Leistung konzentrieren

Um diesen letzten Schritt hin zu 100 Prozent zu tun, denkt Funkel über Veränderungen "auf ein oder zwei Positionen" nach - aus "taktischen Gründen". Dabei muss der Coach aber nach wie vor auf die Langzeitverletzten Philipp Bönig (Arm-OP), Mirkan Aydin (Syndesmoseverletzung) und Marc Pfertzel (Oberschenkelzerrung) verzichten.

Vom Gegner erwartet Funkel, dass sie "sehr aggressiv auftreten und versuchen, uns den Schneid abzukaufen, um ihre ersten Punkte einzufahren. Das dürfen wir nicht zulassen". Wichtig sei, dass sich seine Mannschaft auf die eigene Leistung konzentriere, um, wie vergangenen Mittwoch gegen Bielefeld, wieder einen Schritt nach vorne zu kommen.



Gregor Nentwig