Düsseldorf - Statt von der Tabellenspitze zu grüßen muss sich Eintracht Frankfurt vorerst weiter mit der Verfolgerrolle begnügen. Den Sieg im Topspiel bei Fortuna Düsseldorf vor Augen kassierte das Team von Trainer Armin Veh in der Nachspielzeit noch den Ausgleich - ausgerechnet durch einen Elfmeter.

Nur wenige Sekunden fehlten zum Sieg, mit dem die Hessen als Tabellenführer glücklich und zufrieden die Heimreise in die Mainmetropole angetreten hätten. Stattdessen schlichen sie in den Katakomben der ESPRIT arena ziemlich zerknirscht an den wartenden Journalisten vorbei in Richtung Mannschaftsbus.

Erstligareife Kulisse

Immerhin hatten sich die Wogen nach der turbulenten Schlussphase, in der Düsseldorfs Ersatzkapitän Jens Langeneke in der Nachspielzeit einen Strafstoß, seinen neunten der Saison, zum verwandelt hatte, wieder ein wenig gelegt.

"Von der Qualität der beiden Mannschaften her könnte das Spiel auch in der Bundesliga stattfinden", hatte Trainer Armin Veh vor der Partie betont. Auch wenn das Duell spielerisch nicht ganz die hohen Erwartungen erfüllte, hatte es zumindest kämpferisch einiges zu bieten. Die Kulisse von 41.200 Zuschauern war ohnehin erstligareif.

Zu fahrlässig mit den Kontern

Die Dramaturgie in den letzten Minuten hatte angesichts der durch Eintracht-Coach Veh im Vorfeld der Partie angeheizten Elfmeter-Diskussion durchaus kuriose Züge.

Die Tatsache, dass ein Unentschieden aufgrund des Spielverlaufs letztlich gerecht war, wollte die Frankfurter freilich nicht trösten. "Natürlich war der Elfmeter ärgerlich, aber ich rege mich viel mehr darüber auf, dass wir zu leichtfertig mit den Konterchancen umgegangen sind. Trotzdem haben wir gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft haben. Die Punkte holen wir uns woanders wieder zurück", sagte Winter-Neuzugang Heiko Butscher.

"Das wird uns nicht aufhalten"

Auch Alexander Meier, der mit seiner siebten Saisonvorlage das 1:0 durch Benjamin Köhler mustergültig - aus Frankfurter Kreisen hieß es: mit einem "Uwe-Bein-Gedächtnispass" - auflegte, glaubt an eine Trotzreaktion seines Teams. "Wenn wir weiter so spielen, sehe ich uns auf einem sehr guten Weg. Das wird uns alles nicht aufhalten."

"Die Mannschaft hat phantastisch gespielt, hat die Vorgaben des Trainers gut umgesetzt. Wir müssen das 2:0 machen, dann gehen wir hier als verdienter Sieger vom Platz", trauerte Sportdirektor Bruno Hübner den vergeben Chancen nach.

"Diese Dinge gleichen sich aus"

Auch wenn es nicht zur zweiten Tabellenführung der Saison (nach dem 15. Spieltag) gereicht hat, befindet sich die Eintracht weiter in einer guten Ausgangsposition. "Der Aufstieg ist durch dieses Spiel nun nicht entschieden. Wenn man in letzter Sekunde noch den Ausgleich kassiert, ist es natürlich eher eine gefühlte Niederlage, aber am Ende der Saison gleichen sich solche Dinge immer aus. Wichtig ist, dass wir am Ende mit oben stehen", sagte Torschütze Benjamin Köhler.

Nach wie vor kann jeder Spieltag die Top-Fünf der Liga kräftig durcheinander wirbeln. Nach der 21. Runde ist die Spitze sogar noch enger zusammengerückt. Hinter Tabellenführer Düsseldorf (44 Punkte) lauern Fürth und Frankfurt mit jeweils 43 Zählern, gefolgt von St. Pauli und Paderborn mit je 42.

Derby gegen den FSV

Nach den verlorenen zwei Punkten am Rhein soll im Lokalderby gegen den FSV Frankfurt (Hinspiel 4:0) am kommenden Samstag unbedingt der nächste "Dreier" her, um die eigenen Ambitionen zu untermauern. "Wir streben alle den Wiederaufstieg an und hoffen, dass es Platz 1 oder 2 wird. Und wenn es Rang 3 wird, dann hoffen wir, dass wir das Relegationsspiel für uns entscheiden. Wenn wir am Ende in der Bundesliga sind, haben wir alles richtig gemacht", so Heiko Butscher.

Aus Düsseldorf berichtet Markus Hoffmann